Mobilfunk: Bundesregierung sagt Funklöchern den Kampf an

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Im Mobilfunk soll alles besser werden. Die Bundesregierung hat auf der Digitaltagung in Meseberg Funklöchern den Kampf angesagt. Der Staat stellt 1,1 Mrd. Euro zur Errichtung von 5000 Sendestationen zur Verfügung. Weiterhin sollen Genehmigungen für neue Sendestandorte schneller erteilt werden.

Die Bundesregierung hat auf ihrer Digitaltagung in Meseberg den Funklöchern den Kampf angesagt. Im Mobilfunk soll nun alles besser werden. Der Staat will 5000 Sendestationen in Regionen errichten, in welchen ein LTE-Ausbau für die Netzbetreiber nicht wirtschaftlich ist. Hierzu stehen 1,1 Mrd. Euro zur Verfügung. Die Gelder kommen aus der 5G-Auktion in diesem Jahr. Die Versteigerung der Frequenzen brachten 6,5 Mrd. Euro ein.

LTE Land
Endlich schnelles Internet aufs Land? (Bildquelle: istockphoto.com, shapecharge)

Doch es gibt einen Haken: Der Staat errichtet die Sendemasten erst ab dem Jahr 2024. Bis dahin möchte man abwarten, welche Funklöcher durch die Netzbetreiber geschlossen werden. Bis Ende 2019 müssen Telekom, Vodafone und o2 jeweils 98 Prozent der Bevölkerung mit 4G versorgen, bis Ende 2020 soll die 4G-Abdeckung (nach Bevölkerung) im Mobilfunk auf 99 Prozent steigen. Offenbar hofft die Regierung, dass bis 2024 viele dieser Funklöcher verschwinden.

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Weiterhin soll das Verfahren für Genehmigungen für Sendestationen beschleunigt werden. Die Netzbetreiber erhalten ebenso Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Standorten. Eine Infokampagne soll weiterhin dafür sorgen, dass die Bürgern Mobilfunk weniger kritisch gegenüber stehen. In vielen Gemeinden verzögert Widerstand der Bevölkerung die Errichtung von Sendestationen.  Teilweise lassen die Netzbetreiber ihre Ausbaupläne ganz fallen und die Gemeinde bleibt im Funkloch.

Regierung mit immer neuen Papieren zum Thema Mobilfunk

Ist die neue Digitalstrategie der Bundesregierung der große Wurf? Zweifel sind erlaubt. Wie häufig wurden in den letzten Jahren neue Strategiepapiere vorgestellt. Jedes dieser Papiere sollte der große Wurf sein und die Lage im Mobilfunk vor allem auf dem Land verbessern. Im Jahr 2014 stellte zum Beispiel Verkehrsminister Dobrindt das Kursbuch Netzausbau vor. In der Einleitung des Kursbuches hieß es in Fettdruck, bis Ende 2018 sollen in allen Teilen des Landes gleichwertige Lebensverhältnisse für Bürger und Unternehmen herrschen. Schnelles Internet für alle sei ein Bestandteil hiervon. 2014 gab es sogar Pläne, LTE Advanced in ländliche Regionen zu bringen. Hiervon hört man nichts mehr.

In den letzten Jahren hat es wahrlich nicht an Positionspapieren, Stellungsnahmen, Gipfeln und Studien zum Thema Mobilfunk gefehlt. Immer wieder gab es hier das Versprechen, Funklöcher zu schließen und schnelles Internet auf das Land zu bringen. Doch viele Bürger haben das Gefühl, dass sich hier in den letzten Jahren wenig getan hat.

(Bildquelle Beitragsbild: istockphoto.com, Yuri Arcurs)

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