Vom OnePlus One zum OnePlus 5 – Der Flaggschiff-Killer

Das OnePlus One war im Jahr 2014 eine große Überraschung. Ein chinesisches Start-Up präsentierte ein gutes Smartphone für 269 Euro, welches der Konkurrenz das Fürchten lehren sollte. Das Unternehmen sprach von einem Flaggschiff-Killer. Schnell entwickelte sich ein Hype um das Handy, doch auch die Nachfolgemodelle konnten überzeugen.

Erinnern Sie sich noch an das OnePlus One? Das Smartphone sorgte im Jahr 2014 für einigen Wirbel. Ein chinesisches Start-Up brachte für gerade einmal 269 Euro ein tolles Smartphone auf den Markt. Der Flaggschiff-Killer, wie man es selbst nannte, konnte es mit den Top-Geräten von Samsung, Sony und HTC aufnehmen. Recht schnell entstand ein Hype um das Smartphone. Das große Interesse wurde noch dadurch verstärkt, dass man das OnePlus One nur über eine Einladung (Invite) bekommen konnte. So war es durchaus nicht einfach, an das begehrte und günstige Gerät zu kommen.

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Der erste Flaggschiff-Killer aus dem Jahr 2014 (Bildquelle: OnePlus)

Der erste Flaggschiff-Killer sollte nicht das einzige erfolgreiche Smartphones des chinesischen Unternehmens werden. Auch in den Folgejahren konnte das Unternehmen mit seinen Handys überzeugen. Das Infoportal 4G.de wirft einen Blick auf die OnePlus-Geräte vom ersten Flaggschiff-Killer bis zum aktuellen Modell.

OnePlus One: Der Flaggschiff-Killer

Das OnePlus One wurde im April 2014 vorgestellt und war eine große Überraschung. Das chinesische Startup-Unternehmen brachte ein extrem günstiges Smartphone auf dem Markt, welches durchaus mit aktuellen Top-Handys mithalten konnte. Es gab zwei Variante für 269 Euro (16 GB) und 299 Euro (64 GB). OnePlus vermarktete das Smartphone als Flaggschiff-Killer, man wollte der Konkurrenz von Samsung, Sony und HTC das Fürchten lehren. Erste Geräte waren direkt nach der Präsentation in einer stark begrenzten Stückzahl erhältlich. Der richtige Verkauf des Smartphones startete Ende Juni 2014. Es gab eine Besonderheit: Das OnePlus One war nur über eine Einladung zu erhalten. Einen Invite erhielt man, wenn man an einer Aktion des Unternehmens teilnahm.

Hier gab es zum Beispiel Gewinnspiele oder auch ganz ausgefallene Events. Besonders berüchtigt war der OnePlus Phone Smash. Interessenten sollten ihr altes Smartphone zerschlagen und dies auf Video aufnehmen. Unter allen Teilnehmern wurden 100 Handys des chinesischen Herstellers für 1 Euro verlost. Ebenso konnte man einen Invite über Freunde erhalten, die bereits ein OnePlus One erworben hatten. Diese ganzen Aktionen und Gewinnspiele in den Sozialen Medien sorgten für einen regelrechten Hype um das OnePlus One. Dabei hatte das Smartphone eine große Schwäche, es unterstützt nicht 800-MHz. Diese LTE-Frequenz (Digitale Dividende I) ist jedoch zentral für Deutschland. Die Netzbetreiber haben Stand und Land mit 800-MHz ausgebaut.

OnePlus Two: Der Hersteller hält man Invite-System fest

Der chinesische Hersteller hatte beim ersten Modell die zentrale Bedeutung von 800-MHz für den europäischen Markt falsch eingeschätzt. Beim OnePlus 2 besserte man nach, das Smartphone unterstützte die wichtige 4G-Frequenz. Den zweiten Flaggschiff-Killer präsentierte man Ende Juli 2015. Auch dieses Mal brachte das chinesische Unternehmen zwei Varianten auf den Markt. Im Vergleich zum ersten Modell war das neuste Smartphone mit 339 Euro (16 GB) und 399 Euro (64 GB) bereits teurer. Die Kunden bekamen weiter ein gutes Smartphone mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. Der offizielle Verkaufsstart war der 11. August. Das OnePlus 2 gab es wiederum nur mit Invite. Man betonte jedoch, dass es beim neusten Modell mehr Einladungen als noch beim Vorgängermodell geben würden.

Beim zweiten Smartphone zeigte sich erneut der Hang des Start-Ups zu ausgefallenen Aktionen. Noch vor dem offiziellen Verkauf gab es eine Überraschungsaktion. Das Unternehmen verkaufte ohne jede Ankündigung 30.000 Geräte über einen chinesischen Online-Shop. Die Geräte wurden innerhalb von 64 Sekunden verkauft. Ende des Jahres verkündete man, das OnePlus 2 sei ab den 17. Dezember 2015 ohne Invite erhältlich. An diesem Tag wurde das Unternehmen zwei Jahre alt. Man verwies auf die elementare Bedeutung des Einladung-Systems für das Start-Up. Nur so konnte man in der Anfangszeit Angebot und Nachfrage richtig einschätzen und die Lagerkosten niedrig halten.

Nicht unerwähnt lassen wollen wir das OnePlus X. Das Mitteklasse-Smartphone für 269 Euro wurde im Oktober 2015 präsentiert und war ebenso nur über einen Invite erhältlich. Richtig beliebt wurde das X jedoch nie bei den Kunden und man zeigte mehr Interesse an den Flaggschiff-Killern.

OnePlus 3 und 3T: Zwei Smartphone-Modelle in einem Jahr

Wie groß das Interesse am kommenden OnePlus 3 war, zeigten immer wieder Leaks. Die Presse berichtete und spekulierte mehrfach über den neuen Flaggschiff-Killer aus China. Im Mai 2016 sickerten einige technische Details zum neuen Smartphone durch. Anfang Juni 2016 hieß es dann offiziell, das dritte Modell wäre ohne Invite verfügbar. Mitte Juni präsentierte man das OnePlus 3 in einem Virtual Reality-Event. Das Smartphone konnte man im Anschluss an die Präsentation im VR-Shop „The Loop“ für 399 Euro kaufen, es gab nur eine Variante des Handys mit 64 GB. OnePlus hatte 1 Million Geräte auf Lager und war auf einen großen Ansturm vorbereitet.

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Das überarbeitete Modell 3T in Schwarz (Bildquelle: OnePlus)

Am 15. Juni einen Tag nach der Präsentation verkaufte man den Flaggschiff-Killer für kurze Zeit in diversen Pop-Up-Stores weltweit, hierzu gehörte auch Berlin. Einen solchen freien Verkauf gab es bereits beim OnePlus X im November 2015. In manchen Punkten konnte das dritte Modell die Kunden nicht überzeugen. Das chinesische Unternehmen entschied sich für die Präsentation eines überarbeiteten Modells. Am 15. November 2016 stellte man das OnePlus 3T vor. Der Snapdragon 821 war eine der größeren Neuerungen beim überarbeiteten Smartphone. Beim 3T gab es zwei Varianten für 439 Euro (64 GB) und 479 Euro (128 GB). Hier zeichnete sich bereits ein Trend zu immer höheren Preisen ab, der von einigen Kunden kritisiert wurde.

Die Handys des chinesischen Herstellers näherten sich preislich immer mehr den Modellen der Konkurrenz von Samsung, Sony, HTC und Huawei an. Es wurde häufiger die Frage gestellt, ob das Prädikat Flaggschiff-Killer noch passend sei.

OnePlus 5: Variante mit Dual-Kamer und 8 GB RAM

Der Trend zu einem immer höheren Preis setzte sich auch beim OnePlus 5 fort. Ein Modell mit der Nummer vier gibt es übrigens nicht. In China haben die Zahl 4 und das Wort Tod eine zu große Ähnlichkeit, die Nummer gilt dort als Unglückszahl. Ein OnePlus 4 lässt sich unter solchen Bedingungen nur schlecht vermarkten und verkaufen. Das chinesische Unternehmen  ging so gleich zur Nummer 5 über und präsentiere das Smartphone im Juli 2017 in zwei Varianten für 499 Euro (6 GB RAM, 64 GB) und 559 Euro (8 GB RAM, 128 GB). Nach der Vorstellung waren sich viele Pressevertreter einige, dass der Preis durchaus gerechtfertigt sei. Das neuste Handy aus China hat den schnellen Snapdragon 835, erstmals eine Dual-Kamera und überzeugt durch einen großen Arbeitsspeicher.

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Beim OnePlus 5 hielt man weiterhin am Konzept der Pop-Up-Stores weltweit fest. In New York war das Interesse am Smartphone besonders groß. Laut dem Hersteller was die vierte Modell das schnellst verkaufte Handy der Firmengeschichte. Auch in Berlin eröffnete am 20. Juni (noch vor dem offiziellen Verkaufsstart) ein Pop-Up-Store. Das Interesse an der Präsentation des OnePlus 5 war in den Medien sehr groß. Die Aufmerksamkeit im Vorfeld der Präsentation und danach zeigte: War der Flaggschiff-Killer noch zu Beginn ein echter Geheim-Tipp für Insider, hat das chinesische Unternehmen spätestens mit dem vierten Modell ein Smartphone für Jedermann präsentiert.

Fazit 4G.de

Vom Flaggschiff-Killer als Geheimtipp zu einem massentauglichen Smartphone im mittleren Preis-Segment. So könnte man die Entwicklung von OnePlus seit dem Start im Jahr 2014 beschreiben. In der Anfangszeit war das günstige Smartphone tatsächlich noch ein Gerät für Insider. Sind wir dazu ehrlich: Das Invite-System war auch mitunter etwas nervig. So musste man als Kunde an diversen Aktion und Gewinnspielen teilnehmen, um die Erlaubnis zu bekommen, ein Handy zu kaufen. Mit dem OnePlus 3 war das System mit den Einladungen Geschichte und es standen ausreichend Geräte zur Verfügung.

Zu diesem Zeitpunkt war der Flaggschiff-Killer mehr kein Geheimtipp. Doch können wir bei den Smartphones noch von günstigen Flaggschiff-Killern sprechen, welche der Konkurrenz das Fürchten lehren? Das neue OnePlus 5 nähert sich mit seinem Preis (ab 499 Euro) durchaus den Modellen der Konkurrenz von Samsung, Huawei und HTC. Das aktuelle Modell des chinesischen Unternehmens ist nicht mehr ein günstiges, aber ein gutes Smartphone mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis für Jedermann.

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