Verbraucherzentrale: Hohe Mobilfunkpreise auch bei 5G

 In 5G

Mit der Einführung von 5G könnten die Mobilfunkpreise in Deutschland weiterhin hoch bleiben. Nach der Einschätzung der Verbraucherzentrale Bundeverband (vzbv) berücksichtigt die Auktion Anfang 2019 nicht die Interessen der Kunden. Während die Preise auf  hohem Niveau bleiben, lässt die Netzqualität weiter zu wünschen übrig.

Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), erwartet keine positiven Impulse durch 5G für die Verbraucher. Die Auktion Anfang 2019 würde an den Interessen der Mobilfunkkunden vorbeigehen, sagte Müller der Süddeutschen Zeitung in einem Interview: „Verbrauchern drohen weiterhin mangelhafte Qualität und hohe Preise. Wir rangieren bei der Qualität im unteren und beim Preis im oberen Drittel.“ (Quelle: Süddeutsche)

Klaus Müller
Klaus Müller erwartet keine Besserung durch 5G. (Bildquelle: vzbv - Gert Baumbach)

Mit dem 5G-Auflagen würde es weiterhin Funklöcher in Deutschland geben. Die Netzbetreiber sollen bis Ende 2022 insgesamt 98 Prozent der Bevölkerung mit bis zu 100 Mbit/s versorgen. Laut Müller entspricht dies einer Flächenversorgung von etwa 70 Prozent. Die Netzbetreiber würden so vor allem die lukrativen Städte und Ballungszentren ausbauen. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert die Bundesregierung dazu auf, eine Abdeckung in der Fläche mit Mobilfunk durchzusetzen.

5G-Frequenzen für eine Flächenabdeckung nicht geeignet

Bei allen Diskussionen um die Auflagen des 4G-Nachfolgers wird immer wieder übersehen, dass die 5G-Frequenzen für eine Abdeckung in der Fläche nicht geeignet sind. Letzte Woche hatte Telefónica-Chef Markus Haas für einen sinnvollen Mix und einen Ausbau mit Augenmaß ausgesprochen. Eine Abdeckung in der Fläche soll mit LTE erfolgen, während 5G vor allem für die Industrie relevant sei und nach Bedarf ausgebaut werden müsse.

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Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung machen sich auch Industrieverbände und weitere Netzbetreiber für einen sinnvollen Mix aus LTE und 5G stark. Der 4G-Nachfolger sollen zum Beispiel autonomes Fahren oder bestimmte Industrieanwendungen ermöglichen. Hier reiche es aus, die Mobilfunktechnologie gezielt auszubauen. Ein durchdachter Mix aus 5G und LTE könne  die Versorgung mit Mobilfunk in Deutschland maßgeblich verbessern.

Eine weitere Forderung kommt von der Gewerkschaft Verdi. Der Staat solle auf die Versteigerung der 5G-Frequenzen verzichten. Statt einer teuren Auktion könne man die Netzbetreiber verpflichten, in einem flächendeckenden Ausbau zu investieren. Teure Frequenzauktionen sind einer der Gründe für die hohen Mobilfunkpreise nicht Deutschland.

(Bildquelle Beitragsbild: © Sikov – stock.adobe.com)

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