Steigende Preise: Was ist mit dem deutschen Mobilfunk-Markt los?

Diese Tage kann man wieder über steigende Preise im Mobilfunk lesen. So erhöht zum Beispiel Vodafone ab dem 01. August die monatliche Grundgebühr bei den Smart-Tarifen. Die 4G-Tarife bieten mehr Leistung, doch werden mit dem neuen Preis nicht wirklich attraktiver. Erneut steigende Preise, was ist mit dem deutschen Mobilfunk-Markt los?

Die Woche berichteten bereits verschiedene Fachportale darüber. Vodafone erhöht zum 01. August 2017 die monatliche Grundgebühr bei seinen Smart-Tarifen. Sicherlich bieten die überarbeiten 4G-Tarife mehr Leistung, viel attraktiver werden die Produkte nicht für Neukunden. Dies ist nur ein Beispiel für steigende Preise im Mobilfunk. Im März 2017 verärgerte gerade ein Discounter seine Bestandskunden mit einer Info-Mail. So kündigt winSIM an, dass die Preise für die LTE-Tarife zum 01.05.2017 steigen würden. Dann gibt es noch die versteckten Preiserhöhungen, wie wir es bei Prepaid-Tarifen von o2 beobachten konnte. Ab dem 01. März 2017 hatten die Loop-Tarife nur noch eine Laufzeit von 28 Tage statt 30 Tage. Telefónica Deutschland ging hier letztendlich nur einen Schritt, welchen Telekom und Vodafone bereits bei ihren Prepaid-Tarifen vor Monaten vollzogen haben. Dies sind nur einige Beispiele.

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LTE-Tarife im europaweiten Vergleich (Bildquelle: DFMonitor.de, Stand: April 2017)

Vor diesem Hintergrund fragt man sich, was ist eigentlich mit dem deutschen Mobilfunk-Markt los? In den anderen europäischen Ländern sind LTE-Tarife deutlich günstiger und es gibt viel mehr Datenvolumen, wie verschiedene Studien immer wieder zeigen. Eine Untersuchung des finnischen Beratungsunternehmen Rewheel zeigt zum Beispiel, dass man in Frankreich und Polen für 19,99 Euro insgesamt 100 GB bekommt. Dazu gibt es eine Vielzahl von Ländern mit unlimitierten Volumen bei den LTE-Tarifen. Natürlich herrschen andere Rahmenbedingungen auf dem deutschen Mobilfunk-Markt. Hierzu gehört zum Beispiel, dass die Netzbetreiber hierzulande die Frequenzen teuer vom Staat erstehen müssen. Doch rechtfertigt dies den deutlichen Unterschied bei den Preisen im Vergleich zu anderen Ländern? Teilweise ja, doch man muss auch sahen, dass die Fusion von o2 und E-Plus den deutschen Mobilfunk-Markt nicht gut getan hat.

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Mit der Deutschen Telekom und Vodafone haben wir zwei Netzbetreiber auf dem deutschen Markt, die viele Verbraucher als zu teuer empfinden. Das Infoportal 4G.de hört es täglich von seinen Leser: Diese Anbieter haben eine tolle Netzqualität, die LTE-Tarife sind mir jedoch deutlich zu teuer. Günstige Mobilfunk-Tarife von Telekom und Vodafone gibt es auch bei den Discountern, doch diese werden im 3G-Netz realisiert. Günstige LTE-Tarife bietet aktuell Telefónica Deutschland, hier beklagen die Kunden wiederum die Netzqualität und den Kundenservice. Die EU-Kommission war sich durchaus bewusst, dass es nach der Fusion von o2 und E-Plus der Wettbewerb in Deutschland fehlen würde. Eigentlich sollte nach den Plänen der EU, Drillisch die Rolle eines vierten Anbieters übernehmen und für günstige Preise bei den LTE-Tarifen sorgen.

Auch Discounter werden die Preise im Mobilfunk erhöhen

Nach der Fusion von o2 und E-Plus gibt bei vielen Marken von Drillisch eine Vielzahl günstiger LTE-Tarife. Wer einen attraktiven 4G-Tarif für unter 10 Euro suchte, hat eine große Auswahl bei den Mobilfunk-Discountern. Vor einigen Wochen hat Drillisch angekündigt, man wolle nach der Fusion mit 1&1 vom Billig-Image weg. Gegenüber dem Handelsblatt sagte Vorstandschef Vlasios Choulidis: „Unsere Produkte werden qualitativ besser, und dementsprechend wird auch der Preis angepasst werden.“ (Quelle: Handelsblatt) Auch bei den Discountern erwarten die Verbraucher also steigende Preise. Vor diesem Hintergrund stehen die Chancen schlecht, dass wir in Deutschland vergleichbare LTE-Tarife wie bei unseren europäischen Nachbarn bekommen.

Hier zeigt sich aktuell ein Trend, welchen Deloitte bereits im letzten Jahr vorausgesagt hat. Das Beratungsunternehmen kündigt in einer Studie Anfang 2016 an, dass es in Deutschland erstmals seit langer Zeit keine sinkenden Preise im Mobilfunk geben würde. In der Folgezeit würden die Preise sogar steigern. Die Anbieter würden die Preisanpassungen durch hochwertige Tarife und bessere mobile Produkt rechtfertigen. In Deutschland gäbe es laut der Deloitte-Studie eine steigende Zahlungsbereitschaft für höherwertige Netze. Die Voraussagen der Untersuchung von Anfang 2016 sind nun eingetreten. Drillisch zum Beispiel rechtfertigt die steigende Preise im Mobilfunk mit besseren Produkten. Ob es jedoch wirklich eine höhere Zahlungsbereitschaft bei den deutschen Kunden gibt, wie es in der Deloitte-Studie heißt? Nun ja, daran kann man durchaus zweifeln. Vielmehr dürfte für viele Verbraucher die Frage im Raum stehen: Was ist nur mit dem deutschen Mobilfunk-Markt los?

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Showing 4 comments
  • Strven
    Antworten

    Na ganz einfach, polnischen Vertrag besorgen. Kein Roaming mehr… Tschüss hohe preise 🙂

  • Frank D.
    Antworten

    Finde es eigentlich als unverschämt an, das man in Deutschland für sein Geld nix mehr bekommt.
    Das der Staat, falsch, unsere Regierungsvertreter den Hals nicht voll bekommen für die Frequenzen viel Geld sehen wollen.

    Die Probleme von O2 weis man ja zu genüge. Drillisch was ist das überhaupt ?

    Kann man das als 4 Anbieter bezeichnen ?

    Also wenn jetzt der 9 Cent Tarif oder ein Minutentakt sich ändern würde, glaube ich suche wieder eine Telefonzelle auf.

    Was ist Deutschland überhaupt für ein Land ?
    Abzockerland, sonst nichts.

  • Jimbib
    Antworten

    Gewinn maximieren ist angesagt.
    1&1 hat Drillisch geschluckt und muss damit Gewinn machen.

    • Mirko Born
      Antworten

      Welche Telefonzelle? Hier gibt es keine mehr-

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