LTE weltweit – 4G in immer mehr Ländern

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LTE ist in immer mehr Ländern verfügbar. Laut der letzten Statistik der GSA (Global mobile Suppliers Association) vom Januar 2013 gibt es mittlerweile 145 kommerzielle LTE-Netze in 66 Ländern. Dazu kommt eine Vielzahl von 4G-Netzen einzelner Anbieter, welche sich zurzeit noch im Testbetrieb befinden und bald online gehen. Bis Ende 2013 geht die GSA von 183 kommerziellen 4G-Netzen in 83 Ländern aus. Es ist jedoch gut möglich, dass die Mobilfunkvereinigung diese Zahlen noch im Laufe des Jahres mehrfach nach oben korrigiert. Nicht umsonst gilt LTE als die schnellst wachsende Mobilfunktechnologie aller Zeiten.

Wenn auch 4G bereits in zahlreichen Ländern gestartet ist, verfügen bisher nur wenige Länder über gut ausgebaute LTE-Netze. Dazu gehören in Nordamerika die Vereinigten Staaten und Kanada. In den asiatischen Ländern haben Japan und Südkorea gut ausgebaute 4G-Netze, während in Europa Deutschland, Dänemark und Schweden die besten Netze mit LTE haben.

LTE-Ausbau weltweit

LTE-Ausbau weltweit, Quelle: gsacom.com

Laut einer Studie des britischen Unternehmens OpenSignal verfügt Schweden aktuell über das schnellste LTE-Netz der Welt mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 22,1 Mbit/s im Download. Auf dem zweiten Platz folgen Hong Kong (19,6 Mbit/s) und Dänemark (19,1 Mbit/s). Deutschland liegt mit 14 Mbit/s auf dem siebten Platz und steht damit vor den USA (9,6 Mbit/s) und Japan (7,1 Mbit/s).

LTE in Europa noch in den Kinderschuhen

Trotz der Spitzenpositionen der europäischen Länder bei der 4G-Speed befindet sich LTE in Europa aktuell noch in den Kinderschuhen. Laut einer Untersuchung (September 2012) des Branchenorganisation 4G Americas leben nur vier Prozent der 43,7 Millionen LTE-Nutzer weltweit in Europa. Der Hauptteil der 4G-Nutzer wohnt in Nordamerika (51 Prozent) und im asiatisch-pazifischen Raum (45 Prozent).

In vielen europäischen Ländern warten die Menschen noch auf die Mobilfunktechnologie der vierten Generation. In Großbritannien und Österreich stehen die LTE-Auktionen noch aus. In Österreich wird es wohl bis zum Herbst 2013 dauern, bis die einzelnen Netzbetreiber für die LTE-Frequenzen bieten können. Dagegen versorgt die Schweiz seit November 2012 zurzeit 26 Städte mit 4G. Bis Ende 2013 sollen 70 Prozent der Schweizer einen Zugang zu LTE haben.

LTE-Start in der Schweiz

Bei unserem Nachbarn Frankreich wurden die LTE-Frequenzen bereits versteigert, jedoch fehlt es noch an Genehmigungen für einzelne Basisstationen. Dazu tobt ein harter Preiskampf unter den Anbietern, wodurch das Geld für die teuren Investitionen in die LTE-Netze fehlt. Dramatischer ist die Situation in Spanien, wo Privat- und Geschäftskunden aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise nur wenig Geld haben. Damit fehlen den spanischen Netzbetreibern die entsprechenden Mittel, um landesweit in 4G-Netze zu investieren. T-Mobile und Vodafone haben im Jahr 2012 in Deutschland mehrere hundert Millionen Euro in den LTE-Ausbau investiert. Dies sind Summen, welche die Anbieter in Frankreich und vor allem Spanien nicht stemmen können.

Bundesnetzagentur setzte auf frühe LTE-Auktion

Anders als beim Ausbau mit UMTS sind es so keine technischen Probleme, wenn der LTE-Ausbau in einem Land spät startet oder ins Stocken gerät. Viele Regulierungsbehörde hatten es mit den LTE-Auktionen nicht eilig, da man davon ausging, dass es lange keine 4G-Hardware für den Massenmarkt geben würde. In anderen Ländern fehlt es den Anbietern hingegen schlicht an den nötigen Investitionsmitteln, um die teuren LTE-Netze auszubauen.

Bei der Bundesnetzagentur hat man sich hingegen mit Mai 2010 für eine frühe LTE-Auktion entschieden. Damit konnten die deutschen Netzbetreiber bereits früh mit dem 4G-Ausbau beginnen. Aufgrund der Erfahrungen mit UMTS setzte man den Anbietern einen späten Termin (01.01.2016), um die gesetzlichen Verpflichtungen auf dem Land zu erfüllen. Da der 4G-Ausbau schneller als von vielen erwartet voran ging, konnte die deutschen Netzbetreiber ihre Versorgungsverpflichtungen bereits im November 2012 erfüllen. Zu diesem Zeitpunkt waren in vielen europäischen Ländern die LTE-Frequenzen noch nicht einmal versteigert.

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