Vodafone-Chef: 5G-Ausbau dauert acht bis zwölf Jahre

Vodafone-Chef Ametsreiter sprach mit der Welt am Sonntag. Im Gespräch ging es um Funklöcher auf dem Land, den 5G-Ausbau und Huawei. Die Weißen Flecken können nur in einer Allianz aller drei Netzbetreiber geschlossen werden. Weiterhin warnt er vor zu hohen Erwartungen an 5G, hier würde sich der Ausbau hinziehen.

Hannes Ametsreiter sprach mit der Welt am Sonntag. Der Vodafone-Chef nahm Stellung zu den Funklöchern in Deutschland, dem 5G-Ausbau und einem möglichen Ausschluss des chinesischen Netzwerkherstellers Huawei. Um die Weißen Flecken in Deutschland zu schließen, müssen die Netzbetreiber zusammenarbeiten. Ametsreiter fordert eine Allianz von Deutscher Telekom, Vodafone und o2: „Wir drei Netzbetreiber, die wir wirklich in Deutschlands Infrastruktur investieren wollen, teilen uns die Flecken auf. Jeder baut dann ein Drittel davon aus.“ (Quelle: Die Welt) An die Sendemasten können alle drei Netzbetreiber ihre Antennen anbringen.

Vodafone Ametsreiter
Ametsreiter sprach über Funklöcher und 5G (Bildquelle: Vodafone)

Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur sei eine weitaus bessere Lösung als lokales Roaming. Die Politik hatte sich in den letzten Monaten immer wieder für lokales Roaming stark gemacht, hierfür will man sogar das TKG ändern. Um Weiße Flecken zu schließen, könnten auch Förderungen durch öffentliche Mittel helfen. Dazu bremste der Vodafone-Chef die Erwartungen an 5G. Mit dem 4G-Nachfolger würden keine Funklöcher auf dem Land geschlossen, dazu reiche LTE vollkommen aus. In ländlichen Regionen brauchen Nutzer zu Beginn kein 5G. Es würde dazu acht bis zwölf Jahre dauern, damit das neue Mobilfunknetz eine gute Abdeckung in der Fläche erreicht.

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Ametsreiter warnt zugleich vor einem Ausschluss von Huawei beim 5G-Ausbau. Ein solcher Schritt würde den Ausbau des 4G-Nachfolgers in Deutschland um zwei bis drei Jahre zurückwerfen. Sinnvoller sei es, auf strengere Kontrollen und harte Strafen zu setzen. Muss ein Netzwerkausrüster bei Verstößen mit sehr strengen Sanktionen rechnen, dürfte die Bereitschaft zur Spionage stark abnehmen. Dabei gibt der Vodafone-Chef zu bedenken, dass es keine Beweise gegen Huawei gibt.

Falsche Erwartungen an 5G

Ametsreiter hatte es angesprochen, dass man mit 5G keine Funklöcher auf dem Land schließen werde. Eine Umfrage der Bitkom hatte zuletzt gezeigt, dass die Deutschen ganz falsche Erwartungen an den 4G-Nachfolger haben. 76 Prozent der Deutschen versprechen sich von der Mobilfunktechnologie ein besseres Netz ohne Funklöcher. Grundsätzlich steht einer Schließung der Weißen Flecken in Deutschland nichts im Weg, jedoch erfolgt eine Schließung durch LTE. 5G ist wegen der Geschwindigkeit und Latenz vor allem für die Industrie interessant und wird zu Beginn in den Großstädten ausgebaut.

(Bildquelle Beitragsbild: Vodafone)

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