LTE Ausbau in Deutschland: Vom Land in die Städte in Höchstgeschwindigkeit

Der LTE Ausbau begann in Deutschland im Jahr 2011 in den ländlichen Gebieten. Es war das Ziel der Bundesregierung, zuerst die Menschen in den sogenannten Weißen Flecken mit einer schnellen Breitbandverbindung zu versorgen. Die Netzbetreiber verpflichteten sich beim LTE Ausbau, die unterversorgten Gebiete in jedem Bundesland auszubauen, bevor sie die 800 MHz-Frequenzen aus der Digitalen Dividende nach Belieben nutzen können.

LTE in Stadt und Land

LTE Ausbau in Stadt und Land, Bildquelle: Deutsche Telekom.de

Die 800 MHz-Frequenzen eignen sich mit ihrer großen Reichweite besonders gut für den LTE Netzausbau auf dem Land. Eine Basisstation der Digitalen Dividende versorgt einen Umkreis von bis zu 10 Km mit LTE. Zusätzlich kann man mit diesen Frequenzen leicht Gebäude durchdringen, wodurch 4G zu einem guten Ersatz für DSL wird. Die Frequenzen mit 1800- und 2600-MHz sind eher für den LTE Ausbau in den Großstädten geeignet, wo viele Nutzer sich gemeinsam eine Funkzelle teilen müssen. Diese Frequenzen ermöglichen aktuell eine LTE-Speed von bis zu 150 Mbit/s (LTE Cat-4).

LTE Ausbau erfolgt in vier Prioritätsstufen

Für den LTE Netzausbau haben die einzelnen Bundesländer Ausbaulisten erstellt und dort die unterversorgten Gebiete nach vier Stufen benannt. Die Prioritätsstufen orientieren sich nach der Anzahl der Einwohner und sind für den LTE Ausbau wie folgt unterteilt:

Prioritätsstufen

Einwohnerzahl

Übergang Stufe

Stufe 1

Bis zu 5000 Einwohner

Ausbaugrad bis 90 %

Stufe 2

5000 bis 20.000 Einwohner

Ausbaugrad bis 90 %

Stufe 3

20.000 bis 50.000 Einwohner

Ausbaugrad bis 90 %

Stufe 4

Über 50.000 Einwohner

Ausbaugrad bis 90 %

(Tabelle: Prioritätsstufen für LTE Ausbau, Quelle: Bundesnetzagentur)

Ein Netzbetreiber muss in einem Bundesland in einer Prioritätsstufe einen Ausbaugrad von 90 % erreichen, bevor er zum LTE Ausbau der nächsten Stufe übergehen kann. Sind alle Voraussetzungen in einem Bundesland erfüllt, dürfen die Netzbetreiber die attraktiven und weitreichenden 800 MHz-Frequenzen auch in den jeweiligen Großstädten nutzen.

Der LTE Ausbau startete 2011 in Deutschland

Im Jahr 2011 starteten Vodafone, die Deutsche Telekom und o2 mit dem LTE Ausbau. Dabei ging der Ausbau mit 4G in Deutschland auf dem Land schnell voran. Die Netzbetreiber konnten bis zum Ende des Jahres ihre Ausbauverpflichtungen für LTE in sieben Bundesländern erfüllen. Dies waren die Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Bereits Mitte 2011 sprach der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, davon, dass der LTE Ausbau auf dem Land bereits im Jahr 2013 abgeschlossen sein würde. Doch es sollte man Ende noch schneller gehen.

Klar ist, dass der LTE Netzausbau wesentlich schneller als UMTS Ausbau vorging. Das gilt auch für den LTE Ausbau weltweit. Die GSA (Global mobile Suppliers Association) benannte 4G völlig zutreffend als „the fastest developing system in the history of mobile telecommunications“.

LTE Ausbau 2012: Die Schließung der Weißen Flecken auf dem Land

Im Jahr 2012 trieben die deutschen Netzbetreiber den 4G Netzausbau auf dem Land weiter intensiv voran. Allein T-Mobile gab an, 2012 etwa 1000 Weiße Flecken in den ländlichen Regionen geschlossen zu haben. Die intensiven Ausbaubemühungen der Anbieter führten dazu, dass die Bundesnetzagentur bereits im November 2012 die Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen in allen Bundesländern melden konnte: In allen deutschen Flächenbundeslänern waren die Weißen Flecken zu 90 Prozent geschlossen.

Bundesländer (ohne Stadtstaaten)

LTE-Abdeckung der Weißen Flecken

Nordrhein-Westfalen

August 2011

Saarland

August 2011

Baden-Württemberg

August 2011

Bayern

August 2011

Hessen

August 2011

Rheinland-Pfalz

August 2011

Schleswig-Holstein

Dezember 2011

Niedersachsen

April 2012

Sachsen

Mai 2012

Sachsen-Anhalt

Juni 2012

Thüringen

Juni 2012

Mecklenburg-Vorpommern

Oktober 2012

Brandenburg

November 2012

(Tabelle: LTE Ausbau in den Bundesländern)

Im Jahr 2012 starteten die deutschen Netzbetreiber auch mit dem LTE Ausbau in immer mehr Städten. Für viel Aufsehen in der Presse sorgte der gleichzeitige LTE Start der Telekom in Hamburg, Bonn, Leipzig und München im April 2012. Doch dies war eigentlich nur der Startschuss für 4G in den Städten. In den Folgemonaten versorgten vor allem T-Mobile und Vodafone immer mehr Städte mit LTE. Wie auch auf dem Land ging nun der LTE Ausbau in städischen Regionen und Ballungsgebieten schnell voran. Ende 2012 versorgte die Telekom nach eigenen Angaben 100 Städte mit LTE. Bei Vodafone sprach man von 120 Städten.

LTE Ausbau 2013: LTE Cat-4 mit bis zu 150 Mbit/s in den Städten

Die deutschen Netzbetreiber trieben im Jahr 2013 den LTE Ausbau auf dem Land und in den Städten weiter voran. In den ländlichen Regionen schlossen die Anbieter weitere Weißen Flecken, da auch nach der Erfüllung der Verpflichtungen (LTE Ausbaus bis zu 90 Prozent) noch unterversorgte Gebiete zurückblieben. Dazu steigerte man die LTE Versorgung in den Städten. Zahlreiche deutsche Großstädte bieten heute eine LTE Abdeckung von über 90 Prozent.

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Im August 2013 startete Vodafone mit dem Mobilfunkstandard LTE Cat-4 in Düsseldorf, Dortmund, München und Dresden. Die nächste Kategorie von 4G bietet bis zu 150 Mbit/s. T-Mobile folgte im Oktober 2013. Damit war ein neuer Meilenstein beim LTE Ausbau in Deutschland erreicht: Die Netzbetreiber boten das erste Mal Übertragungsraten von mehr als den bisher üblichen bis zu 100 Mbit/s. Die Deutsche Telekom verfügt aktuell über das größte Netz mit LTE Cat-4. Bis Ende 2013 erfolgte ein LTE Ausbau mit LTE+, wie T-Mobile den Mobilfunkstandard nennt, in fast 200 deutschen Städten.

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Showing 7 comments
  • Dirk N
    Antworten

    Wie sieht der lte ausbau in Eldingen 29351 aus

  • Heiko Falk
    Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Ich wohne in 36110 Schlitz bisher ist das E-Plus Netz hier nur bis 3G ausgebaut ist in absehbarer Zukunft damit zurechnen das das Netz noch auf 4G ausgebaut wird.

    Im vorraus besten Dank:

    H.Falk

    • Marius Pieruschka
      Antworten

      Hallo H.Falk,

      die Frage ist schwierig zu beantworten, da sich die Netzbetreiber beim LTE-Ausbau ungern in die Karten sehen lassen. Deshalb wissen wir auch nicht, wo E-Plus in Zukunft LTE ausbaut. Hier muss einfach noch etwas abwarten. E-Plus wird ganz sicher weiter ausbauen und hier wird sich in den nächsten Wochen auch einiges tut. Ob es dann auch 4G in Schlitz gibt, kann man jetzt noch nicht wissen.

      Schöne Grüße

      Ihr 4G.de-Team

  • Giovannini
    Antworten

    Hallo…
    Ich wohne in 97241 Bergtheim..
    Wir haben hier im Telekom – Netz..keine Umts Versorgung, geschweige LTE. Laut Versorgungskarte ist die 4000 Einwohner Gemeinde rosa.., also 2G…Ringsherum alles volle Versorgung..
    Obwohl wir einen Wasserturm haben und da alles voll mit Empfängern steht…frage ich mich…warum wir als Gemeinde komplett nicht versorgt sind..Bitte um Antwort.

    • Marius Pieruschka
      Antworten

      Hallo Giovannini,

      die Bundesländer haben vor dem LTE-Ausbau Listen mit unterversorgten Gebieten erstellt. Diese Weißen Flecken mussten die deutschen Netzbetreiber mit LTE oder einer gleichwertigen Technologie schließen. Auf der Liste von Bayern findet sich auch Bergtheim (Prioritätsstufe 1). Jedoch laut Regelung der Bundesnetzagentur ist ein Bundesland bereits „vollständig“ versorgt, wenn die Netzbetreiber 90 Prozent der Weißen Flecken in einem Bundesland geschlossen haben. Bergtheim gehört offenbar zu den 10 Prozent der Gemeinden, die nicht mit LTE vorsorgt wurden.

      Weitere Informationen finden Sie hier:

      http://www.4g.de/news/pressemitteilung-lte-ausbau-auf-dem-land-die-pflichten-der-netzbetreiber/

      Dazu muss man jeodoch auch noch sagen, dass die Netzbetreiber das Land weiter ausbauen und in vielen Bundesländern bereits mehr als 90 Prozent der Weißen Flecken geschlossen sind. Deshalb könnte LTE auch noch in Bergtheim kommen.

      Schöne Grüße

      Ihr 4G.de-Team

  • Anton
    Antworten

    Das ist schlichtweg gelogen und eine regelrechte Verdummung,wenn es heißt vom Land in die Stadt.
    Bei uns in Dietersberg hat vodafon die Leistung zurückgefahren sodass kein Empfang auf dem Mobiltelefon vorhanden ist.
    Das ist die größte Frechheit was vodafon besitzt aber dafür überteuerte Tarife in das Land bringt.
    Verfluchtes Deutschland Kruzefix.

  • Anton
    Antworten

    Es ist eine Frechheit in unserem Verfluchten Deutschland.
    Da stellen sich unsere Verfluchten Politiker vor die Fernsehkamera und
    Plappern Geistreich von „Weißen Flecken“.Nur getan hat sich mit der Mobilfunknetzabdeckung noch nichts.Bei uns in 92334 Dietersberg hat Vodafon die Beschißensde Netzabdeckung.Und was die Netzabdeckung auf demand betrifft,auf dem Land hat kein Netzbetreiber Interesse am ausbau von einem hsdpa Netz.Aber dafür in der Stadt wo ohnehin schon alles vorhanden ist da hängen sich die Netzbetreiber hin wie die Zecken.Die Landbevölkerung kann weiterhin Dumm bleiben.
    Kruzefixdeutschland Verfluchtes.

    • Dirk_4711
      Antworten

      Wir schreiben das Jahr 2015. O2 (spanische Telefonike) hat in jeder Großstadt LTE.

      In den ländlichen Gegenden aber NICHTS.

      Wie wurden denn diese Konzerne verpflichtet vom Land in die Stadt zu versorgen. Zur Zeit versorgt zumindest O2 und Eplus nur die Großstadt und nicht einmal mehr Mittelstädte wie Speyer, etc.

      Eine Art Festnetz via LTE bieten nur Telekom und Vodafone an. O2 bietet hier grundsätzlich nichts an. Bei Vodafone läuft Telefon und Internet über das LTE-Netz was zu häufigen Ausfällen führt. Bei Telekom läuft wenigstens das Telefon über die stabile Analogleitung und nur das Internet über LTE. Allerdings sind die Preise im Vergleich zum Normal-DSL bei beiden Unternehmen atronomisch.

      Mich wundert es schon sehr, dass es unserer Politik ziemlich gleichgültig zu sein scheint, Deutschland fit für das 21 Jahrhundt zu machen und sogar in einem Oligopol Zusammenschlüsse zweier LTE-Anbieter erlaubt und aus 4 Formalanbieter nur noch 3 werden, wovon aber schlußendlich nur einer in der Lage ist einen echten Festnetzersatz anzubieten (wenn auch überteuert und schnell gedrosselt).

      Deutschland sollte aufpassen, nicht in den nächsten Jahren hinter Bulgarien, Kongo, usw. zurückzufallen, wenn man hier weiter nur darauf vertraut, dass der Markt das schon alles richtet….aber vielleicht hilft ja wirklich beten!

      Mein Gebetsspruch:
      Lieber Gott, wir hoffen auf die Selbstheilungskräfte des Telefonmarktes und hoffen darauf, dass die Rosinenpickerei aufhört und auch echter Wettbewerb entsteht. An den Preisen erkennt man bisher leider keine Unterschiede!

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