Angst vor Spionage: USA wollen 5G-Netz verstaatlichen

Die USA planen offenbar eine Verstaatlichung des 5G-Netzes. Auf diese Weise möchte man sich vor Spionage schützen. In einem geleakten Memo der Regierung wird China als bösartiger Akteur der Informationsdomäne benannt. Die Planung befindet sich in der Anfangsphase, eine Entscheidung sei erst in sechs bis acht Monaten zu erwarten.

„China ist der dominierende bösartige Akteur in der Informationsdomäne.“ Dieser Satz findet sich so in einem geleakten Memo der US-Regierung. Das man einen solchen bösartigen Akteur nicht den Ausbau von 5G überlassen möchte, ist aus US-Sicht nur zu verständlich. Aus Angst vor Spionage aus China plant die US-Regierung eine Verstaatlichung des 5G-Netzes. Dem US-Online-Magazin Axios liegt eine PowerPoint-Präsentation wie ein Memo vor, die entsprechende Überlegungen belegen. Es werden konkret zwei Alternativen diskutiert.

5G-Netz
Das 5G-Netz in den USA soll verstaatlicht werden (© iaremenko – stock.adobe.com)

Einmal geht es um die besagte Verstaatlichung des 5G-Netzes, die zweite Alternative erwägt den Ausbau des 4G-Nachfolgers durch die Netzbetreiber AT&T, Verizon und T-Mobile. Doch das Memo besagt klar, die US-Regierung würde den ersten Plan bevorzugen. So könnte man das Mobilfunknetz der fünften Generation ausbauen und dann an die amerikanischen Netzbetreiber vermieten. Wie dies konkret umgesetzt wird, ist noch nicht klar. Aktuell befindet sich die Planung noch auf niedriger Ebene. Die Entscheidung soll erst in sechs bis achten Monaten durch Präsident Trump fallen. An den Plänen das 5G-Netz in den nächsten drei Jahren auszubauen, hält man weiter fest.

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Wie sinnvoll sind die Pläne? Netzwerkausrüster wie Huawei oder ZTE sind vom US-Markt ausgeschlossen. Zwar könnten die amerikanischen Netzbetreiber Ausrüstung in China kaufen, jedoch geschieht dies im Regelfall nicht. Verizon möchte noch in diesem Jahr in einzelnen Städten das 5G-Netz ausbauen. Hier arbeitet der Netzbetreiber mit Samsung zusammen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Argumentation, man wolle sich durch eine Verstaatlichung des 5G-Netzes durch Spionage aus China schützen, wenig sinnvoll.

US-Regierung stoppte bereits Deal von Huawei und AT&T

Die Entscheidung passt jedoch zur aktuellen Politik der US-Regierung. Anfang Januar stoppte man den Verkauf des Huawei Mate 10 Pro über AT&T in den USA in letzter Minute. Die Regierung übte so viel Druck auf den Netzbetreiber aus, dass dieser den Deal mit Huawei stoppte. Die Regierung befürchtete konkret, das chinesische Unternehmen könnte auf seinem Smartphones Software installieren, um US-Bürger auszuspionieren. Das Huawei Mate 10 Pro ist in den Vereinigten Staaten normal im Handel erhältlich. Der wichtige Vertrieb über die Netzbetreiber findet jedoch nicht statt.  In den USA werden 90 Prozent der Smartphones über die Netzbetreiber verkauft.

(Bildquelle Beitragsbild: © iaremenko – stock.adobe.com)

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