Zugeständnisse der Netzbetreiber beim Mobilfunk-Gipfel?

Verkehrsminister Scheuer hat zum Mobilfunk-Gipfel geladen. Erste Ergebnisse des Gipfels sind bereits durchgesickert. So sind die Netzbetreiber offenbar bereit, beim LTE-Ausbau Zugeständnisse zu machen und ländliche Regionen zu versorgen. Im Gegenzug sagt der Minister investitionsfreundliche 5G-Auflage zu.

Verkehrsminister Andreas Scheuer hat heute die Netzbetreiber und Vertreter der Politik zum Mobilfunk-Gipfel geladen. Erste Ergebnisse des Gipfels in Berlin sind bereits durchgesickert, wie RP Online berichtet. So haben sich die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland bereit erklärt, 99 Prozent der Bevölkerung bundesweit mit LTE zu versorgen. Der Minister hat offenbar auf eine 4G-Versorgung von 99,5 oder gar 100 Prozent im Mobilfunk gedrängt, doch dazu sind die Netzbetreiber nicht bereit.

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Der Verkehrsminister hat zum Mobilfunk-Gipfel geladen. (Bildquelle: Andreas Scheuer)

Der Ausbau des letzten Prozent ist für die Unternehmen sehr teuer, wie man am Beispiel der kleinen Gemeinde Kleßen-Görne in Brandenburg sieht. Die kleine Ortschaft mit 360 Einwohnern, deutschlandweit bekannt durch ihr Funkloch, wurde diese Woche medienwirksam mit einem LTE-Sendemast versorgt. Für die Telekom entstanden so Kosten von 200.000 Euro. Die Versorgung sehr kleiner Gemeinden mit Mobilfunk lohnt sich für die Netzbetreiber nicht. Im Gegenzug macht Scheuer offenbar Zugeständnisse beim 4G-Nachfolger. So möchte sich der Minister für investitionsfreundliche 5G-Auflagen stark machen. Dazu könnte die Pflicht wegfallen, 5G schnell auf dem Land auszubauen.

Keine National Roaming und so kein vierter Netzbetreiber

Offenbar können sich Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland mit ihrer wichtigsten Forderung durchsetzen. Bei 5G dürfte es keine Verpflichtung zu National Roaming im Mobilfunk geben. Diese Auflage würde es Anbieter ermöglichen, die Infrastruktur der Netzbetreiber zu nutzen. Die Unternehmen fürchten auf diese Weise eine preisgünstige Konkurrenz.

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Besonders Ralph Dommermuth, Chef der United Internet AG, hat in den letzten Monaten immer auf National Roaming als Auflage bei der 5G-Auktion gedrängt. Sollte es eine entsprechende Regelung geben, würde sich die United Internet AG an Versteigerung der 5G-Frequenzen Anfang 2019 beteiligen. Mittelfristig wollte Dommermuth ein viertes Mobilfunknetz in Deutschland aufbauen. Ohne eine Auflage für National Roaming sind solche Pläne jedoch nicht umsetzbar. Ein vierter Netzbetreiber hätte Deutschland gut getan und würde für mehr Konkurrenz im Mobilfunk sorgen. Doch Telekom, Vodafone und o2 konnten am Ende ihre Interessen durchsetzen und es bleibt bei drei Netzbetreibern in Deutschland.

(Bildquelle Beitragsbild: istockphoto.com, NexTser)

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