Was kostet der 5G-Ausbau in Deutschland?

Der 5G-Ausbau wird teuer. Die Kosten für die Frequenzen des 4G-Nachfolgers dürfen deshalb nicht zu hoch ausfallen. Diese Forderung konnte man in den letzten Wochen immer wieder von den Netzbetreibern hören. Was kostet die kommende Mobilfunktechnologie die Anbieter? Das Infoportal 4G.de gibt eine Einschätzung.

Der 5G-Ausbau in Deutschland wird teuer. Damit den Anbietern nicht wichtige Investitionsmittel entzogen werden, darf die Frequenzauktion in diesem Jahr nicht zu teuer ausfallen. Diese Forderung kam in den letzten Wochen immer wieder von den Netzbetreibern. Zuletzt warnte Telefónica Deutschland CEO Markus Haas vor einer teuren Auktion.

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Der 4G-Nachfolger steht kurz bevor (© iaremenko – stock.adobe.com)

Was könnte der Ausbau des 4G-Nachfolgers kosten? Telekom-Chef Höttges hatte auf dem MWC 2017 eine Einschätzung für ein flächendeckendes 5G-Netz in Europa abgegeben. Europaweit sollen sich die Kosten auf 300 bis 500 Mrd. Euro belaufen. Und das kostet der Ausbau der Mobilfunktechnologie in Deutschland? Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Die Kosten für die 5G-Frequenzen

In diesem Jahr steht die Versteigerung der 5G-Frequenzen an. Die Netzbetreiber blicken mit Sorgen auf die Auktion und befürchten hohe Kosten. Diese Sorgen sind durchaus berechtigt. Im letzten Jahr kündigte der ehemalige Verkehrsminister Dobrindt an, er erwarte aus der 5G-Versteigerung Einnahmen im zweistelligen Mrd.-Bereich, da es sich bei der Auktion um sehr werthaltige Frequenzen handelt. Der deutsche Staat erhofft sich also Einnahmen von 10 Mrd. aufwärts. Die Einschätzung passt zum Finanzierungsbedarf für das geplante Gigabit-Netz bis zum Jahr 2025, hierfür hat die Große Koalition 10 bis 12 Mrd. Euro veranschlagt.

Wie sieht es eigentlich mit den Kosten für die 5G-Frequenzen in anderen europäischen Ländern aus? In England wurde die Auktion in diesem Monat beendet und der Staat erzielt Einnahmen von umgerechnet 1,6 Mrd. Euro. In anderen Ländern gibt es Prognosen zu den Erlösen. In Italien rechnet man mit Einnahmen von 2,5 Mrd. Euro aus der Auktion, in Österreich hat der Staat 600 Millionen Euro eingeplant. Sicherlich ist ein Vergleich mit anderen Ländern nicht immer sinnvoll. Doch die großen Unterschiede bei den (geplanten) Erlösen aus den 5G-Auktionen zwischen Deutschland und anderen Ländern sind nicht von der Hand zu weisen.

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Am darf auf die diesjährige Frequenzversteigerung gespannt sein. Die Netzbetreiber in Deutschland haben bereits angekündigt, man sei nicht mehr bereit, horrende Summe für Frequenzen zu zahlen.

Die Auflagen für die Netzbetreiber

Wie teuer der Ausbau des 4G-Nachfolgers für  Deutsche Telekom, Vodafone und o2 wird, hängt auch von den Auflagen ab. So könnte die Bundesnetzagentur die Netzbetreiber zur Versorgung  aller Hauptverkehrswege mit 5G verpflichten. Ein engmaschiges Mobilfunknetz soll autonomes Fahren ermöglichen. Telefónica Deutschland-Chef Markus Haas warnt vor einer solchen Versorgungsverpflichtung: „Aber bevor wir eine extrem engmaschige Versorgung von Straßen erhalten, muss geklärt werden, wer das finanziert und später für die Nutzung zahlen wird: Es gibt bisher kein Geschäftsmodell, wie die hohen Milliardeninvestitionen für dieses sehr spezielle Anwendungsgebiet eines per 5G unterstützten autonomen Fahrens bezahlt werden.“ (Quelle: RP Online)

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Autonomes Fahren ist eine wichtige 5G-Anwendung (Bildquelle: 4G.de)

Ähnlich argumentierte in diesem Monat Freenet-Chef Christoph Vilanek. Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Capital sagte er: „Ich sehe in den nächsten fünf Jahren keine Anwendung von 5G für den Endverbraucher.“ (Quelle: Capital) Für Vilanek ist der 4G-Nachfolger nur für Industrieanwendungen relevant und vor allem eine teure Mobilfunktechnologie. Es ist nicht klar, wie die Netzbetreiber die hohen Kosten refinanzieren werden. Wie löst man nun dieses Problem. Vittorio Colao, Vodafone-Chef in Italien, hatte hierzu bereits vor drei Jahren eine Lösung parat. Auf dem MWC 2015 sagte er: „Die Preise [im Mobilfunk] sollten steigen, wenn wir Investitionen in 5G haben wollen.“ (Quelle: Golem.de)

Kommt es zu steigenden Mobilfunkpreisen in Deutschland?

Diese Gefahr von steigenden Preisen besteht durchaus. Sollten den deutschen Netzbetreibern durch eine überteuerte Auktion wichtige Investitionsmittel entzogen werden. Und sollte der 5G-Ausbau so teuer wie befürchtet werden, könnten steigende Mobilfunkpreise die Folge sein. Kommt man auf die Worte von Freenet-Chef Vilanek zurück, zahlen die Endverbraucher dann für ein Netz, was vor allem für Industrieanwendungen relevant ist.

Trotz aller Zweifel und Kritik am 4G-Nachfolger. 5G ist zentral und unverzichtbar für die Digitalisierung in Deutschland. Eine Studie von Roland Berger zeigt: Der Mobilfunkstandard bedeutet einen Innovationsschub für die deutsche Industrie. Bis zum Marktstart im Jahr 2020 gibt es jedoch noch einige Hürden zu überwinden. Die Politik muss für die richtigen Rahmenbedingungen sorgen. Die Studie fordert eine schnelle Vergabe der 5G-Frequenzen, Testfelder und rechtliche Grundlagen für ein National Roaming. Die Netzbetreiber sollen ihre Netze in Zukunft verknüpfen, um Versorgungslücken zu vermeiden und Kosten zu sparen.

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Es wird maßgeblich von den Entscheidungen der Politik abhängen, ob Deutschland wie gewünscht zu einem Leitmarkt für 5G-Anwendungen wird. Eine kluge Politik entzieht den Netzbetreibern auch nicht unnötig wichtige Investitionsmittel für den Ausbau des 4G-Nachfolgers.

(Bildquelle Beitragsbild: © iaremenko – stock.adobe.com)

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