Sieben Jahre LTE – Ein Rückblick auf 4G

Ende August 2010 nahm die Telekom den ersten LTE-Sendemast in Kyritz (Brandenburg) in Betrieb. Wenige Monate später folgten kommerzielle 4G-Tarife der Netzbetreiber. Die Mobilfunktechnologie hatte kleinere Startschwierigkeiten. Die ersten Tarife waren wenig attraktiv, dazu fehlte es an Hardware. 4G.de wirft einen Blick zurück auf den Start von LTE.

Erinnern Sie sich noch an die Anfangszeit von 4G? Die ersten Tarife der Mobilfunktechnologie der vierten Generation waren teuer und unattraktiv. Die Telekom drosselte zum Beispiel ihren ersten LTE-Tarif (Call and Surf Comfort via Funk) als DSL-Ersatz gleich zweimal. Dazu unterstützten die ersten Smartphones nicht alle Frequenzen in Deutschland. So konnten Kunden von Vodafone das iPhone 5, es war das erste 4G-Handy von Apple, nur eingeschränkt mit LTE nutzen. Die Apple-Fans waren über diesen Umstand nicht gerade erfreut.

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Der erste 4G-Sendemast in Kyritz (Brandenburg) (Bildquelle: Deutsche Telekom)

Seit der Inbetriebnahme der ersten 4G-Basistation in Kyritz (Brandenburg) im August 2010 sind sieben Jahre vergangen. Nach kleineren Startschwierigkeiten kann man LTE als eine erfolgreiche Mobilfunktechnologie betrachten. Die deutschen Netzbetreiber trieben den 4G-Ausbau in den Folgejahren schnell voran und es gab eine steigende Netzabdeckung. Das Infoportal 4G.de wirft einen Blick zurück auf die Anfangszeit von LTE.

LTE-Start im August 2010

Am 30. August 2010 nahm die Deutsche Telekom feierlich den ersten LTE-Sendemast in Kyritz in Betrieb. Ironischerweise sollte Brandenburg mit der ersten Basisstation das letzte Bundesland werden, in welchem die deutschen Netzbetreiber ihre Versorgungsverpflichtungen erfüllten.  Im Dezember 2010 startete Vodafone mit den ersten kommerziellen LTE-Tarifen. Zeitgleich hatte der Düsseldorfer Netzbetreiber Ende 2010 die erste Basisstation in Rammenau (Sachsen) in Betrieb genommen. Die ersten Tarife mit 4G ermöglichten eine maximale Übertragungsrate von bis zu 50 Mbit/s und richteten sich an Kunden auf dem Land. Die Mobilfunktechnologie der vierten Generation war in der Anfangszeit vor allem ein DSL-Ersatz in den ländlichen Regionen. Für 30 GB zahlte im Ende 2010 eine monatliche Grundgebühr von 69,99 Euro.

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Vodafone nahm in Rammenau (Sachsen) die erste LTE-Basistation in Betrieb (Bildquelle: Vodafone)

Der LTE-Start der Deutschen Telekom mit „Call and Surf Comfort via Funk“ im April 2011 verlief dagegen etwas holprig. So waren Kunden verärgert, dass der Netzbetreiber den Tarif gleich zweimal ausbremste. Die Telekom drosselte den DSL-Ersatz nach dem Verbrauch von 3 GB und ein zweites Mal nach dem Verbrauch von 5 GB. Für Unmut sorgte auch die Entscheidung der Telekom im März 2011, Kunden mit DSL Light kein LTE zu bieten. Doch im Juni 2011 nahm der Netzbetreiber diese Entscheidung zurück und gewährte auch DSL Light-Kunden 4G.

Der Netzbetreiber o2 startete Ende Mai 2011 mit seinen LTE Zuhause Tarifen. Zu den ersten Orten mit 4G von Telefónica Deutschland gehörten laut Netzbetreiber Oberreichenbach im Schwarzwald, Abtsteinach im Kreis Bergstraße oder Zscherben im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Es mangelte zu Beginn an der Netzabdeckung. Chip.de sprach in diesem Zusammenhang von einem „Markstart auf kleinesten Raum“. In der Folgezeit nahm die 4G-Abdeckung von o2 in den ländlichen Regionen nur langsam zu. Ende Oktober 2013 entscheid sich der Netzbetreiber dafür, die Vermarktung des Produkts einzustellen. Telefónica Deutschland begründete den Verkaufsstopp damit, dass der 4G-Tarif als DSL-Ersatz nicht mehr zeitgemäß sei.

Erste LTE-Smartphones und der 4G-Ausbau

Bei der LTE-Hardware gab es in der Anfangszeit von 4G nur Router und Surfsticks. Es sollte etwas dauern, bis das erste Smartphone für die neue Mobilfunktechnologie auf dem Markt kamen. Vodafone vermarktete im April 2012 mit dem HTC Velocity 4G das erste LTE-Smartphone in Deutschland. Das HTC-Handy unterstützte nur die 4G-Frequenzen mit 800- und 2600-MHz. Das Smartphone war für die Telekom, welche 800-MHz und 1800-MHz für den LTE-Ausbau in Deutschland nutzte, uninteressant. Im September 2012 hatte Vodafone ein vergleichbares Problem. Gerade das iPhone 5 konnten die Kunden des Düsseldorfer Netzbetreibers nur eingeschränkt mit 4G nutzen. Das Handy von Apple unterstützte nur die Frequenzen mit 800-MHz und 1800-MHz, es fehlte 2600-MHz. Gerade mit diesem Frequenzspektrum baute Vodafone bevorzugt die Städte aus.

Trotz der kleinen Startschwierigkeiten bei Tarifen und Hardware gilt LTE im Gegensatz zu UMTS als erfolgreiche Mobilfunktechnologie. Die Bundesnetzagentur hatte die deutschen Netzbetreiber dazu verpflichtet, die Weißen Flecken in den Flächenbundesländern mit 4G zu schließen. Die Frist für die Erfüllung der Verpflichtungen war der 01.01.2016. Doch der 4G-Ausbau in Deutschland ging rasant voran. Im November 2012 meldete die Bundesnetzagentur, die Netzbetreiber hätten ihre Versorgungsverpflichtungen im letzten Bundesland erfüllt. In Brandenburg wurde Ende 2012 die letzten Weißen Flecken geschlossen, nachdem die Telekom im August 2010 dort den ersten Sendemast in Betrieb nahm.

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Im Jahr 2012 wurde die Mobilfunktechnologie der vierten Generation einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Die Deutsche Telekom startete im Mai 2012 zeitgleich in Hamburg, München, Leipzig und Bonn mit LTE. Zahlreiche Medien berichten über den Mobilfunkstandard. Vor dem 4G-Start der Telekom in den vier Städten war die Technologie vor allem Menschen auf dem Land als DSL-Ersatz bekannt.

LTE – Eine erfolgreiche Mobilfunktechnologie

Sieben Jahre nach der Inbetriebnahme des ersten Sendemastes in Kyritz bietet LTE eine gute Netzabdeckung in Deutschland und Übertragungsraten von bis zu 500 Mbit/s. Laut der Bundesnetzagentur sah die  Netzabdeckung nach Bevölkerung der drei Mobilfunkanbieter Ende 2016 wie folgt aus: Deutsche Telekom 93 Prozent, Vodafone 90 Prozent und Telefonie Deutschland 80 Prozent. Mitte 2017 dürften sich die 4G-Abdeckung in Deutschland noch höher liegen. Die drei Netzbetreiber sprechen heute bereits von 5G und haben so die nächste Mobilfunktechnologie im Blick.

Blickt man auf sieben Jahre LTE zurück, muss man 4G als eine erfolgreiche Mobilfunktechnologie bezeichnen. So konnten die Netzbetreiber deutlich früher als erwartet ihren Verpflichtungen zur Schließung der Weißen Flecken auf dem Land erfüllen. Auch die passende Hardware ließ nicht lange auf sich warten. Besonders Router und Surfsticks waren bereits in der Anfangszeit von LTE vorhanden, nur bei 4G-Smartphones dauerte es etwas. Viele Experten hatten bei der Mobilfunktechnologie der vierten Generation mit ähnlichen Schwierigkeiten wie bei UMTS gerechnet, doch hier wiederholte sich die Geschichte nicht. Nun darf man gespannt sein, wie der Start von 5G in den kommenden Jahren erfolgt.

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