Spionage-Angst: US-Regierung stoppt Deal von Huawei und AT&T

Huawei hat auf der CES 2018 in Las Vegas sein Mate 10 Pro vorgestellt. Das Smartphone sollte in den USA über den Netzbetreiber AT&T vertrieben werden. Doch die Kooperation ist in letzter Minute geplatzt. Die US-Regierung befürchtet, die Chinesen könnten das Handy zu Spionagezwecken nutzen. AT&T wurde gezwungen, den Deal platzen zu lassen.

Gestern wurde auf der CES 2018 das Huawei Mate 10 Pro für den US-Markt präsentiert. Für den chinesischen Konzern sah noch vor wenigen Tagen alles so vielversprechend aus. Das Smartphone sollte in den USA über AT&T vertrieben werden. Doch die Kooperation mit dem Netzbetreiber ist in letzter Minute gescheitert. Die US-Regierung hat massiven Druck auf AT&T ausgeübt. Von staatlicher Seite befürchtete man, die Chinesen könnte das Mate 10 Pro nutzen, um US-Bürger auszuspionieren. Eine solche Spionage könnte zum Beispiel über spezielle Software auf dem Smartphone erfolgen. Dem US-Senat soll ein Schreiben vorliegen, das Huawei Kontakte zur kommunistischen Partei Chinas und den Geheimdiensten nachsagt. Diese Gerüchte waren der Anlass, den Deal zwischen AT&T und dem Unternehmen zu stoppen.

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Das Mate 10 Pro wird es nicht bei AT&T geben. (Bildquelle: Huawei)

Für Huawei bedeutet diese Entscheidung einen harten Rückschlag. Zwar kann der Konzern das Mate 10 Pro (800 Dollar) frei in den USA verkaufen. Auch die Porsche Edition für 1225 Dollar ist erhältlich. In den Vereinigten Staaten werden jedoch 90 Prozent der Smartphones über Netzbetreiber verkauft. In der Vergangenheit hat Huawei mehrfach angekündigt, bei Smartphone-Verkäufen weltweit der Markführer werden zu wollen. Aktuell nimmt man bei den Handy-Verkäufen hinter Samsung und Apple den dritten Platz ein. Der geplatzte Deal mit AT&T dürfte es schwieriger machen, dieses Ziel zu erreichen.

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Huawei-CEO Richard Yu findet auf CES deutliche Worte

Huawei-Chef Richard Yu zeigt sich wenig erfreut über die Entscheidung der US-Regierung und wich bei der Präsentation auf der CES sogar vom Skript ab. Er zeigte deutlich seine Verärgerung. Das Unternehmen hätte in den letzten Jahren das Vertrauen zahlreicher Kunden weltweit gewonnen. Weiterhin hätte man bewiesen, dass man auf Privatsphäre und Sicherheit Wert lege, so Yu weiter. Irrationale Ängste der US-Regierung verhindern nun die Vermarktung über AT&T. Die großen Verlierer sind vor allem die Kunden, sie hätten bei den Netzbetreibern in den USA weniger Auswahl.

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