Mobilfunk: Von LTE zu LTE Advanced

Im April haben die Deutsche Telekom und Vodafone ihre Tarife für LTE Advanced geöffnet. LTE-A ist damit nicht mehr eine mobile Highspeed-Technologie für wenige Nutzer. Mit der passenden Hardware kommt man in mehr Städten in den Genuss von bis zu 300 Mbit/s. Im kommenden Jahre wird es beim mobilen Surfen noch schneller.

Vor wenigen Wochen haben die Telekom und Vodafone ihre Mobilfunktarife für LTE Cat-4 und LTE Advanced geöffnet. Beim Düsseldorfer Netzbetreiber surfen nun alle Kunden (Vertrag und Prepaid) mit bis zu 225 Mbit/s. Die Telekom bietet bei LTE-A bis zu 300 Mbit/s. Diese Übertragungsrate ist zumindest in den Tarifen Magenta Mobil L und L Plus möglich. Hierbei handelt es sicherlich um theoretische Höchstwerte, doch beim einzelnen Nutzer dürften durchaus Surfgeschwindigkeiten von 80 bis 100 Mbit/s ankommen. Dank dem überarbeiteten Angebot ist LTE Advanced nicht mehr eine mobile Highspeed-Technologie in den teuren Tarifen. Auch bei der Hardware sieht es gut aus. Immer mehr Smartphones verschiedener Hersteller ermöglichen LTE-A. Als Beispiel kann man nur beliebte Geräte wie das iPhone 6s und Samsung Galaxy S7 nennen.

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Vodafone hat LTE Advanced vor allem in Stadtzentren ausgebaut (Bildquelle: Vodafone)

Es wäre sicherlich noch zu früh zu sagen, LTE Advanced löst LTE langsam ab. Doch die schnelle Mobilfunktechnologie wird für immer mehr Nutzer zur Realität beim mobilen Surfen. Dabei liegt der Start von LTE-A noch gar nicht so lange zurück. Die Telekom startete Mitte November 2014 mit dem LTE-Nachfolger in ersten Großstädten, wie man am 17. November 2014 in einer Presseerklärung mitteilte. Vodafone hingegen startete nie so richtig offiziell mit der Technologie. Im April 2015 berichtete Mobilfunk-Talk.de, dass der Düsseldorfer Netzbetreiber bereits mehrere Großstädte mit LTE Advanced ausgebaut hätte, ohne dies nach außen zu kommunizieren. Die schnelle Mobilfunktechnologie ist bei Vodafone vor allem in Fußgängerzonen und Stadtzentren verfügbar. In der Anfangszeit war LTE-A nur in den hochpreisigen Tarifen erhältlich. Nun im Mai 2015 hat sich die Situation grundlegend geändert.

LTE Advanced in Stadt und Land

LTE-A ist für viele Verbraucher auch ein Reizthema, denn es ist eine Mobilfunktechnologie für die Städte und vor allem Großstädte. Wer sich auf dem Land mit langsamen Übertragungsraten quält, fragt sich häufig: Wozu brauchen die großen Städten mit Kabelanbietern und VDSL noch eine schnelle Mobilfunkverbindung wie LTE Advanced. Für die Netzbetreiber sind wiederum Großstädte wie Berlin, Hamburg und München lukrativ. Hier bekommt man auch die Investitionen wieder herein, welche man in die vierte Mobilfunkgeneration gesteckt hat. Man denke nur an die Kosten für LTE-Frequenzen bei den Auktionen 2010 und 2015.

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Wie sieht es nun mit LTE Advanced auf dem Land aus? In einem Interview zu LTE-A und 5G im Mai 2014, hatte Prof. Dr. Fettweis vom Vodafone Stiftungslehrstuhl an der TU Dresden geäußert, dass er in ländlichen Gebieten „sehr bald höhere Datenraten“ erwarte. Entscheiden würden jedoch am Ende die Netzbetreiber, ob überhaupt der Bedarf nach höheren Übertragungsraten auf dem Land bestehe. Bisher geschah in dieser Hinsicht nichts. Hier ist nun vielleicht der Gesetzgeber gefragt.

Im Juli 2014 hat man im Deutschen Bundestag den AntragModerne Netze für ein modernes Land – Schnelles Internet für alle“ verabschiedet. Dort hieß es unter anderen: „Mobilfunk kann den weiteren Festnetzausbau nicht ersetzen. Allerdings bietet insbesondere der weiterentwickelte Mobilfunkstandard LTE Advanced die Möglichkeit, unterversorgte Gebiete kostengünstiger und vor allem schneller mit höheren Geschwindigkeiten zu versorgen als dies durch Kabel-, Glasfaser- oder DSL Anbindung möglich ist.“ (Quelle: Drucksache 18/1973). Der Antrag führt weiter aus, dass man zum Erreichen der Breitbandziele 2018 verstärkt auf diese Mobilfunktechnologie auf dem Land setzen möchte. An Konzepten und Anträgen zum erfolgreichen Breitbandausbau fehlt es in Deutschland zumindest nicht.

Netzbetreiber bereiten 4.5G vor

Die deutschen Netzbetreiber haben nach dem Start mit LTE-A längst den nächsten Schritt im Blick. 2017 möchte Vodafone mit 4.5G starten, wie man die Zwischenstation zu 5G nennt. Dann ist an ausgewählten Standorten (natürlich in den Städten) bis zu 1,2 Gbit/s möglich. Die Werbung für das Gigabit-Zeitalter läuft bei Vodafone bereits auf Hochtouren. Auch die Deutsche Telekom wird 2017 sicherlich die Gigabit-Marke knacken. Passende Hardware für 4.5G könnte auf dem Mobile World Congress in Barcelona Ende Februar 2017 vorgestellt werden. Doch bis das Gigabit-Zeitalter für die meisten Nutzer zum Alltag wird, werden wohl wie schon bei LTE Advanced noch zwei Jahre vergehen.

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Marius Pieruschka
Als ausgewiesener LTE-Fachmann auf 4G.de aktiv.
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