LTE auf dem Weg zum echten DSL-Ersatz?

Befindet sich LTE auf dem Weg zu einem echten DSL-Ersatz? Viele Menschen auf dem Land, welche jeden Monat mit einem begrenzten Datenvolumen auskommen müssen, werden diesen Satz jetzt vehement verneinen. Doch eine Antwort auf diese Frage ist vielleicht nicht so leicht, wie man denkt. Fakt ist, dass die Deutsche Telekom und Vodafone bei ihren LTE-Tarifen für die ländliche Bevölkerung seit 2011 bereits nachgebessert haben. Auf der anderen Seite kann man auch nicht leugnen, dass die Netzbetreiber noch vieles tun müssen, möchte man LTE zu einem echten DSL-Ersatz machen.

Doch blicken wir einmal zurück, denn die LTE-Tarife für die Menschen auf dem Land haben seit ihrem Start im März 2011 viele Veränderungen erfahren. Wussten Sie, dass der erste 4G-Tarif der Telekom zwei Mal gedrosselt wurde? Ab wann konnte man Inklusivvolumen für LTE nachkaufen? Was haben die Bemühungen der Verbraucherzentrale für die Menschen auf dem Land gebracht?

2011 – LTE startet als DSL-Ersatz

Im März 2011 startete Vodafone mit vier LTE-Tarifen mit Übertragungsraten zwischen 3,6 Mbit/s (5 GB) und 50 Mbit/s (30 GB). Der teuerste Tarif Telefon & Internet 50000 kostete damals bei einer Aktion (Frühbucher-Rabatt) mit einer Telefonie-Flat 69,99 Euro monatlich. Die Anfangszeit von 4G als DSL-Ersatz beim Netzbetreiber demonstrierten damals sehr schön einige Youtube-Videos. In diesen Videos reisten Vodafone-Techniker durch Norddeutschland und macht viele Menschen mit schnellem LTE sehr glücklich. Diese kurzen Videos, welche heute bei Youtube nicht mehr auffindbar sind, zeigten eine Euphorie über die brandneue Technologie LTE als DSL-Ersatz und vermeintliche Wunderwaffe zur Schließung der Weißen Flecken.

DSL-Ersatz

LTE – Die Wunderwaffe zur Schließung der Weißen Flecken auf dem Land? (Bildquelle: Deutsche Telekom)

Im April 2011 startete dann die Deutsche Telekom mit ihrem 4G-Angebot für das Land. Doch ob T-Mobile die Menschen genauso „glücklich“ wie Vodafone machte, kann man durchaus bezweifeln. Der erste 4G-Tarif der Telekom bot bis zu 3 Mbit/s und wurde in zwei Stufen gedrosselt. Einmal nach 3 GB und ein weiteres Mal nach 5 GB. Mehr als 5 GB gab es damals bei Call & Surf Comfort via Funk nicht. Dazu kamen Kunden mit DSL Light nicht in den Genuss von LTE als DSL-Ersatz, auch wenn 4G in einer Region verfügbar war.

Nach vielen Kunden-Protesten kündigte die Deutsche Telekom im Juni 2011 an, bald dürften auch Nutzer mit DSL Light 4G-Tarife buchen. Der Beitrag, in welchem der Netzbetreiber diese Änderung ankündigte, gehört laut T-Mobile zu den meistgelesenen Texten im Telekom-Blog überhaupt. Dies zeigt sehr deutlich, wie wichtig dieses Thema für die Menschen in den unterversorgten Gebieten war. Im September 2011 beschleunigte man dann Call & Surf Comfort via Funk von bis zu 3 Mbit/s auf bis zu 7,2 Mbit/s. Dazu hatten man 10 GB als Datenvolumen

2012 – Der LTE-Ausbau auf dem Land geht schnell voran

Das Jahr 2012 stand ganz im Zeichen des LTE-Ausbaus. Bis November 2012 konnten die deutschen Netzbetreiber ihre Versorgungsverpflichtungen in allen deutschen Bundesländern erfüllen. Bei den LTE-Tarifen tat sich 2012 zumindest in der ersten Jahreshälfte nur wenig. Wer einen 4G-Tarif als DSL-Ersatz mit viel Datenvolumen brauchte, war letztendlich auf Vodafone verwiesen, denn bei der Telekom gab es weiterhin nur 10 GB. Im August 2012 schaltete der Düsseldorfer Netzbetreiber dann auch offiziell die LTE-Drosselung scharf. Bisher hatte man auf eine Drosselung verzichtet, da erst wenige Nutzer im LTE-Netz des Anbieters waren. Dieser Schritt war laut Vodafone notwendig, damit es zu keinen Beeinträchtigungen beim Surfen für einzelne Kunden käme. Als Beispiel verwies man auf größere Störungen im LTE-Netz in Dresden und gab die Schuld den Power Usern.

Bundesländer (ohne Stadtstaaten) LTE-Abdeckung der Weißen Flecken
Nordrhein-Westfalen August 2011
Saarland August 2011
Baden-Württemberg August 2011
Bayern August 2011
Hessen August 2011
Rheinland-Pfalz August 2011
Schleswig-Holstein Dezember 2011
Niedersachsen April 2012
Sachsen Mai 2012
Sachsen-Anhalt Juni 2012
Thüringen Juni 2012
Mecklenburg-Vorpommern Oktober 2012
Brandenburg November 2012

(Tabelle: Schließung der Weißen Flecken in den Bundesländern)

Im September 2012 kündigte die Deutsche Telekom neue 4G-Tarife als DSL-Ersatz an. Mit dieser Ankündigung wurde das Datenvolumen der Bestandskunden kostenlos für einige Monate von 10 GB auf 30 GB erhöht. Anfang Dezember 2012 kamen dann Call & Surf Comfort via Funk S, M und L der Deutschen Telekom. Der Tarif L bot für 44,95 Euro bis zu 100 Mbit/s und 30 GB. Damit richtete sich der DSL-Ersatz auch an Menschen in der Stadt, da auf dem Land aufgrund des Ausbaus mit 800-MHz nur bis zu 50 Mbit/s möglich sind. Ende 2012 hatten Vodafone und T-Mobile bei LTE für das Land eine ähnliche Tarifstruktur

2013 – Datenvolumen nachkaufen: Speedbucket und SpeedOn

Einzelne Verbraucher äußerten im Netz immer wieder den Wunsch nach einer Option, um bei 4G Datenvolumen nachzukaufen. Wer jedoch bis Ende 2012 sein Inklusivvolumen vorzeitig verbrauchte, wurde beim DSL-Ersatz auf bis zu 384 kbit/s gedrosselt und musste damit leben. Im Januar 2013 bot Vodafone seinen Kunden dann sogenannte Speedbuckets an. Für 4,99 Euro konnte man 1 GB an Datenvolumen nachkaufen. Die Freude bei den Nutzern hielt sich jedoch in Grenzen und viele fand 5 Euro für 1000 MB einfach nur teuer.

Die Deutsche Telekom startete im Mai 2013 mit ihrer SpeedOn-Option. Dort gab es dann 10 GB für 14,95 Euro. Kleinere oder größere Datenvolumen konnte man nicht nachbuchen. In November 2013 überarbeitete Vodafone dann sein Speedbucket und startete mit LTE Zuhause Upgrade und 4 Optionen, um Inklusivvolumen nachzukaufen. 10 GB gab es nun für 14,99 Euro.

Der Dezember 2013 wurde es, was LTE und die Drosselung betrifft, richtig heiß. Sicherlich erinnern sich viele Menschen auf dem Land noch an die Abmahnung der Verbraucherzentrale Sachsen an die Deutsche Telekom und Vodafone. Bemängelt wurde die Bewerbung der 4G-Tarife mit den Begriffen Flatrate und DSL-Ersatz. Doch bekanntlich kam bei den Bemühungen der Verbraucherschützer nur etwas für die Bestandskunden der Telekom heraus. Der Dezember 2013 könnte im Rückblick einmal als wichtiges Datum auf dem Weg von LTE zum DSL-Ersatz gelten. Die Verbraucherzentrale Sachsen brachte viel in Bewegung und regte zur Diskussion an.

2014 – Wann ist LTE ein echter DSL-Ersatz?

Wann ist LTE ein echter DSL-Ersatz? Diese Frage wurde nie so intensiv wie 2014 diskutiert. Reichen schon 30 GB mehr an Datenvolumen für alle Bestandskunden aus? Für diesen Schritt hat sich die Deutsche Telekom als Reaktion auf die Abmahnung der Verbraucherschützer entschieden. Viele Telekom-Kunden beantworten diese Frage eindeutig mit Nein. Dies sei noch immer kein DSL-Ersatz. Vodafone-Kunden halten diesen Kritiker entgegen, dass sich der Düsseldorfer Netzbetreiber überhaupt nicht kooperativ zeigte und man bei LTE Zuhause weiterhin bei Status Quo wäre. Deshalb reichte die Verbraucherzentrale Sachsen am 01.März 2014 auch Klage gegen Vodafone ein. Man hofft hier auf ein Grundsatzurteil zur LTE-Drosselung und 4G als DSL-Ersatz. Ein Urteil kommt frühestens Anfang 2015.

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Die Deutsche Telekom hingegen suchte seit Anfang 2014 den Weg der Verständigung und organisierte als Höhepunkt im Mai 2014 einen Kundenworkshop in Bonn. Ein erstes Ergebnis des Treffens präsentierte die Telekom im August 2014 mit einer neuen SpeedOn-Option. Viele Kunden bewerteten das Resultat des Kundenworkshops als enttäuschend. Die Deutsche Telekom verwies darauf, dass dies der erste Schritt für LTE auf dem Weg zu einem echten DSL-Ersatz sei.

Fazit 4G.de und Ausblick

Schaut man sich die Entwicklung von LTE als DSL-Ersatz seit dem Jahr 2011 an, so gab es einige Schritte in die richtige Richtung. Doch weitere Schritte müssen folgen. Sei es durch spezielle 4G-Tarife für die Menschen auf dem Land mit deutlich mehr Datenvolumen und weniger Speed, wie sie von der Telekom angekündigt wurden. Eine Änderung könnte auch ein Urteil zur LTE-Drosselung in der ersten Hälfte 2015 bringen, wenn etwa die Richter entscheiden, dass eine Drosselung von bis zu 50 Mbit/s auf bis zu 384 kbit/s nicht angemessen ist. Viele Nutzer wären schon mit einer 4G-Drosselung auf 2 Mbit/s glücklich.

Eins ist zumindest für die nächsten Jahre sicher: LTE wird auf dem Land als DSL-Ersatz häufig die einzige Option bleiben. Die Digitale Agenda der Bundesregierung macht es noch einmal überdeutlich: Für die Menschen in den ländlichen Regionen gibt es nur funkbasiertes Internet als Lösung. Nun muss man das Beste daraus machen und 4G Schritt für Schritt zu einem DSL-Ersatz entwickeln.

Was meinen Sie zum diesem Thema? Befindet sich LTE auf dem Weg zum DSL-Ersatz? Oder kann Funk nie ein echter Festnetzersatz werden?

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Marius Pieruschka
Als ausgewiesener LTE-Fachmann auf 4G.de aktiv.
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  • jobo
    Antworten

    Im Ausland sieht LTE ganz anders aus:
    In Dänemark gibt es 120 … 500GB, in Italien 200 GB, in Österreich 100 GB bis zur echten Flatrate.
    Ausgerechnet im doch so hochentwickelten Deutschland ist LTE als Festnetzersatz nur eine Krücke. Und wenn ich das blöde Grinsen des Superinfrastrukturministers sehe, der gar nicht begreift wovon wir reden, wird sich auch nichts ändern

    • Jan
      Antworten

      Nicht schlecht! Damit ließe sich doch mal was anfangen!!! 🙂
      Ob „mobil“ wirklich irgendwann mal eine echte Flatrate verfügbar sein wird? Bezweifle ich ja noch irgendwie! Österreich wsl. mal wieder als Testmarkt aktiv 😉
      Evtl. schafft ja auch ein vernünftiges WLAN Netz irgendwann mal etwas Linderung, nur sind die Hotspots in DE meistens ja noch instabiler und langsamer als Surfen per EDGE. Die Priorität liegt hier ja bei mir schon noch immer darauf, erst einmal zu schauen ob es Alternativen gibt, bevor ich meine Freivolumen verbrauche.
      Am Ende des Monats muss dann aber meistens doch noch ein SpeedOn her wenn ich viel unterwegs war.
      Für die Zuhause Option sollte aber eine „echte Flatrate“ eigtl. Pflicht sein! Ist ja problemlos realisierbar für die Anbieter (siehe Homezone o2 damals).

  • Kronos-Project
    Antworten

    Das an 01/2015 LTE mehr „Festnetz-Ersatz“ wird, ist leider gegenläufig. O2 fängt als erster DSL-Anbieter ebenfalls mit Drosselung an und wird mit dieser „Sportlichkeit“ nicht der Einzige bleiben.
    Was will man dann neben der Fragestellung, auf wieviel gedrosselt wird, noch erreichen? Wahrscheinlich wird die Drosselgrenze weniger großzügig bei den LTE-Anbietern, durch das hoffentlich eintretende Grundsatzurteil, ausfallen…..

    • jobo
      Antworten

      Was O2 macht kann man nicht mit dem Vorgehen bei LTE vergleichen. 300GB ist doch eine ganz andere Größenordnung, und man kann auf 400 oder gar eine echte flat aufrüsten. In der Drossel hat man immer noch 2 Mbps. Und alles bei vernünftigen Preisen. Genau mit so einem Modell wären sicher viele LTE-zu-Hause-Kunden sehr zufrieden! Aber die Anbieter sind taub.

      • Kronos-Project
        Antworten

        Richtig, LTE-seitig wären diese gedrosselten O2-DSL-Bedingungen ein Traum. Nur wäre der angestrebte LTE-Festnetz-Ersatz ohne Drosselungen im „Festnetzbereich“ (DSL) noch besser. Und die werden nacheinander alle drosseln, völlig egal, wie das Übertragungsmedium heisst….schlecht für die LTE-Anpassungen. Hoffen wir das Beste!
        Gruß.

  • Andreas
    Antworten

    Hallo zusammen,

    LTE ist eine Tolle Sache wenn man es bekommen darf. Seit Dez. 2013 ist hier in unserem Ort LTE in Betrieb gegangen und wie ich auch testen konnte ist das Tempo zu meinem 2MBit DSL Anschluss schon ohne Worte. Die Entfernung von ca. 500m zum Funkmast ist glaube ich auch nicht schlecht und Sichtverbindung ist es auch noch. Doch jetzt kommt die Telekom… Achtung… Da mein DSL Anschluss „zu schnell ist“ da er die min. Grenze von 2MBit erfüllt (Was in den Augen der EU Breitband ist – lach) könne man mir kein LTE zur Verfügung stellen! Das ist doch mal eine Aussage – oder?
    Seit Monaten ist hier Fehlanzeige, weder die Gemeinde noch die Telekom bewegt sich hier.
    Da die Anbieterwahl hier überschaubar ist, bleibt zur Telekom keine Wirkliche Alternative 🙁

    • Jan
      Antworten

      Hi Andreas,

      Call&Surf via Funk gibt es dann also für Dich nicht?! Kannst Du Dir mit einer Datenoption zu deinem Mobilfunkvertrag behelfen? Wie sieht es mit den Kosten im Vergleich aus?

      Vg

    • Marius Pieruschka
      Antworten

      Hallo Andreas,

      dies ist wirklich sehr eigenartig, dass Dir die Telekom kein Call & Surf Comfort via Funk anbietet. Doch schon bald könnte es eine Lösung für die Dich geben:

      https://www.4g.de/news/lte-und-dsl-die-faq-zum-hybrid-router-der-telekom-10280/

      Die Telekom bietet bald einen Hybrid-Router an. Hier sollen LTE und DSL zusammenspielen. Diesen Anschluss sollte eigentlich nichts im Wege stehen und dann kommst Du auch in den Genuss von LTE.

      Schöne Grüße vom 4G.de-Team

      • Andreas
        Antworten

        Hallo Jan, Marius,
        mit der Datenoption per Mobilfunk fällt leider aus da ich bei Congstar bin und die bieten kein LTE an. Vodafone ist hier am Standort leider extrem schlecht und nicht auf LTE ausgebaut. Der Hybridanschluss fällt auch aus, da erstmal der Norden dran ist. Die Begründung an der Kundenhotline war auch wieder Weltklasse: Man benötigt einen IP fähigen DSL Anschluss und LTE am Standort damit das geht. Komisch ist, ich habe einen IP Anschluss und es gibt hier Telekom LTE!?
        So langsam ist das hier Filmreif.

        VG

        • Jan
          Antworten

          Hallo Andreas,

          was sagt denn die Telekom Hotline dazu, dass Du einen IP Anschluss hast? Hast Du es mal bei T-Mobile versucht? Und ein anderer Anbieter als congstar im T-Mobile Netz nur mit einem Datentarif ist keine Option für Dich? Ich habe z.B. noch eine alte Vodafone Karte für 19,90€ im Monat mit 5GB Datenvolumen, jedoch nur bis 7,2MBit.. die nutze ich oft rein zum surfen wenn ich unterwegs bin. Wenn Du so etwas in einen LTE fähigen Router steckst… ?
          Evtl. kommt Dich auch ein Bundle Tarif der Telekom günstiger? Festnetz, DSL + Mobilfunk?

          Vg

          • Andreas

            Hallo Jan,
            die Überlegungen hatte ich auch schon alle durch, aber es scheitert am Datenvolumen. Ich habe im Monat ca. 65 – 85 GB. Das alles wird überwiegend beruflich genutzt und ich mache auch keine sonderbaren Downloads. Die Kombi aus meinem bestehenden DSL Anschluss + LTE mit 30GB wäre hier schin eine gute Kombi… wenn die Telekom Interesse hätte Geld zu verdienen. Die neuen Magenta 1 Tarife bekomme ich auch nicht, weil IP Anschluss der Telekom vorhanden und diesen kann man wohl auch bei der Telekom nicht vor Ablauf ändern – ich frag mich langsam was das alles soll!?
            Auf der anderen Strassenseite liegt Unitymedia mit 100MBit, aber die wollen 22.000 Euro für die Anbindung! Beteiligung der Gemeinde wird hier abgelehnt.

            VG

          • Jobo

            Hallo Andreas,
            wenn ich das richtig verstehe hast du einen Call&Surf bei der Telekom mit 2000er DSL und IP-Festnetz sowie einen Congstar Mobilvertrag, richtig?
            Vergiss mal die Hotline, das sind ja keine ausgebildeten Experten. Allerdings ist es richtig dass Hybrid erst in Norddeutschland startet und im Süden erst 2015, und dass du dafür ein VoIP-fähiges DSL sowie LTE-Verfügbarkeit brauchst.
            Normalerweise wird LTE angeboten, wenn man weniger als 6 Mbit/s hat, außer der Mast ist schon ausgelastet.
            Hast du denn mal im Telekom-Kundencenter bzw. im Telekom-Online-Shop versucht einen Call&Surf via Funk zu bestellen? Was sagt dir da die Verfügbarkeitsprüfung?

        • Andreas
          Antworten

          Hallo Jobo,
          das habe ich auch schon versucht mit dem Ergebnis das es zunächst funktioniert mit Bestellung und dann 2 eMails später heist es dann ich solle mich mit dem T-Punkt oder Kundenservice in Verbindung setzen. Dort heist es dann wieder das ein IP Anschluss nicht geändert werden kann so lange er läuft… also noch 12 Monate.
          Wir schiessen Sonden und Roboter zum Mars aber so was hier kriegt niemand geregelt – schon traurig.

          VG

          • jobo

            Ah ja, jetzt wird mir das klar. Die Crux ist das verdammte VoIP. Hättest Du damals kein DSL-IP gewählt sondern z.B. universal (ISDN) wäre das heute kein Problem!
            Bei Call&Surf via Funk wird ja die DSL-Leitung nicht genutzt, deshalb geht da Festnetztelefonie nur über ISDN (oder sogar noch analog). Aber die Telekom will ja ISDN / analog bis 2018 abschaffen. Deshalb werden Kunden ja beinahe mit Gewalt zu VoIP gedrängt – wer VoIP-fähiges DSL hat, aber noch einen ISDN-Vertrag, dem wird mit Kündigung gedroht wenn er nicht wechselt. Und ein Rückwechsel von VoIP zu ISDN geht natürlich gar nicht, höchstens mit Vertragskündigung zum Laufzeitende. Und auch da bin ich mir nicht sicher, was die sich dann einfallen lassen.
            Wenn aber Hybrid dann verfügbar ist sollte das bei dir gehen, da Hybrid ja LTE mit DSL-IP-Telefonie ist.
            Grüße

  • Hermann
    Antworten

    LTE ist ein Sportwagen mit 5 Liter im Tank…Sau teuer, fährt 320km/h aber nur 30km weit. Dann den Rest des Monats nur noch mit 25km/h. Ist also dieser Sportwagen ein wirklicher Ersatz für ein Auto, um z.B. zur Arbeit zu pendeln? Nööööö!!!

  • Wolfgang
    Antworten

    LTE ist schon eine gute Alternative. Nur wenn ich dann die Antwort der Bundesregierung lese, dass sich der Preis im Markt bilde, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Wenn es keine Alternative also keinen Markt gibt, dann bildet sich der Preis nach Gutsherrenart. Und so wird es wohl auch bleiben. Ganz herzlichen Dank für die digitale Agenda. Sie ist wirklich eine große Hilfe 🙁

  • Rudi Rock
    Antworten

    Ohne Frage, LTE hat Fortschritte gemacht. LTE via Funk hat auch bewiesen, das es ein Festnetzersatz sein kann! Ob es jemals ein Festnetzersatz sein wird, liegt einzig und allein bei den beiden Anbietern! Aktuell verkauft sich das Produkt fast von selbst, weil die Kunden keine andere Wahl haben, das scheinen viele zu vergessen.
    Jedoch, noch immer gibt es Gebiete, in denen es weder DSL noch LTE gibt! Ebenso wie die unsinnige 90 % Regel ein Gebiet als versorgt einstuft, so gibt es die unsinnige Einstufung vom festnetzgebundenen LTE via Funk als Breitband. Breitband, nur weil wir es je nach Nutzugsverhalten und Geldbeutel für einige Tage auch als dieses nutzen können?! Das steht ganz im Gegensatz zu dem, was unsere Bundeskanzlerin erzählte, versprach. Das war anno 2009 bzw. 2011. Die Drosselung ist technisch nicht begründet. Die Zuordnung von LTE via Funk zum Mobilfunk ist die nächste Lüge.
    Die Digitale Agenda: kein Wort, keine Aussicht auf ein schlüssiges Ausbau- Konzept. Keine Aussicht auf Glasfaser FTTH oder deren teilweisen Ausbau FTTC (würde sicher für die nächsten Jahre erst einmal ausreichend sein). Kein Wort zum Leerrohrzwang. Kein Wort darüber das der doppelte FTTH / FTTC- Netzausbau zweier Anbieter in einem ländlichen Gebiet in Zukunft unterbunden werden soll. Stattdessen wurde die Drosselung zementiert.
    LTE via Funk kann ein guter Festnetzersatz sein, dazu müssen die Anbieter jedoch endlich ehrlich werden.

  • Rocco
    Antworten

    Was soll die Lüge über schließung der weißen Flecken !!!!!!!!!
    Heute noch 29.08.2014 hier am Bahnhof Hangelsberg vom Amt Grünheide/Mark
    ein riesiger WEISSER Fleck Nix LTE mit 50 Mbit/s nur Edge mit 0,1 – 0,2 Mbit/s !!
    Das am Berliner Autobahnring an einer wichtigen Bahnlinie RE1 & Berlin – Warschau
    gelegen. In diesem einzugsgebiet stehen etwas über 2000 im Dunkeln was LTE betrifft . Ich habe einen LTE – Smartphone Vertrag aber kein LTE hier und in Braunsdorf / Spreenhagen auch nicht im August 2014.

    • Marius Pieruschka
      Antworten

      Hallo Rocco,

      die Netzbetreiber haben ihre Versorgungsverpflichtungen zur Schließung der Weißen Flecken im November 2012 in allen Flächenbundesländern erfüllt. Brandenburg war das letzte Bundesland, wo die Weißen Flecken offiziell geschlossen wurden.

      Nun sind diese gesetzlichen Verpflichtung etwas problematisch. Denn ein Bundesland galt als versorgt, wenn dort 90 Prozent der Weißen Flecken geschlossen waren. Dies erklärt auch, warum Brandenburg als versorgt gilt und der Bahnhof Hangelsberg eben noch immer ein Weißer Fleck ist.

      Wir haben dieses Thema letzten Monat schon einmal näher beleuchtet:

      http://www.4g.de/news/der-unvollendete-lte-ausbau-auf-dem-land-eine-kritische-bilanz-10245/

      Schöne Grüße

      vom 4G.de-Team

  • Marius Pieruschka
    Antworten

    Hallo liebe Leser von 4G.de,

    vielen Dank für die ersten Kommentare zu diesem Thema. Aus fast allen Beiträgen liest man es heraus: LTE als Technologie ist nicht das Problem. sondern das sehr knappe Datenvolumen und die Tarifgestaltung der Anbieter.

    Fritz bringt als positives Gegenbeispiel die Tarife vom österreichischen Anbieter Drei, wo gar nicht gedrosselt wird. Soweit muss man gar nicht gehen, denn es gibt bei T-Mobile in Österreich auch LTE-Tarife mit Datenvolumen für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

    http://www.t-mobile.at/aktuelles/homenet/index.php

    Vielen Nutzern dürfte wahrscheinlich Home Net L mit 70 GB (bis zu 30 Mbit/s) für 29,99 Euro reichen. Wäre dies nicht auch ein Tarifmodell für Deutschland? Wer jedoch mit solchen Beispielen kommt, hört von den deutschen Netzbetreibern immer als Argument: Die Nutzerdichte sei in Österreich viel geringer als in Deutschland, deshalb sind LTE-Tarife ohne Drosselung oder mit viel Datenvolumen nicht möglich.

    Aber die Änderungen bei der Tarifgestaltung in Deutschland muss von Seiten der Netzbetreiber kommen. Die Bundesregierung wird hier wohl nicht eingreifen und beruft sich auf die Vertragsfreiheit der Anbieter. Wer übrigens direkt etwas zur Digitalen Agenda zu sagen hat, kann dies hier los werden:

    http://www.digitale-agenda.de/DA/Redaktion/DE/Standardartikel/Handlungsfelder/1-2_digitaler-zugang-fuer-laendliche-gebiete.html

    Wer weiß, vielleicht bringt die IFA 2014 interessante Neuerungen. Als ziemlich sicher gilt, dass die Telekom ihren Hybrid-Router mit LTE und DSL vorstellt. Ob dann auch gleich neue Tarife folgen, muss man sehen.

    Schöne Grüße vom

    4G.de-Team

  • A. von G.
    Antworten

    Wie soll LTE ein DSL-Ersatz sein wenn das Update einer einzigen Software mehr Datenvolumen benötigt als der grösste LTE-Tarif beinhaltet?
    Sollen wir uns dumm und dämlich zahlen mit dem teuren Zusatzvoluemen?

  • G. von A.
    Antworten

    Der Moment wenn das Update einer einzigen Software mehr Datenvolumen benötigt als der grösste und teuerste LTE-Tarif überhaupt beinhaltet.

    Der Moment wenn man sich die Preise für Zusatzvolumen ansieht.

    Der Moment wenn LTE und DSL-Ersatz in einem Satz auftauchen.

  • Maik K.
    Antworten

    LTE KANN ein DSL Ersatz sein, ist es aber definitiv noch nicht!
    Wie schon so oft angesprochen, fehlt es einfach an angemessenem Volumen bzw. einer Fair Use Policy. 30 GB sind zu wenig, auch 60 GB (wie die Bestandskunden der Telekom haben) sind nicht das Ende der Fahnenstange..

    @ Jan: LTE funktioniert bei mir zu Hause einwandfrei! Man hat eine stabile Verbindung, der Ping ist mit 30-50 ms völlig ok, und selbst zu den Hauptverkehrszeiten merkt man Geschwindigkeitseinbußen nur durch einen Speedtest.. Es läuft immer noch alles flüssig…

    Und genau das ist ja so frustrierend!
    Die Technik ist da, sie funktioniert gut, sie KÖNNTE alle unsere Probleme bezüglich Breitband auf dem Land lösen!..

    Doch jeden Tag fällt der erste Blick beim Einschalten des Computers auf die Verbrauchsanzeige, und es bleibt der bittere Beigeschmack eines 2 Klassen Internets. Und dass unsere Politiker dieses Problem bis heute nicht erkannt haben (in der digitalen Agenda findet man kein Wort über die Drossel) setzt dem ganzen Frust noch das i Tüpfelchen auf!

    • Rudi Rock
      Antworten

      Bei mir funktioniert LTE via Funk auch einwandfrei.
      Ja der Mast fiel mal aus, wie es auch in anderen Gegenden passiert und von anderen Nutzern ist in Foren zu lesen das der Router mal spinnt. Na und? Das sind doch Kinderkrankheiten, die bald noch viel weniger werden. Die Technik funktioniert, warum auch nicht.
      Was manche Nutzer nicht vergessen sollten, der Download ist nicht nur von der Funkzellenauslastung abhängig, sondern auch von dem, was der Server der Gegenstelle hergibt.
      Aktuell würden mir dauerhafte 5 bis 10 Mbit reichen. Das Gewerbe braucht mehr, vor allem im Upload.

  • jobo
    Antworten

    Rein technisch haben Funktechnologien ein großes Potenzial. Es gibt schon Teststrecken mit Übertragungsraten im Bereich Gbit/s, also mindestens so gut wie ftth. Aber es gilt hier einige technische Probleme zu meistern, die momentan verhindern dass es so simpel funktioniert wie eine plug&play Leitung. Man braucht eventuell Antennen, und die Geschwindigkeit ist abhängig von der Mastauslastung, ein unschöner Nebeneffekt des shared medium. Stellt man genug Kapazität mit genug Bandbreite zur Verfügung ist es sicher als DSL Ersatz geeignet – rein technisch. Doch auch dies setzt ein entsprechend dichtes Netz voraus, und ob das billiger ist wie eine Leitung in jede Hütte ist nicht sicher.
    Voraussetzung für eine Nutzung als Ersatz-Breitband-Anschluss ist aber, dass die Tarife so gestaltet werden, dass seine ungetrübte Breitbandnutzung möglich ist. Größtes Handicap ist dabei die völlig unangemessene Volumendrosselung. Dabei wird die Vertragsfreiheit der Anbieter über das Recht der Verbraucher auf Gleichstellung gestellt. Wenn LTE als Ersatz für DSL gelten soll, muss die Politik die Anbieter zwingen, zu DSL vergleichbare Tarife bereitzustellen. Statt Volumendrosselung muss es echte Flatrates geben, möglicherweise mit einer fair use policy, oder bei Volumentarifen muss mindestens das 10fache des durchschnittlichen Volumenbedarfs für Breitband zur Verfügung gestellt werden.

  • Fritz
    Antworten

    Oh hab datenvolunen vergessen:)
    100, 200, 300

  • Jan
    Antworten

    Hier auf dem „Dorf“ ist mittlerweile auch überall ein 4G Netz verfügbar. Der LTE Empfang ist innen zwar manchmal etwas schwach, aber dann ist ja zumindest noch 3G verfügbar!
    Letztens hatte ich WLAN deaktiviert auf dem Handy, ohne es zu merken. Unterwegs mit LTE rasend schnell online, zuhause mit LTE rasend schnell online… Mitte des Monats kam die SMS -> Ihr Inklusiv-Volumen ist aufgebraucht, buchen Sie jetzt… 2GB RASEND schnell aufgebraucht! Klar, ein bisschen Musik gestreamt, iTunes, Spotify, dann ein paar Youtube Videos und *zack* war es das für den Monat! Wieviele Tage jetzt das WLAN aus war, ich würde sagen vielleicht keine ganze Woche?!
    Auf dem Handy habe ich es wirklich nicht gemerkt dass ich nicht mehr über meinen DSL Anschluss unterwegs war, also ganz klar ein Ersatz! Was das Volumen angeht, jedoch leider WEIT davon entfernt!!!
    Ob ich jetzt aber wirklich auf mein DSL verzichten wollte, bzw. nur mit LTE zufrieden wäre, wenn es hier kein DSL gäbe? Ich weiß ja nicht…
    Auf dem Computer Email Client offen, iTunes, da ein Download, die Tabs im Browser, dann noch VoD auf der Xbox, ab und zu ein Spielchen… ob da LTE schon zuverlässig genug funktioniert?

  • Fritz
    Antworten

    LTE kann ein echter Festnetz Ersatz sein unzwar schon heute. Denn in Österreich gibt es auch schon Mobilfunk tarife ohne Drosselung nämlich bei drei. Im übrigen kann man diese tarife auch unterwegs nutzen! Die Telekom und Vodafone wollen das nur nicht damit sie mehr Geld machen mit den Speed on optionen. Und selbst wenn es dann mal zu engpässen kommen würde, ich möchte lieber zu den abendzeiten nur 5-10 mbit als nach 30gb nur noch 384kbit!!!!!!! Und tarife ganz ohne drosselung müssten es ja nicht einmal sein. Hier meine vorschläge: 35€ 16/2 mbit, 40€ 50/10 mbit, 45€ 100/50 mbit. Was sagtbihr dazu würde mich über antwort freuen.

  • Hans Hinterwäldler
    Antworten

    Die Digitale Agenda der Bundesregierung macht es überdeutlich: Für die Menschen auf dem Land gibt es nur Funk-Internet. Dies ist ein bitteres Fazit, aber leider wahr.

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