UMTS Netz – Was bietet es?

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Der Weg zum UMTS-Netz

Die verschiedenen Möglichkeiten zur mobilen Datenübertragung in den Mobilfunknetzen unterscheiden sich durch ihre Technologie und den jeweiligen Leistungsumfang. Die ersten Netze (der Fachmann spricht hier auch gerne von der ersten Generation bzw. G1) waren die analogen A-, B- und C-Netze. Zu Beginn der 90er Jahre folgte mit dem GSM-Netz die nächste Generation, die sich durch eine vollständig digitale Übertragung auszeichnete. Das neue Jahrtausend begann dann mit der Generation „G3“, die man „Universal Mobile Telecommunications System“ (= UMTS) taufte. Hauptmerkmal ist hier eine deutlich erhöhte Übertragungsgeschwindigkeit (gemessen pro Sekunde), wodurch schnelle Onlineverbindungen, aber auch Entertainment-Funktionen oder Positionsbestimmungen in Echtzeit möglich sind.

UMTS in Zahlen

Die vielfache Steigerung des Übertragungstempos wird deutlich, wenn man sich die Durchsatzraten etwas genauer betrachtet. Schaffte die einfache Version des GSM-Netzes gerade mal 55 Kbit pro Sekunde, so bringt es das UMTS-Netz auf bis zu 384 Kbit/s. Das bedeutet also etwa siebenmal mehr Daten innerhalb der gleichen Zeit. Noch deutlicher wird der Unterschied bei einem Blick auf die speziellen Modi der beiden Netze. Im EDGE-Modus (eine Art „Turbo“ für das GSM-Netz) lag die Geschwindigkeit bei höchstens 220 Kbit/s, während eine ähnliche Erhöhung (HSDPA) im UMTS-Netz satte 7,2 Mbit/s schafft. Die in Deutschland verfügbaren Frequenzen im UMTS-Netz, die Anfang 2000 für etwa 50 Milliarden Euro versteigert wurden, teilen sich die vier großen Provider untereinander auf, wobei noch nicht alle Ressourcen erschöpft sind. Sie liegen alle zwischen 698 MHz und 2.570 MHz für den Upload bzw. zwischen 728 MHz und 2.690 MHz beim Download. Möglich wird das, weil die einzelnen Datenpakete unterschiedlich codiert werden. Das erlaubt das zeitgleiche Versenden größerer Datenmengen pro Frequenz. LTE und HSDPA+ stehen in den Startlöchern…

Schöne neue Mobilfunkwelt

Eine neue Technik hat nur Aussichten auf Erfolg, wenn alle begünstigenden Faktoren zusammenkommen. Die Verbreitung der UMTS-Technologie verlief wegen zu hoher Preise und fehlender Endgeräte zunächst nur schleppend. Das ändert sich erst mit sinkenden Kosten und den vielseitigen Funktionen der modernen Mobiltelefone. Neben den schon erwähnten Möglichkeiten werden beispielsweise auch Video-Anrufe, das mobile Chatten, das Surfen auf dem Handy oder die satellitengestützte Positionsbestimmung erst möglich. Und auch der Empfang von Fernsehsendungen auf einem entsprechenden Handy mit DVB-H ist nur Dank UMTS möglich.

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