LTE-Karte: Vodafone und Telekom mit reduzierten Informationen

Eine LTE-Karte soll Mobilfunknutzern einen Überblick über den 4G-Ausbau in Deutschland geben. Eine gute Netzabdeckungskarte bietet Informationen zur Mobilfunktechnologie, Frequenzen, Übertragungsraten und LTE Indoor/Outdoor. Doch auf den aktuellen 4G-Karten von Telekom und Vodafone fehlen immer mehr Infos.

Im Februar 2018 hat die Deutsche Telekom ihre Informationen auf ihrer LTE-Karte radikal reduziert. So fehlten auf der neuen 4G-Netzabdeckungskarte wichtige Infos zu Frequenzen, Übertragungsraten und einer Netzabdeckung nach LTE Indoor/Outdoor. Das Infoportal 4G.de ging im Februar davon auch, dass der Bonner Netzbetreiber seine LTE-Karte überarbeitet. Denn seit dem 4G-Start im Jahr 2011 hatte die Telekom ihre Netzabdeckungskarte ständig verbessert und bot den Nutzer immer mehr Informationen. Mittlerweile ist ein halbes Jahr vergangen und es hat sich bei der Karte des Netzbetreibers nichts getan. Die Karte zeigt nur noch eine Netzabdeckung nach 2G, 3G und 4G an.

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Bestellungmöglichkeit über die Abdeckungskarte (Bildquelle: Deutsche Telekom)

Eine entscheidende Änderung hat die Telekom auf ihre 4G-Karte durchgeführt. Kunden können nach Eingabe der Adresse auf der Abdeckungskarte über einen Link einen Vertrag abschließen. Auf der neuen LTE-Karte der Telekom steht der Aspekt der Vermarktung bei reduzierten Informationen im Vordergrund. Auch Vodafone hat seine Informationen auf der Netzabdeckungskarte radikal reduziert. Beim Düsseldorfer Netzbetreiber ließ sich in der Vergangenheit eine Detail-Ansicht der Karte aufrufen, nach dieser Ansicht sucht man mittlerweile vergebens. Der Nutzer kann sich aktuell nur noch eine Abdeckung nach 2G, 3G und 4G anzeigen lassen.

Mehr Informationen nach Adresseingabe

Noch im Jahr 2017 boten die 4G-Netzabdeckungskarten von Telekom und Vodafone die besagte Vielzahl an Informationen. So konnte man die LTE-Karte vergrößern und sich einen guten Überblick über den 4G-Ausbau in seiner Region machen. Wer heute nach weitergehenden Informationen sucht, muss seine Adresse in die Suchmaske eingeben. Bei der Telekom erfährt man dann, wie die Übertragungsrate bei 2G, 3G und 4G an der eigenen Adresse ist. Vodafone nennt nach Adresseingabe realistische Übertragungsraten am gewählten Ort.

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Manche Informationen der Netzbetreiber sind auch etwas versteckt. So gibt es direkt unter der LTE-Karte von Vodafone den unscheinbaren Button „Zur Städte-Liste“. Klickt man darauf, listet der Netzbetreiber alle Städte mit einer Übertragungsrate von bis zu 500 Mbit/s auf. Dazu nennt Vodafone alle Städte mit einem Upload von bis zu 100 Mbit/s.

Informationspflicht für Netzbetreiber?

In den letzten Wochen wurde viel über die 5G-Auflagen für Telekom, Vodafone und o2 diskutiert. Aus der Politik kam eine Vielzahl von mehr oder weniger sinnvollen Forderungen. Die Netzbetreiber warnten vor unrealistischen Wünschen wie einem flächendeckenden 5G-Netz, solche Forderungen seien in der Umsetzung viel zu teuer. Statt teurer Wünsche beim Ausbau des 4G-Nachfolgers, könnte sich die Politik für eine Informationspflicht der Netzbetreiber stark machen.

Mobilfunknutzer haben ein Anrecht auf eine informative LTE-Karte der Netzbetreiber. Diese Netzabdeckungskarten sollten bestimmte Mindestinformationen zu Mobilfunktechnologie, Übertragungsrate, Frequenzen wie Indoor/Outdoor-Abdeckung enthalten. Gerade wenn die Netzbetreiber ab 2020 mit dem Ausbau einer neuen Mobilfunktechnologie beginnen, sind solche Informationen für die Verbraucher wichtig.

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