UMTS – Die späte Erfolgsstory einer Mobilfunktechnologie

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Die Bundesnetzagentur gab in ihrem Jahresbericht 2011 bekannt, dass auch im letzten Jahr die Zahlen der UMTS-Nutzer in Deutschland weiterhin gestiegen sind. Bis zum Ende des Jahres nutzten 28,6 Millionen Verbraucher UMTS und HSDPA und dieser Trend hält an.

Auch die deutschen Netzanbieter setzen den Ausbau von UMTS und HSDPA trotz LTE fort. Vodafone hat vor kurzem angekündigt bis Ende 2012 sein 3G-Netz weiter auszubauen. Bis zum Ende des Jahres möchte man 90% der deutschen Haushalte mit UMTS oder LTE versorgen. Auch T-Mobile investiert 2012 weiterhin in 3G. Den geplanten UMTS-Ausbau für die nächsten drei Monate sieht man auf der 3G-Karte der Deutschen Telekom.

Beim heutigen Erfolg von UMTS und HSDPA kann man sich kaum noch vorstellen, dass die Mobilfunktechnologie in ihrer Anfangszeit große Startprobleme hatte. Viele Experten sehen vor allem im langsamen UMTS-Netzausbau, in der geringen Anzahl von 3G-Hardware und den teuren UMTS-Tarifen die Gründe für das drohende Scheitern von 3G in der Anfangszeit. Jedoch liegen die Gründe viel tiefer, wie eine Studie von E-Plus aus dem Jahr 2007 zeigt.

Verbraucher interessierten sich 2007 für Sprachtelefonie und Kurzmitteilungen

Im Januar 2007 gab der Netzbetreiber E-Plus eine Umfrage zur UMTS-Nutzung bei TNS Infratest in Auftrag. Befragt wurden insgesamt 2008 Verbraucher, wovon 1486 Personen Mobilfunknutzer waren. Dabei zeigt sich, dass die Befragten im Jahr 2007 vor allem Wert auf einfache Tarife (54%) und Kurzmitteilungen (25%) legten. Mobiles Internet (7%) mit UMTS und HSDPA  spielte im Gegensatz zu heute kaum eine Rolle.

Diese Beobachtung belegt auch eine andere Frage: „Welche Dienste bzw. Funktionen nutzen Sie mit Ihrem Handy?“ So liegen SMS (81,4%) und Sprachtelefonie (76,4%) deutlich vor E-Mail (6,4%) und Internet (4%).

Die vollständige Umfrage von TNS Infratest und E-Plus finden Sie hier.

UMTS – Das unbekannte Wesen

Hinzu kommt, dass viele Verbraucher auch sieben Jahre nach der Versteigerung der UMTS-Lizenzen noch immer nicht wussten, was 3G genau ist. Nur 45% hatten eine ungefähre Vorstellung von UMTS. 34% der Befragten hatten schon einmal von 3G gehört, ohne zu wissen, worum es sich handelt. Noch nie etwas von UMTS gehört hatten 21%. Dabei muss man auch sehen, dass sich zwischen 2006 und 2007 die Bekanntheit von UMTS durchaus gestiegen ist.

Ab dem Jahr 2008 setzte sich UMTS und HSDPA langsam in Deutschland durch. Die Bundesnetzagentur weist für Ende 2008 bereits 13,6 Millionen UMTS-Nutzer auf. Von da an stiegen die Nutzerzahlen kontinuierlich und dem Erfolg von UMTS und HSDPA stand nichts mehr im Wege.

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