Mobilfunk: Wie haben sich die Tarife in Deutschland entwickelt?

Wie haben sich die Tarife im Mobilfunk in Deutschland entwickelt? Darauf gibt die Bundesnetzagentur regelmäßig Antwort. Seit 2012 errechnet die Behörde die Durchschnittsnutzung (Datenvolumen, Minuten und SMS) pro Vertrag. Seitdem hat sich das Datenvolumen pro Nutzer verzehnfacht. Wie stehen wir im europaweiten Vergleich da?

Die Bundesnetzagentur nennt in jeden Jahresbericht seit 2012 eine interessante Statistik . Wie sah ein durchschnittlicher Tarif im Mobilfunk im jeweiligen Jahr aus. Die Behörde nennt das genutzte Datenvolumen, vertelefonierte Minuten und versendete SMS pro Monat und Durchschnittsnutzer. Weiterhin macht die Bundesnetzagentur Angaben zum Umsatzerlös pro Vertrag. Die Zahlen zeigen, Kunden erhalten seit dem Jahr 2012 immer mehr Leistung bei einem Mobilfunkvertrag. Seitdem hat sich das Datenvolumen bei den Tarifen verzehnfacht.

Bundesnetzagentur
Die Behörde errechnet jährlich einen Durchschnittstarif (Bildquelle: Bundesnetzagentur)

Das Infoportal 4G.de hat die Entwicklung im Mobilfunk basierend auf den Zahlen der Bundesnetzagentur analysiert. Wie haben sich die Tarife im Mobilfunk seit dem Jahr 2012 entwickelt? Weiterhin schauen wir uns an, wie die Mobilfunktarife in Europa aussehen und was sie den Kunden bieten.

Wie sieht der durchschnittliche Vertrag im Mobilfunk aus?

Die Bundesnetzagentur errechnet seit dem Jahr  2012 besagten Vertrag für den Durchschnittsnutzer. Wie viele Daten werden monatlich verbraucht? Wie steht es um vertelefonierte Minuten und SMS? Weiterhin nennt die Behörde den monatlichen Umsatzerlös (ohne Hardware und MwSt.) für den Mobilfunkanbieter. Für die Jahre 2012 bis 2018 sehen die Zahlen im Mobilfunk wie folgt aus:

2012 (Umsatz: 13,80 Euro): 114 MB, 80 Minuten und 44 SMS

2013 (Umsatz: 13,80 Euro): 195 MB, 80 Minuten und 28 SMS

2014 (Umsatz: 13,50 Euro): 298 MB, 82 Minuten und 16 SMS

2015 (Umsatz: 13,60 Euro): 423 MB, 75 Minuten und 12 SMS

2016 (Umsatz: 12,80 Euro): 624 MB, 79 Minuten und 9 SMS

2017 (Umsatz: 11,80 Euro): 837 MB, 73 Minuten und 6 SMS

2018 (Umsatz: 11,80 Euro): 1221 MB, 73 Minuten und 5 SMS

Die Zahlen seit 2012 lassen einige Trends erkennen. Seit der zunehmenden Verbreitung von Instant-Messingen-Diensten wie WhatsApp oder den Facebook-Messenger werden immer weniger Kurznachrichten versendet. In den Medien war zuletzt immer häufiger vom Tod der SMS zu lesen. Die Entwicklung bei den Tarifen im Mobilfunk zeigt. 2012 und vielleicht noch 2013 waren die letzten guten Jahre der Kurznachricht, danach gibt es bergab.

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Die Zahl der im Monat vertelefonierten Minuten stagniert seit dem Jahr 2012 und nimmt in den Folgejahren unmerklich ab. Die zunehmende Verbreitung von Allnet-Flats sorgt nicht dafür, dass die Kunden im Mobilfunk mehr telefonieren. Auch hier dürften die Instant-Messing-Dienste eine Rolle spielen. Viele Nutzer telefonieren heute über WhatsApp & Co.

Mobilfunktarife im internationalen Vergleich

Die Bundesnetzagentur hat im letzten Jahresbericht betont, dass der Durchschnittskunden im Jahr 2018 das zehnfache Datenvolumen wie noch 2012 bekommen hat. Hier zeige sich laut Behörde, dass die Tarife immer mehr Inklusivvolumen und Leistung bieten. Der Umsatz im Mobilfunk sei hingegen seit Jahren rückläufig. Doch wie stehen wir beim Datenvolumen und den Mobilfunkpreisen im europaweiten Vergleich dar? Das finnische Beratungsunternehmen Rewheel gibt hierauf mit einer aktuellen Studie Antwort. Rewheel hat LTE-Tarife vor allem in europäischen Ländern ausgewertet. Die Fragestellung ist bei jeder Studie gleich. Wie viele Datenvolumen bekommt ein Nutzer für 30 Euro oder weniger im jeweiligen Land. In die Untersuchung fließen nur LTE-Tarife mit Allnet-Flat (mindestens 1000 Minuten) und einer Übertragungsrate von mehr als 3 Mbit/s ein.

Rewheel
LTE-Tarife im internationalen Vergleich (Bildquelle: Rewheel)

Schaut man sich die aktuellste Studie (Stand: April 2019) von Rewheel an, zeigt sich. In Deutschland bekommt der Kunde 30 GB Datenvolumen im Mobilfunk für 29,99 Euro monatlich. Rewheel macht keine Angaben dazu, um welchen 4G-Tarif es sich handelt. Es könnte sich um die All-Net-Flat LTE XL von 1&1 handeln. Im April 2019 bot der Reseller einen 4G-Tarif mit 30 GB für 24,99 Euro monatlich (ab 13. Monat 34,99 Euro monatlich). Rechnerisch ergeben sich 29,99 Euro pro Monat wie in der Studie. In die Untersuchung von Rewheel fließen auch Aktionstarife ein.

30 GB für 29,99 Euro monatlich dürfte für viele Mobilfunkkunden schon recht verlockend klingen. Doch im europaweiten Vergleich ist es eher schlecht aus. 10 europäische Länder bieten Mitte 2019 eine unlimitierte Datenflat für 30 Euro oder weniger. In vier Ländern gibt es für 30 Euro oder weniger 100 GB oder mehr an Inklusivvolumen pro Monat. Deutschland liegt bei der Studie, die Grafik verdeutlicht es, im hinteren Mittelfeld. Mancher Monatspreis im Mobilfunk dürfte deutsche Kunden verzweifeln lassen. In Holland kostet ein unlimitierter Tarif gerade einmal 25 Euro pro Monat, in Dänemark gibt es 500 GB für 16,77 Euro pro Monat.

Fazit 4G.de

Seit dem Jahr 2012 hat sich ohne Zweifel viel im Mobilfunk getan. Die Kunden bekommen jedes Jahr mehr Datenvolumen für ihr Geld. Selbstverständlich benötigt man für heutige Online-Anwendung auch mehr Inklusivvolumen als noch vor Jahren. Schaut man sich die LTE-Tarife in Europa an, zeigt sich, dass Deutschland bei den Tarifen im Mobilfunk vielen Ländern hinterherhinkt. Eine bezahlbare Flatrate sucht man hierzulande vergebens, ebenso fehlt es an günstigen 4G-Tarifen mit großen Inklusivvolumen.  Wer in Deutschland einen Tarif mit großen Datenvolumen sucht, ist häufig auf Aktionstarife angewiesen und muss dann schnell zuschlagen. Eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht.

(Bildquelle Beitragsbild: istockphoto.com, Nata-Lia)

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