Studie: Datenvolumen in Deutschland exorbitant teuer

Deutsche LTE-Tarife bieten wenig Datenvolumen im europaweiten Vergleich, wie die aktuellste Studie von Rewheel verdeutlicht. Die finnischen Marktforscher haben erneut die 4G-Tarife miteinander verglichen. Den Preis pro GB in Deutschland bezeichnet die Studie als exorbitant teuer, besonders da immer mehr Netzbetreiber LTE-Tarife mit unlimitierten Volumen bieten.

Die Marktforscher von Rewheel haben bereits mehrfach Datenvolumen von LTE-Tarifen weltweit verglichen. Auch der aktuelle Tarifvergleich zeigt es ein weiteres Mal: Deutsche LTE-Tarife bieten im internationalen Vergleich nur wenig Inklusivvolumen, besonders schlecht stehen wir im europaweiten Vergleich da. In sehr vielen Ländern der EU bekommen Mobilkunden deutlich mehr Datenvolumen für ihr Geld. Dazu bieten immer mehr Netzbetreiber 4G-Tarife mit unlimitierten Volumen. Rewheel stellt bei jeder Studie die gleiche Frage: Wie viel Inklusivvolumen gibt es im jeweiligen Land für 30 Euro oder weniger pro Monat. In die Untersuchung fließen nur 4G-Tarife. Dazu müssen die Mobilfunktarife mehr als 1000 Minuten für Sprachtelefonie bieten.

Das Infoportal 4G.de schaut die Datenvolumen und 4G-Tarife im europaweiten Vergleich an, diese Details sind besonders interessant. Rewheel kann in der Studie für die zweite Jahreshälfte 2017 zehn europäische Länder mit einer unlimitierten Datenflat aufführen. Besonders günstig sind die baltischen Staaten. Hier liegen die Kosten für einen LTE-Tarife mit unlinierten Datenvolumen unter 20 Euro pro Monat.  In Holland kostet eine solche Flat 25 Euro pro Monat. Es muss nicht zwangsläufig eine Datenflat sein. Ebenso sehen lassen können sich die LTE-Tarife in Frankreich mit 100 GB für 19,99 Euro monatlich, Italien für 22,50 Euro pro Monat mit 45 GB oder Österreich mit 30 GB für 24,9 Euro
monatlich
.

15 GB Datenvolumen für 24,99 Euro in Deutschland

Für Deutschland führt Rewheel einen 4G-Tarif mit 15 GB für 24,99 Euro monatlich an. Es handelt sich hierbei um den Mobilfunktarif LTE 10000 von simply im o2-Netz. Der Aktionstarif bietet aktuell besagte 15 GB statt 10 GB mit einer Übertragungsrate von bis zu 225 Mbit/s. Im Vergleich zur Studie von Rewheel vom April 2017 handelt es sich um eine deutliche Verbesserung. Im April bekamen deutsche Kunden nur 6 GB für 19,99 Euro monatlich. Selbstverständlich hat sich auch in den anderen europäischen Ländern etwas getan, damit liegt Deutschland bei der Untersuchung vom November 2017 erneut im europaweiten Vergleich im hinteren Mittelfeld.

Das Schlusslicht in Europa bilden Griechenland, Ungarn und Malta. Hier kann Rewheel keinen einzigen 4G-Tarif für 30 Euro oder weniger anführen. Dazu zeigt ein Vergleich zum April 2017, dass es in wenigen Monaten zu größeren Veränderungen auf dem Mobilfunkmarkt kommen kann. In Polen gab es in der Studie vom April 2017 noch einen LTE-Tarif mit unlimitierten Datenvolumen. In der aktuellen Untersuchung liegt Polen nur noch im Mittelfeld mit 30 GB für 28,90 Euro monatlich, was im Vergleich zu den deutschen Tarifen noch ein gutes Angebot ist. Ebenso können Netzbetreiber ihre LTE-Tarife in kürzerer Zeit günstiger anbieten. Im April 2014 stand Holland im Vergleich eine Position vor Deutschland. In der aktuellsten Studie gibt es in den Niederlande einen LTE-Tarif mit unlimitierten Datenvolumen für 25 Euro pro Monat.

Exorbitant teuer: 1 GB kostet in Deutschland durchschnittlich 5 Euro

Exorbitant teuer nennt Rewheel die Preise pro GB in Deutschland. Ein GB kostet hierzulande im Durchschnitt 5 Euro, wenn alle 4G-Tarife von Telekom, Vodafone, o2 und der Discounter in den Vergleich einfließen. In Europa liegt der durchschnittliche Preis pro 1000 MB bei 2,4 Euro. Deutsche Mobilfunkkunden zahlen also doppelt so viel wie die europäischen Nachbarn. Am günstigsten ist Finnland mit 30 Cent pro GB. Auch die Preise in Frankreich können sich mit 80 Cent pro GB sehen lassen. Aber auch hier gibt es kleinere Fortschritte. Bei der Studie im April 2017 lag der durchschnittliche Preis für 1 GB Datenvolumen in Deutschland noch bei 6,20 Euro.

Die Situation dürfte sich in Deutschland in Zukunft nicht großartig verbessern. Zero Rating Diensten wie StreamOn oder Vodafone Pass führen dazu, dass es keine 4G-Tarife mit großen Datenvolumen hierzulande gibt. Wer kein Inklusivvolumen verbrauchen möchte, soll einfach die Dienste der Partner nutzen, so dürften die Netzbetreiber argumentieren.

(Bildquelle Beitragsbild: © Astarot – stock.adobe.com)

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Comments
  • Armin Kühn
    Antworten

    Wenn wir doofen Deutschen uns das gefallen lassen, müssen wir es eben bezahlen! Ich grabe regelmäßig das Netz nach Sonderangeboten um und siehe da, 10GB bei der Telekom für 9,99€ bei 2 Jahre fest bekommen. Geht doch! Kostet nur ein wenig Mühe. Wenn das viele machen zwingen wir die Provider schon in die Knie ihr werdet sehen. LG Armin

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