Galaxy S8, iPhone X, Mate 10 Pro – Handys mit randlosem Display

 Hersteller von Smartphones stecken in einem Dilemma. Kunden wünschen immer größere Displays, möchten aber weiterhin handliche und kompakte Smartphones. Als eine Lösung haben Hersteller wie Samsung, Apple, Huawei oder OnePlus das randlose Display entdeckt. Immer mehr Geräte sind mit großen Bildschirmen ausgestattet, die fast die komplette Front vereinnahmen.

Die Handy-Hersteller sprechen in der Regel nicht von randlosen Displays. Sie geben ihrem Bildschirmdesign schicke Namen wie Infinity-, Edge- oder FullView-Display. Doch komplett an allen Seiten randlos sind die aktuellen Geräte meist nicht. Während beispielsweise bei Samsung die Bildschirme seitlich über den Rand hinaus gebogen sind, finden sich bei Apple an den Seiten schmalste Ränder. Die gebogenen Seiten der Displays von Samsung lassen sich zum Beispiel verwenden, um dort bestimmte Schnellfunktionen oder Bedienoptionen anzubieten. Teilweise sind aber auch Wölbungen der Bildschirme an den Rändern vorhanden, die rein optische Zwecke haben und mit keinen speziellen Sonderfunktionen belegt sind.

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Das Samsung Galaxy S8+ mit randlosem Display (Bildquelle: 4G.de)

Samsung machte den Trend vor

Mit dem Galaxy Note Edge war Samsung der erste Hersteller, der ein Smartphone mit einem seitlich über den Rand gebogenen Bildschirm präsentierte. Auch bei den später folgenden Geräte Galaxy S6 Edge, Galaxy S6 Edge Plus und Galaxy S7 Edge setzte sich mit diesem Display-Merkmal der Trend zu immer mehr Bildschirmfläche fort. Allerdings beschränkten sich die randlosen Displays nach wie vor auf die seitlichen Ränder. Die Ränder hielten im oberen und unteren Bereich des Geräts noch Platz für Bedien- und Funktionselemente wie den Home-Button, Lautsprecher oder die Kamera bereit. Beim S8 ist Samsung einen Schritt weiter gegangen. Home-Button und Fingerabdrucksensor wurden nach hinten verlegt und das Display oben und unten weiter an den Geräterand gezogen. Andere Hersteller folgen diesem Trend und bieten inzwischen eigene Produkte mit fast vollflächiger Bildschirmfront an.

Apples iPhone X setzt konsequent auf die vollflächige Displayfront

Mit dem iPhone X hat Apple das erste iPhone-Modell vorgestellt, das konsequent auf eine vollflächige Displayfront setzt. Der Home-Button und der darin integrierte Fingerabdrucksensor sind vollständig verschwunden. Zur Bedienung des Geräts ohne Home-Button führte Apple neue Wischgesten ein. Das Entsperren des Geräts lässt sich nun nicht mehr mit dem Finger, sondern über biometrische Merkmale des Gesichts durchführen. Apple nennt diese Technik Face ID und setzt die so genannte TrueDepth Kamera und spezielle Sensoren für die zuverlässige Gesichtserkennung ein.

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Das randlose Display des iPhone X (Bildquelle: Apple)

Da sich die Selfie-Kamera und der Lautsprecher zum Telefonieren gezwungenermaßen auf der Gerätefront befinden müssen, führt Apple eine kleine Aussparung des Bildschirms im oberen Bereich ein. An den Seiten ragt das Display trotz dieser Aussparung bis an den oberen Rand. Einige User empfinden diese Aussparung bei bestimmten Anwendungen und Bildschirmanzeigen als störend, anderen fällt sie gar nicht groß auf. Ein weiteres neues Merkmal des fast randlosen Bildschirms ist die Verwendung der modernen OLED-Technik.

Huawei Mate 10 Pro und OnePlus 5T setzen ebenfalls auf randlose Displays

Huawei nennt seinen randlosen Bildschirm beim Mate 10 Pro FullView Display mit einer Größe von sechs Zoll  (Seitenverhältnis von 18:9). Der Home-Button ist verschwunden und der Fingerabdrucksensor befindet sich nun auf der Rückseite mittig unter der Kameralinse. Die virtuelle Home-Taste und Verknüpfungen lassen sich per Softwareeinstellung an beliebigen Stellen des Bildschirms platzieren.

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Erste geleakte Bilder des Smartphones OnePlus 5T zeigen, dass bei diesem Gerät mit großer Wahrscheinlichkeit ein randloses Display zu erwarten ist. Nähres wissen wir Mitte November, wenn das 5T vorgestellt wird.

Randlose Displays und ihre Bedeutung für das Smartphone-Design

Ein interessanter Aspekt randloser Displays ergibt sich in puncto Smartphone-Design. War es den Herstellern bisher möglich, sich im Design durch die Form und Platzierung der Bedien- und Funktionselemente auf der Gerätevorderseite von der Konkurrenz zu unterscheiden, ist dies mit den randlosen Bildschirmen nun nicht mehr möglich. Anwender halten im Prinzip einen rechteckigen Bildschirm in der Hand, der bei der Anzeige von Fotos zwischen verschiedenen Geräten kaum noch zu unterscheiden ist. Es bleiben den Herstellern noch Logos und besondere Materialien auf der Rückseite oder die Gestaltung von Kanten und Ecken. Letztendlich werden sich die Geräte nur nach Bedienkonzept, Betriebssystem, Bildschirmqualität, Speicherkapazität und Rechenleistung unterscheiden lassen und kaum nach äußeren Merkmalen.

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