o2: Ende 2020 auf Augenhöhe mit Telekom und Vodafone

Connect hat Mallik Rao, Technikchef von o2, interviewt. In dem Gespräch ging es um den LTE-Ausbau im Jahr 2020 und den 5G-Start. Weiterhin erläuterte Rao die Vorteile der Mobilfunktechnologie der fünften Generation für den Kunden. Das Infoportal 4G.de fasst die wichtigsten Aussagen des Interviews zusammen.

Mallik Rao ist seit dem letzten Jahr Technikchef bei Telefónica Deutschland. Der CTO gab Connect ein ausführliches Interview. Im Gespräch mit der Zeitschrift ging es um den LTE-Ausbau im Jahr 2020, den 5G-Start von o2 in wenigen Tagen und dem Nutzen des 4G-Nachfolgers für den Kunden. Interessant ist die Position von Rao zum Verfahren Dynamic Spectrum Sharing. Hier nimmt Telefónica Deutschland eine andere Position als Telekom und Vodafone an.

CTO Mallik Rao gab Connect ein Interview (Bildquelle: Telefónica Deutschland)

Das Infoportal 4G.de fasst die wichtigsten Aussagen des Interviews für Sie zusammen. Ist das LTE-Netz von o2 Ende 2020 auf Augenhöhe mit Telekom und Vodafone? Was plant der Netzbetreiber beim 5G-Ausbau?

Ende 2020 zieht o2 mit dem Wettbewerb gleich

Telefónica Deutschland muss bis Ende 2020 Auflagen der Bundesnetzagentur erfüllen und eine LTE-Netzabdeckung von 98 Prozent (nach Bevölkerung) bieten. Bei der ersten Frage von Connect geht es um die Fortschritte beim 4G-Ausbau in diesem Jahr: „Telefónica/ O2 investiert stark in den Netzausbau. Allein in diesem Jahr haben wir bislang 5.000 4G-Basisstationen in Deutschland errichtet. Wir werden bis Ende 2020 um 15 Prozent verbesserte 4G-Abdeckung erreichen als noch im Vorjahr. Was den 4G-Ausbau betrifft, ist es unser Ziel, bis Ende des Jahres mit dem Wettbewerb gleichzuziehen.“ (Quelle: Connect)

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CTO Rao verweist im Interview auch darauf, dass 4G-Abdeckung nicht alles sei, es müssen auch genügend Kapazitäten in den Netzen vorhanden sein. Ab 2021 wird der Netzbetreiber das 2100-MHz-Spectrum von 3G verstärkt für das LTE-Netz nutzen.

5G soll in Richtung Echtzeitkommunikation entwickelt werden

In wenigen Tagen startet o2 mit 5G. Der Start erfolgt zum Tag der Deutschen Einheit (03. Oktober) in München, Frankfurt am Main, Köln, Hamburg und Berlin. Kunden des Netzbetreibers surfen ab dem 06. Oktober ohne Aufpreis mit dem 4G-Nachfolger. Zu den Ausbauplänen mit 5G äußert sich Mallik Rao wie folgt: „In den kommenden zwölf Monaten und darüber hinaus werden wir den deutschlandweiten Rollout fortsetzen. Bis Ende 2022 planen wir deshalb, über 30 Großstädte mit 5G zu versorgen und mit deutlich über 16 Millionen Einwohnern eine große Bevölkerungsabdeckung zu erreichen.“ (Quelle: Connect)

5G bietet hohe Übertragungsraten. Viele Kunden fragen sich, ob sie wirklich eine mobile Geschwindigkeit im Gigabit-Bereich benötigen. Bei der Frage nach dem Nutzen des 4G-Nachfolgers verweist Mallik Rao auf schnellere Downloads. So können o2-Kunden in einen Film in nur wenigen Sekunden runterladen. Doch dies ist nicht der wirkliche Nutzen der Mobilfunktechnologie der fünften Generation: „Indem wir 5G immer mehr in Richtung Echtzeitkommunikation entwickeln, werden für O2-Kunden neue Anwendungen wie Videochats oder Videostreaming in 4K- oder 8K-Auflösung möglich. Auch Augmented und Virtual Reality sowie Mobile Gaming werden mit 5G ihr volles Potenzial entfalten.“

Aktuell befindet sich 5G noch in den Kinderschuhen und bietet vor allem hohe mobile Geschwindigkeit, doch in Zukunft bietet die Mobilfunktechnologie Kunden interessante Anwendungen. Der CTO von o2 verweist dazu auf die Bedeutung von 5G für die Industrie.

o2 setzt nicht auf Dynamic Spectrum Sharing

Interessant ist die Position von Telefónica Deutschland beim Thema Dynamic Spectrum Sharing. Das Verfahren DSS ermöglicht die Nutzung von zwei Mobilfunktechnologien in einem Frequenzspektrum. Das Verfahren ist intelligent und erkennt automatisch, welche Technologie das Smartphones eines Kunden nutzt. Der Nutzer surft daraufhin mit 4G oder 5G. Vor allem Vodafone setzt auf DSS. Mallik Rao hält Dynamic Spectrum Sharing für eine überschätzte Technologie.

Die Kunden würde es bei der Übertragungsrate aktuellen keinen großen Unterschied machen, ob man 4G-LTE oder eine 5G-DSS-Verbindung nutzen würde, argumentiert Mallik Rao im Interview. Mit DDS gehen dazu zwischen 15 bis 20 Prozent an Kapazität im 4G-Netz verloren. Bei einem Einsatz von Dynamic Spectrum Sharing in den Städten, würde dies die Nutzererfahrung der o2-Kunden schmälern.

DDS ist eher eine Technik, welches für ländliche Regionen interessant ist und dort mit 700-MHz zum Einsatz kommt.  Das Verfahren soll die Mobilfunktechnologie der fünften Generation in die Fläche bringen. Vodafone spricht von einer Übertragungsrate von bis zu 200 Mbit/s mit 5G auf dem Land, mit 4G sind bis zu 75 Mbit/s möglich. Die Bewohner in den ländlichen Regionen dürften den Unterschied bei der Geschwindigkeit durchaus merken. Wenn o2 nicht auf DSS setzt, dürfte sich Telefónica Deutschland beim 5G-Ausbau vor allem auf die Städte und weniger auf das Land konzentrieren.

(Bildquelle Beitragsbild: Telefónica Deutschland)

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