Warum wird das 2G-Netz nicht abgeschaltet?

Warum haben die Netzbetreiber 3G und nicht 2G abgeschaltet? Diese Frage kann man diese Tage immer wieder hören. GSM erfüllt zentrale Aufgaben in Deutschland und soll noch Jahre bestehen bleiben. Die 30 Jahre alte Mobilfunktechnologie ist hierzulande fast flächendeckend vorhanden und stellte eine Grundversorgung dar.

Vor etwa zwei Wochen haben Deutsche Telekom und Vodafone das 3G-Netz abgeschaltet. Doch warum haben die Netzbetreiber eigentlich 3G und nicht das noch ältere 2G-Netz abgeschaltet? Diese Frage hört man diese Tage immer wieder. Es gibt mehrere Gründe, weshalb Telekom und Vodafone GSM, GPRS und EDGE nicht abgeschaltet haben. 2G bietet in Deutschland praktische eine Flächenabdeckung von 100 Prozent und stellt so eine Grundversorgung dar. Ist kein 4G oder 5G an einem Standort vorhanden, ist mit der 30 Jahre alten Mobilfunktechnologie zumindest eine grundlegende Kommunikation möglich. Nutzer können über 2G telefonieren und SMS versenden. Dazu lassen sich wenn auch sehr langsam einzelne Webseiten aufrufen.

Wo kein 4G oder 5G vorhanden ist, surfen Nutzer über 2G (Bildquelle: ©Галина Сандалова – stock.adobe.com)

Und es gibt einen weiteren wichtigen Grund für die Mobilfunktechnologie. Der eCall, der als automatischer Notruf seit drei Jahren verpflichtend in Autos verbaut wird, funktioniert nur über 2G oder 3G. Viele M2M-Anwendungen benötigen wenig Bandbreite und laufen ebenso über den veralteten Mobilfunkstandard. Aus diesen Gründen haben sich die deutschen Netzbetreiber entschieden, 3G (mit geringer Abdeckung) satt 2G abzuschalten. Das GSM-Netz wird auch in den kommenden Jahren bestehen bleiben, wie Telekom, Vodafone und o2 gegenüber Golem.de mitgeteilt haben.

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Vodafone erwies zusätzlich darauf hin, dass der Netzbetreiber das 30 Jahre alte GSM-Netz in den Jahren 2014 bis 2016 umfassend modernisiert hat. Unsere Nachbarn gehen einen anderen Weg.

Swisscom hat 2G abgeschaltet

Es auch anders geht, wie Swisscom gezeigt hat. Der Schweizer Netzbetreiber hat im April 2021 die 30 Jahre alte Mobilfunktechnologie abgeschaltet. Auf einer Infoseite schreibt Swisscom, das die Mobilfunktechnologie einfach veraltet ist und den steigenden Datenbedarf nicht mehr stemmen kann. Dazu sei die Sprachqualität moderner Technologien besser. Die 2G-Abschaltung in der Schweiz war vor allem möglich, da die Netzbetreiber fünf Jahre davor darüber informiert haben und Firmen so genügend Zeit zur Umrüstung der Technik gaben.

In Deutschland wollten sich Telekom, Vodafone und o2 lange Zeit nicht auf einen festen Termin für die 3G-Abschaltung festlegen. Es gab immer inoffizielle Termine zur Abschaltung der Mobilfunktechnologie der dritten Generation. Erst Mitte 2020 nannten die Netzbetreiber einen verbindlichen Termin zur 3G-Abschaltung. Vodafone nannte im Mai 2020 als erster Anbieter einen festen Termin.

(Bildquelle Beitragsbild: ©fotogestoeber– stock.adobe.com)

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