LTE als DSL-Ersatz – Der 4G.de-Tarifvergleich

Mitte Februar wurde die Klage der Verbraucherzentrale Sachsen zur Drosselung bei den LTE Zuhause-Tarifen von Vodafone abgewiesen. Damit ist klar, die 4G-Tarife als DSL-Ersatz bleiben für Neu- und Bestandskunden unverändert und es wird weiter nach Verbrauch des Datenvolumens gedrosselt. Änderungen bei den LTE-Tarifen sind in naher Zukunft somit nicht in Sicht. Doch es gibt eine Alternative: Ab März 2015 vermarktet die Deutsche Telekom ihren Hybrid-Tarif deutschlandweit. Mit Magenta Zuhause Hybrid surfen die Nutzer ungedrosselt mit LTE und DSL. Leider kommt nicht jeder in den Genuss dieser Tarife.

Das Infoportal 4G.de hat einmal die aktuellen LTE-Tarife als DSL-Ersatz der Telekom und von Vodafone genauer unter die Lupe genommen. Dazu werfen wir einen Blick auf das neue Hybrid-Angebot von T-Mobile.

Vodafone beim DSL-Ersatz günstiger als Telekom

LTE-Tarife als DSL-Ersatz bieten aktuell nur die Deutsche Telekom und Vodafone an. E-Plus und o2 hingegen versorgen zu wenige ländliche Regionen mit der Mobilfunktechnologie der vierten Generation, dass sich ein solches Angebot für die Netzbetreiber lohnen würde. Die Deutsche Telekom vermarktet den Festnetzersatz unter den Namen Call & Surf Comfort via Funk, während das Angebot bei Vodafone LTE Zuhause heißt. Bei diesen Netzbetreibern sind die Tarife recht ähnlich strukturiert. Man bietet drei Tarife mit 10 GB (S), 15 GB (M) und 30 GB (L) als Inklusivvolumen an. Nur bei den Übertragungsraten unterscheiden sich die Tarife als DSL-Ersatz.

Volumen Telekom (Call & Surf Comfort via Funk) Vodafone (LTE Zuhause)
10 GB bis zu 16 Mbit/s 34,94 € bis zu 7,2 Mbit/s 24,99 €
15 GB bis zu 50 Mbit/s 39,95 € bis zu 21,1 Mbit/s 34,99 €
30 GB bis zu 100 Mbit/s 49,95 € bis zu 50 Mbit/s 44,99 €

Eins muss man vorweg sagen: Bei der Telekom ist die Angabe mit bis zu 100 Mbit/s (Call & Surf Comfort via Funk L) etwas problematisch, da auf dem Land nur Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s möglich sind. Dies liegt daran, dass man die ländlichen Regionen mit 800-MHz (Digitale Dividende) ausbaut. Diese LTE-Frequenzen bietet eine hohe Reichweite und dringen dazu gut in Gebäude, hiermit sind jedoch nur besagte Übertragungsraten möglich. Wer diesen Tarif als DSL-Ersatz auf dem Land bucht, bekommt maximal 50 Mbit/s. Die Deutsche Telekom spricht hier trotzdem von bis zu 100 Mbit/s und argumentiert damit, dass man hiermit auch LTE-Kunden in der Stadt ansprechen möchte, wo diese Geschwindigkeit dank Ausbau mit 1800-MHz/2600-MHz möglich ist.

DSL-Ersatz

Unterschiedliche LTE-Frequenzen für Stadt und Land (Bildquelle: Deutsche Telekom)

Vor diesem Hintergrund ist ein direkter Vergleich von Call & Surf Comfort via Funk L (Telekom) und LTE Zuhause L (Vodafone) möglich, denn beide Netzbetreiber bieten den Bewohnern auf dem Land bis zu 50 Mbit/s. Hier ist Vodafone um 5 Euro im Monat günstiger und eine Ersparnis fällt noch höher aus, wenn man die Zuzahlungen für Hardware beim DSL-Ersatz mit einrechnet. Die Telekom verlangt für ihren Speedport LTE II 4,95 Euro zusätzlich, bei Vodafone fällt für die Hardware ein monatlicher Mietpreis von 2,50 Euro an. So liegt die Ersparnis schon bei 7,50 Euro monatlich. Auch beim Vergleich von Call & Surf Comfort via Funk S (34,94 €) und LTE Zuhause M (34,99 €) steht Vodafone besser da: Gleicher Preis, aber mehr 4G-Speed und Datenvolumen beim Düsseldorfer Netzbetreiber.

Telekom punktet beim Nachkauf von Datenvolumen

Doch bei LTE als DSL-Ersatz muss man noch einen anderen Punkt beachten. Mit maximal 30 GB ist das Datenvolumen recht knapp bemessen. Besonders in einem Mehrpersonenhaushalt ist dies schnell aufgebraucht und dann heißt es Inklusivvolumen nachkaufen. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen der Deutschen Telekom und Vodafone, seit T-Mobile ihr Kostenmodell im August 2014 bei SpeedOn umgestellt hat. Wer einen Tarif mit 30 GB als DSL-Ersatz gebucht hat, bekommt für 14,95 Euro auch 30 GB zusätzliches Datenvolumen. Beim Call & Surf Comfort via Funk M bekommt man 15 GB und beim Tarif Call & Surf Comfort via Funk S 10 GB als weiteres Inklusivvolumen für 14,95 Euro.

Bei Vodafone verhält es sich anders. Hier zahlt man unabhängig vom LTE-Tarif für die sogenannten Speedbuckets 4,99 Euro für 1 GB, 9,99 Euro für 5 GB oder 14,99 Euro für 10 GB. Wer also häufiger Datenvolumen nachkaufen muss, kommt mit der Deutschen Telekom bei LTE als DSL-Ersatz günstiger weg. Am besten wäre es natürlich, gar nicht gedrosselt zu werden. Da war doch was. Richtig, die Hybrid-Tarife der Deutschen Telekom, welche im März deutschlandweit starten.

Magenta Zuhause Hybrid: LTE und DSL ungedrosselt

Magenta Zuhause Hybrid ist ein ungedrosselter Tarif mit LTE und DSL, dazu ist das Angebot der Telekom etwas günstiger als der DSL-Ersatz Call & Surf Comfort via Funk. Die Technologie funktioniert bei der Telekom wie folgt. Der Router Speedport Hybrid leitet die Datenströme intelligent und automatisch. Ist genügend Bandbreite über das Festnetz vorhanden, nutzt die Hardware nur DSL, bei Bedarf wird dann LTE zugeschaltet. In der Praxis könnte dies so aussehen. Ein Windows-Update wird im Hintergrund über DSL geladen, während der Nutzer ein Youtube-Video über LTE streamt. Alles läuft wohlgemerkt ohne Datenvolumen-Begrenzung.

DSL-Ersatz

Magenta Zuhause Hybrid ist günstiger als Call & Surf Comfort via Funk (Bildquelle: Deutsche Telekom)

Doch leider haben die Hybrid-Tarife einen Haken. Wer das Angebot der Deutschen Telekom nutzen möchte, braucht an seinem Wohnort einen IP-fähigen DSL-Anschluss und eine ausreichende LTE-Versorgung. Dies ist nicht immer verfügbar und so bleibt manchen nur LTE als DSL-Ersatz. Dazu hat Hybrid, nun wie soll man sagen, noch einige Kinderkrankheiten. Kurz nach dem Tarif-Start von Magenta Zuhause Hybrid Ende November 2014 klagten Kunden über einzelne Probleme. So wurde etwa LTE nicht zugeschaltet und man surfte nur über DSL. Diese Störung, die bei einzelnen Nutzern auftauchte, hat die Telekom mittlerweile behoben.

Doch es trat noch ein für viele Kunden äußerst ärgerliches Problem auf. Nach der Umstellung auf Magenta Zuhause Hybrid waren sie telefonisch nicht mehr erreichbar. Dies gab es davor bei Call & Surf Comfort via Funk als DSL-Ersatz nicht. Auch diese Problem hat man wohl pünktlich zum deutschlandweiten Start von Magenta Zuhause Hybrid im März behoben.

Fazit 4G.de

Bei den LTE-Tarifen als DSL-Ersatz hat beim monatlichen Preis Vodafone die Nase voran, dies wird umso deutlicher, wenn man noch die Mietkosten für die Hardware berücksichtigt. Wenn es um das Nachkaufen von Datenvolumen geht, ist das Angebot der Deutschen Telekom günstiger, besonders wenn man einen der höherwertigen Call & Surf Comfort via Funk Tarife gebucht hat. Wer die Wahl hat, würde sicherlich zum ungedrosselten Tarif Magenta Zuhause Hybrid greifen.

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Hier sind wir auch beim richtigen Stichwort: Wer die Wahl hat. Nicht jeder Nutzer auf dem Land kommt in den Genuss der Hybrid-Technologie. Nicht einmal bei LTE als DSL-Ersatz kann man im Regelfall den Netzbetreiber frei wählen. Häufig gibt es nur die Deutsche Telekom oder Vodafone als Anbieter in den ländlichen Regionen. Äußerst selten gibt es eine Doppelversorgung und eine echte Wahlmöglichkeit beim DSL-Ersatz. Unter diesen Bedingungen bleiben die LTE-Tarife in dieser Form unverändert. Bewegung auf den Markt könnte ein LTE-Ausbau von Telefónica Deutschland auf dem Land bringen, doch dieser ist aktuell nicht in Sicht. Der nun größte deutsche Netzbetreiber vorsorgt aktuell fast nur die Städte mit LTE.

Update:

Wir werden von den Lesern von 4G.de immer wieder gefragt, ob wir nähere Informationen zu den speziellen Tarifen als DSL-Ersatz für die Menschen auf dem Land haben, welche bei der Telekom in Planung sind. So schrieb Philipp Blank im Telekom Blog im Januar 2014: „Wir werden für sie einen speziellen Tarif entwickeln, der ein deutlich höheres Inklusivvolumen, dafür aber eine geringere Maximalgeschwindigkeit enthält. So können wir auch neuen Kunden ein attraktives Angebot machen, das für die Telekom wirtschaftlich und technisch zu realisieren ist.“ (Quelle: Telekom-Blog) Die Planung eines solchen Tarifes soll laut T-Mobile bis zu zwei Jahre dauern.

Wir haben heute zu den neuen Tarifen zweimal bei der Pressestelle der Deutschen Telekom angefragt. Am Ende hieß es nur, dass man das Tarifangebot gemäß den technischen Möglichkeiten stetig weiterentwickle. Entweder wollte man nichts zu den neuen Tarifen als DSL-Ersatz verraten oder man konnte, diesen Eindruck hatten wir, die Aussage aus dem Telekom-Blog vom Januar 2014 nicht mehr so recht einordnen. Eine mögliche Interpretation wäre, dass Herr Blank hier bereits die Hybrid-Tarife angedeutet hat, welche in der ersten Planungsphase noch höhere Datenvolumen bieten sollten, statt (wie heute) ungedrosselt zu sein.

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Marius Pieruschka
Als ausgewiesener LTE-Fachmann auf 4G.de aktiv.
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Showing 9 comments
  • SebSonic
    Antworten

    das mit den 60GB ist nicht korrekt. Das gilt nur für Kunden, die einen via Funk Tarif bereits vor dem 5.12.2013 (Datum kann ggf. falsch sein, habe das jetzt nichtmehr genau im Kopf) hatten. Diese erhalten einmalig zu dem tariflich vereinbarten Traffic 30GB pro Monat. Auf 60 GB kommt man nur, wenn man den ganz großen via Funk Tarif nimmt. Neukunden bekommen diese 30GB nicht. Ein Tarifwechsel innerhalb der via Funk Tarife wird übrigens nicht als Neuvertrag angesehen, sprich wer aktuell nur 10GB normal hat, kann in den L Tarif wechseln und somit auf die genannten 60GB pro Monat kommen. Am Telefon erzählt man den Leute gerne was anderes, ein Tarifwechsel wäre ein neuer Tarif und damit wären die 30GB zusätzlich hinfällig. Im Telekom hilft Forum findet man dies aber schwarz auf weis. Ich habe den Wechsel auch gemacht und habe nun 60GB im Monat, war aber ein Alt von fast 3 Monaten, weil der Tarifwechsel dauernd auf unerklärliche Weise storniert wurde. Und 60GB sollen für einen Haushalt mit 6 Personen viel sein? Wenn man nur surft und Mails liest vielleicht, aber wenn man sich mal ein paar Youtube Video’s ansehen will wird das schon sehr eng und Video on Demand kann man komplett haken. Da Windows 10 jetzt ja auch Updates automatisch macht und man das nicht wirklich verhindern kann wird der Traffic noch knapper.

  • AWI
    Antworten

    Vodafone ist vielleicht günstiger, aber es gibt einenwesentlichen Unterschied. Auch wenn es bei der Telekom offiziel auch nuch 30 GB Inklusivvolumen sind, reduzierd wird erst ab 60 GB. Und das ist für einen 6-köpfigen Haushalt schon eine Menge. Und nach 15 Jahren mit regelmäßigen leeren Zusagen und Versprechen hinsichtlich DSL-Versorgung sage ich das nur ungern.

  • Swatch
    Antworten

    Ich wohne im Land Stadt widdern und ich schäme mich das ich nur 384dsl zur Verfügung habe. Endlich gibt es LTE mit bis zur 50t Geschwindigkeit aber leider nur bis 30gb danach wieder bis 384

  • Tille
    Antworten

    „Interessante“ Information im Telekom hilft-Forum:

    https://telekomhilft.telekom.de/t5/Zuhause/Wann-kommen-endlich-wie-angek%C3%BCndigt-neue-Call-amp-Surf-via-Funk/m-p/1302595/highlight/false#M29274

    Neue „via Funk“-Tarife wird es nicht mehr geben. Ich sehe aber nicht zwangsläufig, dass dies gegen die Vereinbarungen des „Kundenworkshops“ verstößt. Denn mit den neuen „Magenta Zuhause Hybrid“-Tarifen kann ein Großteil der LTE-Kunden in einen Tarif ohne Inklusivvolumen bei gleichbleibender oder sogar höherer Geschwindigkeit wechseln.

  • SebSonic
    Antworten

    Wie sieht es jetzt eigentlich mit den geplanten neuen Telekom Tarifen für den ländlichen Raum aus die ja angeblich schon seit letztem jahr in der Entwicklung sind? Achja, kleiner Nachtrag. Auf dem Land sind bei der Telekom auch nicht immer die 50 MBit buchbar. Laut Abdeckungskarte wäre bei mir 50 MBit verfügbar, freigeschaltet zum buchen aber nur die 16er Variante. An der Auslastung kann es nicht liegen, da alle umliegenden Orte von einem lokalen Anbieter mit Glasfaser ausgebaut wurden, nur für meinen Aussiedlerhof hats nicht gelangt. Positiver Nebeneffekt, ich hab die Funkzelle relativ für mich alleine und habe bisher noch keinerlei Drosselung aufgrund von Auslastung der Zelle bemerkt. Hybrid ist leider auch nicht möglich, da mir die Telekom aufgrund von 9,5km Entfernung zum HVT keinerlei DSL über Erdleitung anbieten kann.

    • Marius Pieruschka
      Antworten

      Hallo SebSonic,

      die Deutsche Telekom hat die Tarife für den ländlichen Raum Anfang 2014 angekündigt. Danach hieß es, es dauere bis zu 2 Jahre, bis ein neuer Tarif entwicklt und geplant ist. So könnte man mit einem realistischen Start ab Mitte 2015 rechnen. Tatsächlich ist es etwas ruhig geworden um diese Tarife. Wir fragen einmal bei der Pressestelle der Telekom an und schauen, was wir in Erfahrungen bringen können.

      Schöne Grüße

      vom 4G.de-Team

      • SebSonic
        Antworten

        Vielen Dank. Ich bin gespannt.

        • Marius Pieruschka
          Antworten

          Hallo SebSonic,

          wir haben zu diesem Thema heute bei der Pressestelle der Deutschen Telekom angefragt. Nähers hierzu findest Du im Update des Artikels.

          Schöne Grüße

          vom 4G.de-Team

          • SebSonic

            Vielen Dank für das schnelle Update. Ich hoffe nur Ihre Interpretation ist falsch und die Hybrid Tarife sind nicht die neuen Tarife für den ländlichen Raum, denn damit hätte man mal wieder den Bock zum Gärtner gemacht. Meine viele die auf dem Land jetzt LTE nutzen tun dies, da man nur DSL Light bzw. gar keins gestellt bekommen hat. Wie sollte man da die Hybrid Tarife nutzen wenn DSL 2000 (oder war es 3000) Vorraussetzung ist. Naja, bleibt wohl nur auf die Begründung zur Vodafone Klage zu warten und zu hoffen, dass die Verbraucherzentrale in Revision geht….

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