Mobilfunk der Zukunft: Selbstfahrende Autos mit 5G V2X

5G stand auf dem MWC 2017 in Barcelona im Mittelpunkt. In Deutschland sehen viele Mobilfunknutzer keinerlei Notwendigkeit für den 4G-Nachfolger. Dabei darf man die kommende Technologie nicht als klassischen Mobilfunk sehen. Der LTE-Nachfolger wird unser Leben stark verändern. Ein konkretes Anwendungsbeispiel sind selbstfahrende Autos.

Wer den Mobile World Congress 2017 in Barcelona in den letzten Tagen verfolgt hat, dürfte häufig etwas zu 5G gelesen haben. Der 4G-Nachfolger stand auf dem MWC zum Beispiel bei der Telekom oder Huawei im Mittelpunkt. Viele Mobilfunknutzer sehen keine Notwendigkeit für den 4G-Nachfolger in Deutschland und Übertagungsraten von bis zu 10 Gbit/s und mehr ab 2020. Dabei sollten wir uns von den Gedanken verabschieden, die Technologie 5G als klassischen Mobilfunk für Smartphones und Tablets zu sehen. Der LTE-Nachfolger wird unser Alltagsleben nachhaltig verändern. Das Infoportal 4G.de wird in den nächsten Monaten einige konkrete Anwendungen der kommenden Mobilfunktechnologie vorstellen.

Huawei testet mit DLR 5G V2X in München

Ein Anwendungsfeld der Zukunft sind selbstfahrende Automobile. 5G V2X (Vehicle to Everything) nennt sich die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und der Umwelt (Straße, Verkehr, andere Fahrzeuge) über den LTE-Nachfolger. In Zukunft soll ein Automobil verlässlich und mit sehr kurzen Reaktionszeiten mit seiner Umwelt kommunizieren. 5G eignet sich aufgrund der geringen Latenzzeit (unter 1 Millisekunde) ausgezeichnet für vernetzte Fahrzeuge. Das Ziel ist ein sicheres Fahren und weitaus geringere Unfallzahlen. Dies könnte über verschiedene Echtzeitwarnsysteme realisiert werden. Wechselt zum Beispiel ein Fahrer auf der Autobahn die Spur, wird er gewarnt, wenn ein anderes Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit von hinten kommt. Diese Informationen muss der gefährdete Fahrer dabei zuverlässig und ohne Verzögerung erhalten.

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Das Connected Car als Prototyp simuliert vernetztes Fahren (Bildquelle: 4G.de)

Das solche Szenarien über 5G V2X realistisch sind, zeigte Huawei in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bei Tests. In München wurden im Dezember 2016 bereits mehrere kritische Verkehrsszenarien erfolgreich simuliert. Dabei zeigte sich, dass über 5G V2X Unfallrisiken minimiert werden können. Das vernetzte Auto ist nur ein Zwischenschritt. Das Ziel der Zukunft ist HAD (Highly Automated Driving). Auf diese Weise könnte man den Verkehr auf den Straßen und den Verbrauch von Kraftstoffen optimieren. Doch die Frage ist, wenn selbstfahrende Fahrzeuge mit 5G Realität sind?

DLR nennt Prognose zu selbstfahrenden Automobilen

Das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat zu diesem Thema im Februar 2017 eine Studie veröffentlicht. Dabei stellt das DLR drei Vorteile von selbstfahrenden Fahrzeugen in den Vordergrund. Man könne während des Reisens das Fahrzeug als Arbeitsplatz nutzen, dazu wären in Zukunft auch Jugendliche und Behinderte mit Autos mobil. Als dritten Vorteil nennt die Studie Robotertaxis. Solche Taxis könnten sich vollständig allein fortbewegen und Passagiere abholen.

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Wann werden selbstfahrende Autos über 5G V2X Realität? Im Jahr 2035 könnte der Anteil an solchen Fahrzeugen in Deutschland laut Experten zwischen 17 bis 42 Prozent liegen. Hier bleibt die Studie des DLR doch recht vage, zwischen beiden Prozentangaben liegen letztendlich Welten. Hier zeigt sich auch ein allgemeines Problem mit dem 4G-Nachfolger. Wie Anwendungen in Zukunft im Details aussehen werden und wie hoch die Nachfrage ist, lässt sich heute noch nicht klar sagen.

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