Vodafone Pass erlaubt keine Auslandsnutzung – Ein Problem?

Eine Nutzung von Vodafone Pass im Ausland ist nicht möglich, so steht es in den FAQ. Dies könnte tatsächlich zu einem Problem für das Zero Rating Angebot werden. Wir erinnern uns: Die Bundesnetzagentur hatte bei StreamOn bemängelt, dass keine Nutzung im Ausland möglich ist. Dies könnte für den Düsseldorfer Netzbetreiber zum Stolperstein werden.

Die Bundesnetzagentur prüft aktuell Vodafone Pass. Die Entscheidung zu StreamOn der Deutschen Telekom ermöglicht eine Einschätzung, was die Regulierungsbehörde beim Zero Rating Angebot aus Düsseldorf bemängeln könnte. Die Bundesnetzagentur hatte am Anfang Oktober der Telekom die Entscheidung zukommen lassen. Dort hieß es, der Netzbetreiber müsse die Nutzung von StreamOn auch in der EU zulassen. Es gelte mit dem Wegfall der Roaming Gebühren Mitte Juni 2017 das Roam-Like-Home-Prinzip. Schaut man sich nun die FAQ zum Zero Rating Angebot von Vodafone an, heißt es dort: „Der Vodafone Pass gilt nur für die Nutzung in Deutschland. Wenn Sie im Ausland die Partner-Apps nutzen, verbrauchen Sie ganz normal das Datenvolumen Ihres Tarifs.“ (Quelle: FAQ)

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Das Zero Rating Angebot kann man nur im Inland nutzen. (Bildquelle: Vodafone)

Nun muss man kein Rechtsexperte sein, um zu wissen, dass die Bundesnetzagentur diesen Passus wahrscheinlich beanstanden wird. Weshalb sollte die Behörde hier anders entscheiden als bei StreamOn? Doch eine Auslandsnutzung könnte das Aus für Vodafone Pass bedeuten. Golem.de hat vorgerechnet: Schaut sich ein Kunde einen Film (HD-Qualität) im Ausland an, kostet dies den Netzbetreiber etwa 25 Euro (7,70 Euro pro 1 GB). Nun stelle man sich vor, der Mobilfunkkunde gönnt sich mit Vodafone Pass jeden Urlaubstag einen spannenden Blockbuster. Auf den Netzbetreiber kommen unkontrollierbare Kosten zu. Besteht die Bundesnetzagentur auf das Roam-Like-Home-Prinzip, ist dies durchaus problematisch.

Zumindest werden bei Vodafone Pass die Video-Inhalte nicht komprimiert. In den FAQ heißt es hierzu: „Nein, aktuell nicht. Wir behalten uns aber vor, dass in Zukunft Video-Streaming-Inhalte auf SD-Qualität (480p) beschränkt sind.“ (Quelle: FAQ) Die Bundesnetzagentur hat bei StreamOn die Komprimierung der Videoinhalte bemängelt, beim Video Pass ist dies keine Thema und dürfte so zu keinen Problemen führen.

Soll ich die Entwicklung bei Vodafone Pass abwarten?

Viele Mobilfunknutzer fragen sich, ob es nicht besser ist, den Bescheid der Bundesnetzagentur abzuwarten. Vielleicht wird Vodafone Pass am Ende eingestellt. Nun muss man hierzu sagen, die Entscheidung der Regulierungsbehörde ist nicht endgültig. Die Deutsche Telekom spricht beim Bescheid zu StreamOn von einer „sehr engen Interpretation des EU-Rechts“. Die Telekom hat nun eine Fristverlängerung bis zum 10. November 2017 erhalten, um die Magenta Mobil Tarife anzupassen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Bonner Netzbetreiber rechtlich gegen die Entscheidung der Behörde vorgeht. Zu Vodafone Pass wiederum liegt noch nicht einmal ein Bescheid der Bundesnetzagentur vor.

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Bis es wirklich rechtliche Klarheit zur Zukunft der Zero Rating Angebote der Netzbetreiber gibt, kann noch einige Zeit vergehen. Wer diese Entwicklung abwarten will, wartet vielleicht länger als gewünscht. Wer Interesse an dem neuen Angebot von Vodafone hat, sollte also einen Neuvertrag abschließen oder sein Vertrag verlängern. Der Unterschied zur alten monatlichen Grundgebühr ist sowieso gering, mit Vodafone Pass zahlt man 3 Euro mehr pro Monat.

Update:

Ein Leser hat uns auf folgende interessante Passage in den Hinweisen und Fußnoten von Vodafone hingewiesen:

„Der Vodafone Pass gilt nur im Inland. Im Ausland wird die Nutzung der im Pass inkludierten Apps auf das inkludierte Tarif-Datenvolumen angerechnet. Wir behalten uns vor den Vodafone Pass zukünftig auch im EU-Ausland anzubieten. Für diesen Fall gilt die Fair Usage Policy mit einer maximal möglichen Nutzung des Vodafone Pass im EU-Ausland von insgesamt 30 GB Datenvolumen monatlich. Nach Verbrauch der 30 GB wird die Vodafone Pass Nutzung auf das inkludierte Datenvolumen angerechnet.“

Der Netzbetreiber schließt eine Nutzung von Vodafone Pass innerhalb der EU für die Zukunft nicht grundsätzlich aus, würde dies jedoch an eine Fair Usage Policy koppeln.

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