5G ist der Nachfolger von 4G. Die Mobilfunktechnologie der fünften Generation soll im Jahr 2020 in ersten Ländern starten und bietet mobile Übertragungsraten von bis zu 20 Gbit/s. Ein weiteres Merkmal des Mobilfunkstandards ist eine geringe Latenzzeit von weniger als 1 ms. 5G ist als Mobilfunktechnologie noch nicht standardisiert, was Ende 2017 erfolgen soll. Im Jahr 2018 versteigert die Bundesnetzagentur die Frequenzen des 4G-Nachfolgers. Die frühe Auktion soll dafür sorgen, dass die deutschen Netzbetreiber rechtzeitig mit Planung und Ausbau der Technologie beginnen können. Das Bundesverkehrsministerium hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 alle Hauptverkehrswege und mindestens 20 der größten deutschen Städte mit dem 4G-Nachfolger auszubauen. Aktuell gibt es in Berlin rund um den Ernst-Reuter-Platz ein Testfeld für 5G.

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Die Mobilfunktechnologie der fünften Generation wird nach Ansicht von vielen Experten alle Lebensbereiche digitalisieren. Zu den Anwendungsfeldern im privaten Bereich gehört eine stärkere Verbreitung von 360 Grad Videoinhalten, Virtual und Augmented Reality Anwendungen, Smart Home und autonomes Fahren. Die Industrie profitiert von drahtlos vernetzen Produktionsanlagen, Robotern und Internet der Dinge. Neben der Industrie erleben Landwirtschaft, Medizin und Logistikbranche mit 5G eine vollkommene Digitalisierung. Dies sind nur einige Beispiele für mögliche Anwendungen der Zukunft.

4.5G als Zwischenschritt zu 5G

Bis zum Start der Mobilfunktechnologie der fünften Generation dauert es  mindestens zwei Jahre. Für die deutschen Netzbetreiber stellt 4.5G einen Zwischenschritt zu 5G dar. Besonders Vodafone verwendet 4.5G als Begriff, um für schnelle Übertragungsraten im eigenen Mobilfunknetz zu werben. Der Düsseldorfer Netzbetreiber bezeichnete in der Vergangenheit mobile Übertragungsraten von über 375 Mbit/s als 4.5G. Es gibt eigentlich keine nähere Definition für diese Bezeichnung, doch es erscheint sinnvoll von 4.5G erst bei mobilen Übertragungsraten von 1 Gbit/s (LTE Advanced Pro) zu reden. In Oktober 2017 startete Vodafone mit bis zu 1 Gbit/s in Berlin und Düsseldorf. Die Deutsche Telekom betreibt vier Funkzellen mit bis zu 2 Gbit/s an drei Standorten in Berlin, hier handelt es sich vorläufig um Testnetze. Dies alles sind erste Zwischenschritte zu 5G.

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Der Düsseldorfer Netzbetreiber wirbt für 4.5G (Bildquelle: Vodafone)

Ende 2017 spielen Übertragungsraten im Gigabit-Bereich in Deutschland noch eine untergeordnete Rolle. Erst im Jahr 2018 dürfte sich das mobile Gigabit-Netz hierzulande durchsetzen, dann sollte es auch passende Hardware in größerer Auswahl geben. Vodafone bietet aktuell in mehreren Städten bis zu 500 Mbit/s, bei der Deutschen Telekom sind es bis zu 300 Mbit/s. Dabei hat der Bonner Netzbetreiber auf der IFA 2017 mobile Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s angekündigt. Telefónica Deutschland bietet in ersten Städten bis zu 225 Mbit/s. Ende August 2017 hatte o2-Chef Markus Haas angekündigt, dass man am aktuellen LTE-Wettrüsten nicht teilnehmen möchte. Niemand braucht aktuell Übertragungsraten jenseits von 225 Mbit/s.

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Haas liegt mit seiner Aussage nicht so falsch. Eine Studie von Deloitte vom Oktober 2017 zeigt, dass die Deutschen wenig Interesse an 5G und Anwendungen wie VR haben. Die deutschen Verbraucher sind dazu nicht bereit, für höhere Übertragungsraten mehr zu zahlen. Trotz geringem Interesse am 4G-Nachfolger brauchen wir in Zukunft schnelle Mobilfunknetze und die Netzbetreiber arbeiten bereits an der Umsetzung.

Der Markstart von 5G in Deutschland

Der Markstart der Mobilfunktechnologie der fünften Generation soll in ersten Ländern im Jahr 2020 erfolgen. Deutschland will zu den ersten Ländern mit dem 4G-Nachfolger gehören. Konkrete Ziele hat das Bundesverkehrsministerium im Strategiepapier „5 Schritte zu 5G“ für 2025 formuliert. Bis zum genannten Zeitpunkt sollen alle Hauptverkehrswege und mindestens 20 der größten Städte mit dem 4G-Nachfolger versorgt sein. Um den Netzbetreibern Planungssicherheit zu geben, werden bereits im Jahr 2018 die Frequenzen für die Mobilfunktechnologie versteigert. Bundesminister Alexander Dobrindt hatte im August 2017 angekündigt, dass er bei der Auktion hohe Einnahmen im zweistelligen Bereich erwartet, da es sich um „sehr werthaltige Frequenzen“ handelt.

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Die Netzbetreiber stehen dieser Einschätzung kritisch gegenüber. Telekom-Chef Timotheus Höttges hatte bereits auf dem MWC Congress 2017 vor einer teuren 5G-Auktion gewarnt. Der Ausbau der kommenden Mobilfunkgeneration wird bereits sehr kostspielig, der Staat solle somit nicht die Frequenzen so teuer wie möglich verkaufen. Höttges nannte für den 5G-Ausbau Kosten von 300 bis 500  Mrd. Euro, hier sprach der Telekom-Chef jedoch von einem flächendeckenden Netz des 4G-Nachfolgers in ganz Europa. Die Befürchtung, dass eine teure Frequenzauktion den 5G-Ausbau bremst, da den Netzbetreibern wichtige Investitionsmittel fehlen, ist nicht von der Hand zu weisen. Man kann nur hoffen, dass wir in Deutschland nicht eine ähnliche Situation wie beim UMTS-Ausbau erleben.

Anwendungsfelder von 5G

Die Deutschen stehen der kommenden Technologie und den höheren Übertragungsraten kritisch entgegen. Die Studie von Deloitte vom Oktober 2017 belegt dies eindeutig. In Südkorea und den USA zeigen die Menschen ein deutlich größeres Interesse am 4G-Nachfolger. Viele Verbraucher in Deutschland argumentieren, dass niemand Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich braucht und die Netzbetreiber zuerst das LTE-Netz flächendeckend ausbauen sollen. Dabei sollte man den 4G-Nachfolger nicht einfach als schnellere mobile Technologie für Smartphones und Tablets betrachten. Man kann etwas überspitzt sagen: 5G ist mehr als nur reiner Mobilfunk. Die Mobilfunktechnologie der fünften Generation wird alle Lebensbereiche erfassen. Experten sprechen davon, dass der 4G-Nachfolger eine Revolution für unseren Alltag bedeuten kann.

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Prototyp eines selbstfahrenden Autos (Bildquelle: 4G.de)

Die Zukunft mit 5G könnte für den privaten Anwender wie folgt aussehen. Drohnen liefern Pakete und Essenbestellungen aus, im eigenen Haushalt (Smart Home) ist alles miteinander vernetzt, Computerspiele mit Augmented Reality und autonomes Fahren sind zur Realität geworden.  Besonders Industrie und Wirtschaft profitieren vom 4G-Nachfolger. Über die Technologie mit geringer Latenzzeit (unter 1 ms) ist zum Beispiel die drahtlose Vernetzung von Industrie- und Produktionsanlagen möglich. Roboter in der Produktion werden in den kommenden Jahren immer mehr zu einem Thema. In der Medizin sind Fern OPs möglich. In vernetzten Städten wird der Verkehrsfluss intelligent geregelt und somit Staus vermieden. Viele dieser Anwendungen sind noch Zukunftsmusik und auch idealisierte Vorstellungen. Selbst die Netzbetreiber haben heute kein völlig klares Bild möglicher Anwendungen. Dazu kommt, dass sich nicht alles bereit zu Beginn umsetzen lässt.

4G wird weiterhin eine Rolle spielen

Es wurde bereits mehrfach erwähnt. Die ersten kommerziellen 5G-Netze starten im Jahr 2020. Bis sich die Mobilfunktechnologie auf dem Massenmarkt durchsetzt, wird noch einige Zeit vergehen. Das Bundesverkehrsministerium hat bewusst in seinem Strategiepapier erst für das Jahr 2025 Ziele gesetzt. Bis sich die Mobilfunktechnologie der fünften Generation in Deutschland wirklich etabliert hat, wird 4G und vor allem LTE Advanced mit hohen Übertragungsraten noch einige Jahre eine zentrale Rolle spielen. Beim Marktstart von LTE im Jahr 2010 verhielt es sich genauso mit der Vorgängertechnologie 3G. Tarife mit HSDPA und HSPA werden bis heute vor allem von den Mobilfunkdiscountern vermarktet. Dazu ist noch völlig unklar, wie 5G-Tarife in Zukunft aussehen werden.

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