Was ist eigentlich LTE Cat 3, 4, 6, 9, 12 und 16?

Es gibt von LTE in Deutschland verschiedene Ausbaustufen. Die Mobilfunktechnologie der vierten Generation wird in Kategorien eingeteilt. Diese Kategorien bezeichnen verschiedene Übertragungsraten bei 4G. Doch was bedeutet eigentlich Cat 3, 4, 6, 9, 12 und 16? Wo surfe ich dazu wie schnell? Das Infoportal 4G.de erklärt die Unterschiede.

Haben Sie schon einmal etwas von LTE Cat-6 gehört? Oder der Kategorie 16 beim aktuellen Samsung Galaxy S8? Die Kategorien bei 4G bezeichnen unterschiedliche Übertragungsraten der Mobilfunktechnologie. Doch was steckt eigentlich hinter Cat 3, 4, 6, 9, 12 und 16? Welche Smartphones unterstützen diese Kategorien und wo sind die Mobilfunkstandards in Deutschland ausgebaut? Das Infoportal 4G.de erläuterte die Unterschiede.

LTE-Sendemast
Es gibt verschiedene Kategorien von LTE (Bildquelle: istockphoto.com, NexTser)

Als erste Unterscheidung kann man sagen. LTE bietet nach Definition Übertragungsraten von bis zu 150 Mbit/s, ab einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Mbit/s spricht man bereits von LTE Advanced. Aktuell sind in Deutschland mobile Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s möglich. Dazu gibt es zahlreiche Smartphones auf dem Markt, welche diese Übertragungsraten unterstützen.

Wie schnell sind LTE Cat-3 und Cat-4?

Ende 2010 startete Vodafone als erster deutscher Netzbetreiber mit kommerziellen 4G-Tarifen. Die Deutsche Telekom und o2 folgten nur wenige Monate später im Jahr 2011. LTE der Kategorie 3 ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s. Doch in der Anfangszeit boten die Tarife der Netzbetreiber nur Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s. Erst im Jahr 2012 gab es 4G-Tarife mit bis zu 100 Mbit/s und passende Smartphones wie das HTC Velocity 4G, iPhone 5 oder Samsung Galaxy S5. Im Jahr 2013 starteten Vodafone (August) und Telekom (September) in ersten Städten mit LTE Cat-4 und bis 150 Mbit/s. Der Großteil der Smartphones unterstützt erst im Jahr 2014 die Kategorie 4. Hier waren die Netzbetreiber beim 4G-Ausbau den Hardware-Herstellern voraus.

Wenn man über 4G und Übertragungsraten spricht, muss man auch über Frequenzen sprechen. Auf dem Land bauen Deutsche Telekom, Vodafone und o2 mit 800-MHz aus. Die Frequenzen der Digitalen Dividende I bieten viele Vorteile. Mit einer Basisstation lässt sich ein Umkreis von 10 Kilometer mit Mobilfunk versorgen. Ländliche Regionen lassen sich so kostengünstig ausbauen. Dazu kann man mit den Frequenzen der Digitalen Dividende besonders gut Gebäude durchdringen. LTE mit 800-MHz ist ein idealer DSL-Ersatz für das Land. Doch bei allen den Vorteilen gibt es auch einen Wermutstropfen. 4G wird in den ländlichen Regionen nur mit Kategorie 3 ausgebaut, denn das Frequenzspektrum mit 800-MHz ermöglicht nur Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s.

In den Städten setzen die Netzbetreiber wiederum auf 1800- und 2600-MHz, was die Kategorie 3 mit bis zu 100 Mbit/s und die Kategorie 4 mit bis zu 150 Mbit/s ermöglicht. Dazu kann man Frequenzen bündeln und so noch höhere mobile Geschwindigkeiten ermöglichen. Carrier Aggregation (CA), wie man die Frequenzbündelung nennt, ist eine Voraussetzung, um hohe mobile Übertragungsraten mit LTE Advanced zu ermöglichen. CA setzen die deutschen Netzbetreiber nur in den Städten ein.

LTE Advanced mit Cat 6, 9,12 und 16

Bei einer Übertragungsrate von bis zu 300 Mbit/s spricht man von LTE Advanced. Der 4G-Mobilfunkstandard ermöglicht bis zu 1 Gbit/s, danach kommt bereits 5G. Die Telekom startete im November 2014 als erster deutscher Netzbetreiber mit bis zu 300 Mbit/s und so Kategorie 6. Es dauerte nicht lange, bis 2015 die ersten Smartphones mit LTE Advanced auf dem Markt kamen. Dazu gehörte zum Beispiel das Samsung Galaxy S6. Vodafone startete übrigens nie offiziell mit Kategorie 6. Im April 2015 wurde bekannt, dass der Düsseldorfer Netzbetreiber bereits erste Großstädte mit der schnellen Mobilfunktechnologie (bis zu 225 Mbit/s) ausgebaut hatte. Da es sich jedoch erst um wenige Städte handelte, wurde der Start mit LTE-A nie öffentlich kommuniziert.

Vodafone 4.5G iPhone
Vodafone präsentiert (September 2016) 344 Mbit/s auf dem iPhone 7 (Bildquelle: Vodafone)

Anders sah es in September 2016 aus, als Vodafone 22 Städten mit bis zu 375 Mbit/s (LTE Cat-9) ausbaute. Der Netzbetreiber bot seinen Kunden damit die schnellsten mobilen Übertragungsraten. Die aktuellen Smartphones auf dem Markt waren zu diesem Zeitpunkt bereits schneller als die LTE-Netze. Top-Smartphones wie das Samsung Galaxy S7 und iPhone 7 unterstützten 2016 bis zu 450 Mbit/s (dies gilt noch als Kategorie 9). Im Oktober 2016 startete Telefónica Deutschland als letzter deutscher Netzbetreiber mit LTE Advanced und bis zu 225 Mbit/s (Kategorie 6 nach Definition). Vodafone machte im Mai 2017 sein Netz noch schneller und ermöglichte bis zu 500 Mbit/s (LTE Cat-12). Die Telekom hatte seit Oktober 2014 die Übertragungsraten im Mobilfunk nicht weiter gesteigert. Eine lange Zeit war Vodafone der Netzbetreiber mit dem schnellsten LTE-Netz in Deutschland. Im September verkündigte dann die Telekom auf der IFA 2017 bis zu 500 Mbit/s im Mobilfunknetz.

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Auf dem Land surfen Mobilfunkkunden aufgrund von 800-MHz mit bis zu 50 Mbit/s, während in den Großstädten im Jahr 2017 bis zu 500 Mbit/s möglich sind. Hier zeigt sich mittlerweile eine digitale Kluft zwischen Stadt und Land, die in Zukunft noch zunehmen dürfte. Telekom und Vodafone planen bereits mit einem Gigabit-Netz für die Großstädte.

Smartphones schneller als 4G-Netz: Samsung Galaxy S8 und LTE Cat-16

In der Anfangszeit von 4G sah es noch wie folgt aus: Die Netzbetreiber bauten die schnellen Mobilfunknetze aus und ein Jahr später brachten die Hardware-Hersteller entsprechende Smartphones auf dem Markt. Dies hat sich in den letzten Jahren klar verändert. Das Samsung Galaxy S8 unterstützt bis zu 1 Gbit/s (LTE Cat-16). Eine Übertragungsrate im Gigabit-Bereich dürfte es in Deutschland frühsten im Jahr 2018 geben. Aber selbst gute Mittelklasse-Smartphones wie das Huawei P10 mit bis zu 600 Mbit/s schaffen Surfgeschwindigkeiten, welche in den deutschen LTE-Netzen noch nicht möglich sind. Dieser Trend wird sich in Zukunft fortsetzen. Die Hardware-Hersteller haben dabei vor allem die schnellen Mobilfunknetze in Asien und den Vereinigten Staaten im Blick. Hier erwarten die Kunden in Kürze Übertragungsraten im Gigabit-Bereich.

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Showing 2 comments
  • Gerd Wilkens
    Antworten

    Habe auch nur G2 verfügbar. Dauer Der Ausbau auf dem Lande ist ein Armutszeugnis der Bundesregierung. Haben in 2000 100 Milliarden Mark für UMTS-Frequenzen eingesackt und erlauben deshalb einen digitalen Flickenteppich.

  • Brigitte Tubbs
    Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Wenn ich in 48493 Wettringen bin, bekomme ich nur G2. Können sie das G4 Netz dort verbessern?
    Ich könnte es gut gebrauchen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Brigitte Tubbs

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