LTE-Drosselung – Alle 4G-Tarife nur mit Datenvolumen

Alle 4G-Tarife in Deutschland unterliegen einer LTE-Drosselung. Nach dem Verbrauch eines bestimmten Datenvolumens drosseln die Anbieter auf bis zu 384 kbit/s (LTE-Tarife als DSL-Ersatz) oder bis zu 56 kbit/s (4G-Tarife zum mobilen Surfen). Die höchsten Inklusivvolumen bieten aktuell die Deutsche Telekom mit Call & Surf Comfort via Funk L und Vodafone mit LTE Zuhause L. Hier setzt die LTE-Drosselung erst nach dem Verbrauch von 30 GB ein. Doch gerade Mehrpersonenhaushalte reicht ein solches Datenvolumen häufig nicht aus.

4G mit LTE-Drosselung als DSL-Ersatz auf dem Land (Quelle: Deutsche Telekom)

4G mit LTE-Drosselung als DSL-Ersatz auf dem Land (Quelle: Deutsche Telekom)

Hier sind zum Beispiel monatliche Updates auf mehreren Rechnern nötig. Lädt man dazu größere Dateien herunter und schaut sich Videos auf Youtube an, setzt die Drosselung bei LTE häufig schon zur Mitte des Abrechnungsmonats ein. Um wieder mit der alten 4G-Speed surfen zu können, muss man Datenvolumen nachkaufen. Kritiker bezeichnen die aktuellen Inklusivvolumen bei den 4G-Tarifen für daheim als nicht zeitgemäß. Mit der LTE-Drosselung sei dazu 4G kein vollwertiger DSL-Ersatz auf dem Land. Seit Dezember 2013 beschäftigt sich die Verbraucherzentrale Sachsen mit dieser Problematik.

LTE-Drosselung im Focus der Verbraucherschützer

Die Deutsche Telekom und Vodafone haben trotz LTE-Drosselung ihre 4G-Tarife für daheim als Flatrate bezeichnet. Dagegen ging die Verbraucherzentrale Sachsen vor und mahnte Ende 2013 beide Netzbetreiber ab. Die Verbraucherschützer beanstandeten den Begriff Flatrate und die Bewerbung der 4G-Tarife als vollwertigen DSL-Ersatz trotz LTE-Drosselung. Die Telekom und Vodafone entfernten daraufhin den Begriff Flatrate von ihren Internetseiten. Doch dies war für die Verbraucherschützer nicht ausreichend und sie verhandelten zwecks LTE-Drosselung mit den beiden Netzbetreiber.

Vodafone spricht bei LTE nur noch von einer Festnetz Flat für Telefonie (Quelle: Vodafone)

Vodafone spricht bei LTE nur noch von einer Festnetz Flat für Telefonie (Quelle: Vodafone)

Die Telekom lenkte daraufhin im Januar 2014 ein und gewährte allen Bestandskunden, welche Call & Surf Comfort via Funk vor dem 5. Dezember 2013 (Streichung des Begriffs Flatrate) gebucht hatten, 30 GB mehr. Die Regelung trat zum 1.März 2014 in Kraft. Vodafone weigerte sich hingegen bei der LTE-Drosselung einzulenken und wurde  Anfang März 2014 von der Verbraucherzentrale Sachsen für die Bewerbung der 4G-Tarife LTE Zuhause verklagt. Ein Urteil hierzu vom Landgericht Düsseldorf wird jedoch erst Anfang des Jahres 2015 erwartet.

Dies ist umso ärgerlich für alle LTE-Nutzer, da sich die Verbraucherschützer von diesem Urteil der Düsseldorfer Richter ein Grundsatzurteil zur LTE-Drosselung erwarten. Das Gericht soll auch darüber urteilen, wie angemessen ein 4G-Drosselung von 50 Mbit/s auf bis zu 384 kbit/s ist.

LTE-Drosselung bleibt beim DSL-Ersatz ein Problem

Das Thema Drosselung und LTE bleibt also weiterhin ein Problem, was viele Menschen auf dem Land mit dem DSL-Ersatz bewegt. Mittlerweile haben sich in Deutschland mehrere Initiativen gebildet, um aktiv gegen die LTE-Drosselung zu kämpfen. So versucht man, die Tarifgestaltung der Netzbetreiber über Petitionen und Briefe an Politiker zu ändern. Auf diesem Wege sind jedoch nur Veränderungen in kleinen Schritten möglich.

Jedoch konnte es hier bald eine Lösung des Problems geben. Die Deutsche Telekom hat im Januar 2014 neue LTE-Tarife für die Menschen auf dem Land angekündigt. Diese sollen höhere Datenvolumen bei geringer Übertragungsrate bieten. So setzt die LTE-Drosselung viel später ein. Diese speziellen 4G-Tarife sind in den nächsten Monaten zu erwarten. Man darf gespannt sein, welche Inklusivvolumen die neuen 4G-Tarife der Telekom bieten.

Rating: 5.0. From 2 votes.
Please wait...
Showing 2 comments
  • Weber Peter
    Antworten

    Hallo,

    ich war dieses Jahr in Irland in Urlaub und dort ist jeder noch so kleine Ort mit schnellem Internet verbunden. Da können wir uns in Deutschland mal ne Scheibe abschneiden.

  • Tommy
    Antworten

    Ich bin ein YouTuber und brauche sehr viel Datenvolumen für Videos anschauen und Videos hochladen und benutze für 15 GB pro Monat jetzt 60 € und meisten nutze ich immer die ganz langsame DSL Light (384KBITS) von 19er irgendwas . In der ZUNKUNFT muss es sich viel besser um den Internet Versorgung in Deutschland verbessern !

  • Harald Dietrich
    Antworten

    Es ist schon eine arge Schweinerei der Netzbetreiber Telekom und Vodafone das LTE Volumen auf 30 GB zu begrenzen. Im Vergleich zu DSL zahlt man nahezu den doppelten Preis für viel weniger Leistung. Zwar kann man Volumen Für LTE nachbuchen, was aber für 10 GB mit 14,95 € relativ teuer ist. Ich muss meistens 20 GB mtl. nachbuchen was die Gebühren mtl. auf insgesamt ca. 72 € erhöht, Wo bleibt da die Gerechtigkeit gegenüber den DSL Nutzern? Die Bundesregierung sollte sich einmal intensiv mit diesem Thema beschäftigen und nicht nur reden das für die Landbevölkerung „ja soviel getan wird“. Auch die Alternative DSL/LTE via Satelit ohne Begrenzung zu empfangen ist relativ teuer und dazu noch sehr aufwendig, weil man noch eine Satelitenschüssel mit Empfangsteil installieren muss. Ich hoffe sehr, das die Gerichte baldmöglichst eine Entscheidung bezüglich der Aufhebung der Volumenbegrenzung fällen.

Schreibe einen Kommentar

Kontakt

Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik? Schreiben Sie uns!

Not readable? Change text.