Mobilfunk: Steigende Preise in Deutschland

Die Preise im Mobilfunk in Deutschland sind gestiegen. Das Vergleichsportal Verivox sieht den Wegfall der Roaming-Gebühren (Mitte Juni) innerhalb der EU als Preistreiber. Kunden im Inland müssen letztendlich Auslandsreisende und Urlauber gegenfinanzieren. Dazu setzt sich in Deutschland der Trend durch, nationale Tarife (ohne Roaming) anzubieten.

Das Portal Verivox verweist auf steigende Preise im Mobilfunk. So hätten bereits die Deutsche Telekom und o2 im letzten Jahr die Preise bei ihren Tarifen um jeweils 5 Euro pro Monat angepasst. Die Telekom verweist in diesem Zusammenhang auf gestiegene Datenvolumen und begründet so die Mehrkosten. Nach der Einschätzung von Verivox dürfte jedoch der Wegfall der Roaming-Gebühren verantwortlich für die Preissteigerungen sein. Die Anbieter zahlen nämlich weiterhin für die Netznutzung im Ausland. Die Preiserhöhung für Mobilfunk im Inland soll die Gebühren außerhalb von Deutschland gegenfinanzieren. Unterm Strich zahlen die Kunden für eine Leistung, welche im Sinne der EU Kommission kostenlos sein sollte: „Ab Juni 2017 werden die Roaming-Gebühren in der EU komplett abgeschafft. Dann zahlen Verbraucher hier für eine Leistung, die eigentlich für sie kostenfrei ist“ (Quelle: Verivox)

EU-Roaming
Die Roaming Gebühren zahlt der Kunde am Ende auf Umwegen (Bildquelle: istockphoto.com, Yuri_Arcurs)

Viele Netzbetreiber befürchten einen Missbrauch durch Dauerroaming. So könnte ein Kunde zum Beispiel einen günstigen LTE-Tarif in Österreich abschließen, jedoch fast ausschließlich in Deutschland mit seinem Smartphone telefonieren und surfen. Gegen solche und weitere Risiken wollen sich die Netzbetreiber nach Möglichkeit absichern, was hierzulande bereits zu steigenden Preisen geführt hat und noch führen kann. Aufgrund des geringen Wettbewerbs in Deutschland mit drei Netzbetreibern sind Preisanpassungen in Zukunft leicht durchzusetzen. Wer nur selten ins Ausland reist, hat letztendlich das Nachsehen und finanziert Urlauber und Geschäftsreisende mit. Doch gerade für die Zielgruppe im Inland gibt es nun nationale Tarife im Mobilfunk.

DeutschlandSIM mit nationalen Tarifen

DeutschlandSIM war der erste Anbieter mit nationalen Mobilfunk-Tarifen in Deutschland. Diese LTE-Tarife schließen Roaming innerhalb der EU grundsätzlich aus. Wer im Ausland telefonieren und surfen möchte, muss einen teureren Tarif abschließen. Dieses Angebot von DeutschlandSIM wurde zuletzt immer wieder kritisiert. So hieß etwa, der Anbieter wolle auf diese Weise die Regelung der EU im Mobilfunk umgehen.

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Auf der anderen Seite sollte man nicht übersehen, dass die nationalen LTE-Tarife im o2-Netz von DeutschlandSIM deutlich günstiger als die „internationalen Tarife“ sind. Wer nur selten ins EU-Ausland reist, profitiert von einer niedrigeren monatlichen Grundgebühr. Im Mobilfunk dürften nationale Tarife ein echter Trend in Deutschland werden. Mit Callmobile ist bereits ein weiterer Mobilfunkdiscounter nachgezogen.

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