o2 verfehlt Frist der Bundesnetzagentur und bittet um Verlängerung

o2 konnte die Auflagen bei der LTE-Netzabdeckung für Ende 2019 nicht erfüllen. Die Bundesnetzagentur hat dem Netzbetreiber eine Frist zur Nachbesserung mit Teilzielen gesetzt. Die erste Frist endet am 30. Juni. Telefónica Deutschland kann diese Frist nicht einhalten und hat bei der Behörde um Verlängerung gebeten.

Die Netzbetreiber haben sich verpflichtet bis Ende 2019 bundesweit eine LTE-Abdeckung von 98 Prozent (nach Bevölkerung) zu bieten. Weiterhin sollten die Verkehrswege mit 4G ausgebaut werden. Deutsche Telekom und Vodafone konnte die Auflagen weitgehend erfüllen, während o2 Anfang 2020 nur eine LTE-Netzabdeckung von 84 Prozent bot und so die Auflagen der Bundesnetzagentur deutlich verfehlte. Die Behörde gewährte Telefónica Deutschland bis Ende 2020 eine Frist zur Nachbesserung. Damit sich die Fortschritte beim Netzausbau besser kontrollieren lassen, muss der Netzbetreiber Teilziele erfüllen.

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o2 kann die Teilfrist für Juni 2020 nicht erfüllen (Bildquelle: Telefónica Deutschland)

Beim ersten Etappenziel droht o2 bereits zu scheitern. Bis Ende Juni muss Telefónica Deutschland 3040 neue Standorte errichten. Aus der Mitteilung des Unternehmens geht hervor: 2200 LTE-Stationen werden rechtzeitig fertig, während 1150 Standorte fast fertig sind. Der Netzbetreiber hat bei der Bundesnetzagentur um eine Fristverlängerung bis Ende Juli gebeten, um das erste Teilziel zu erfüllen.

Die Coronakrise hat den LTE-Ausbau bei o2 verzögert

Verantwortlich für den verzögerten 4G-Ausbau ist laut Telefónica Deutschland die Coronakrise. Der Netzbetreiber wartet auf wichtige Teile aus Asien. Laut einem Bericht der FAZ handelt es sich um Bauteile, die Nokia in Indien produziert und aufgrund der weltweiten Krise nicht rechtzeitig liefern kann. Auch die Kontaktbeschränkungen in Deutschland hätten o2 beim 4G-Ausbau Probleme bereitet. Weiterhin appelliert Telefónica Deutschland an die Bundesnetzagentur, in diesen schwierigen Zeiten auf eine Geldstrafe zu verzichten.

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Am Ende dürfte o2 nicht viel passieren. Auch wenn die Bundesnetzagentur die Frist nicht verlängert, der Netzbetreiber erhält im Regelfall eine Nachbesserungsfrist von vier Wochen. Bis Ende Juli wird Telefónica Deutschland dann das Teilziel der Regulierungsbehörde erfüllen. Die nächste Frist der Bundesnetzagentur endet Anfang 2021. Bis Jahresende muss o2 insgesamt 7600 LTE-Stationen umrüsten oder neu bauen.

(Bildquelle Beitragsbild: Telefónica Deutschland)

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Comments
  • Hartmut Kurth
    Antworten

    Ich wohne in einer ländlich geprägten Gegend, die Altmark heißt. Bin seit ein März o2 Kunde über 1&1 mit LTE Tarif. Im Umkreis von 60 km, mal hier ein paar Städte ausgenommen, herrscht nur 2G in Form von Edge. Also was whatsapp etc angeht so gut wie nicht möglich. Ganz zu schweigen bei Kfz Panne und Standortbestimmung übers Handy. Ein Dorf mit einem Truppenübungsplatz auch nur Edge, wo oft viele Soldaten dort üben. Keine Chance. Telefonieren ja, aber wir leben schon lange in einer multimedialen Welt. Vodafone ist da etwas besser. Telekom sehr gut aufgestellt. Sicher hat auch der Staat eine Aktie an dieser Misere. Milliarden Einnahmen aus der Versteigerung der Frequenzen fehlen letztendlich den Mobilfunkanbietern. Jeder Anbieter seine eigenen Sendemasten, statt Koopereration in dünn besiedelten Gebieten. Habe nun meinen o2 Tarif gekündigt. Glaube auch nicht daran, dass sich wesentlich in diesem und nächsten Jahr was sich in meiner Gegend ändert. Selber bei einer Fahrt nach Berlin mit der Bahn–ca 60 Minuten 80 km …habe ich nur selten die Möglichkeit Daten zu versenden.

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