MVNO fordern Zugang zu 5G

Reseller und Mobilfunkdiscounter fordern einen Zugang zu 5G. In einem Brief an Verkehrsminister Scheuer heißt es, die Bundesnetzagentur soll Telekom, Vodafone und o2 verpflichten, MVNO einen Zugang zum 4G-Nachfolger zu ermöglichen. Selbst der MVNO Verband Europa hat sich in die Diskussion eingeschaltet.

Reseller und Mobilfunkdiscounter wie 1&1 und Freenet fordern in Zukunft einen Zugang zum 5G-Netz. Die Mobilfunkanbieter haben sich in einem Brief an Andreas Scheuer gewendet und fordern den Minister auf, in dieser Frage tätig zu werden. Die Bundesnetzagentur soll Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland verpflichten, den MVNO einen Zugang zum 4G-Nachfolger zu ermöglichen. Reseller und Discounter müssen das 5G-Netz „auf Basis bilateraler Vereinbarungen gegen ein faires Entgelt mitnutzen können“, wie es im Brief heißt, der dem Spiegel vorliegt. Weiterhin warnen die MVNO vor einem „Oligopol der drei aktuellen Netzbetreiber.“

5G-Start
MVNO fordern einen Zugang zu 5G (Bildquelle: © Sikov – stock.adobe.com)

Anbieter wie 1&1, Mobilcom-Debitel oder Freenet fürchten, dass die Entscheidung gegen die MNVO bereits gefallen sei. Auf dem Mobilfunk-Gipfel im Juli könnte Andreas Scheuer hinter verschlossener Tür entsprechende Abmachungen mit den Netzbetreibern gemacht haben. Telekom, Vodafone und o2 schließen wie vereinbart deutschlandweit die Funklöcher. Im Gegenzug müssen die Netzbetreiber den Resellern und Mobilfunkdiscountern keinen Zugang zum 5G-Netz bieten. Scheuer weißt solche Spekulationen um geheime Abmachungen laut Spiegel von sich, man tue alles, um Deutschland zum Leitmarkt für 5G zu entwickeln.

Die Bundesnetzagentur wird neben den deutschlandweiten Frequenzen auch Spektrum für lokale Anbieter reservieren. Auf diese Weise sollen Gemeinden, Unternehmen und lokale Netzbetreiber 5G-Anwendungen realisieren können. Diese Lösung dürfte Anbieter wie 1&1 und Freenet nicht befriedigen.

MVNO Europa schaltet sich in die Diskussion ein

Selbst der Verband MVNO Europa hat sich in die Diskussion eingeschaltet und warnt vor Fehlentwicklungen in Deutschland. Sollten Reseller und Mobilfunkdiscounter keinen Zugang zum 5G-Netz bekommen, schränke dies den Wettbewerb ein und verhindere Innovationen. Geschlossene Netze in Deutschland würden dazu europaweite Geschäftsmodelle verhindern, hieß es weiter vom Verband.

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Man darf gespannt sein, ob sich die MVNO oder Netzbetreiber am Ende ihre Interessen durchsetzen. Die Versteigerung der 5G-Frequenzen erfolgt Anfang 2019. Die Auflagen zur Auktion wird die Bundesnetzagentur einige Monate vor der Auktion bekanntgegeben. Netzbetreiber und MVNO können eine Stellungnahme zu den Versorgungsauflagen abgeben, bevor die Auflagen endgültig verabschiedet werden.

(Bildquelle Beitragsbild: © iaremenko – stock.adobe.com)

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