Kein LTE beim Handy: Wenn 800-MHz fehlt

Wer ein Handy günstig aus dem Ausland importiert, könnte am Ende eine böse Überraschung erleben. Gerade bei Smartphones aus China fehlt häufig das wichtige LTE-Band 20 (800-MHz). Hier kann man dann nicht mit 4G surfen. Dies gilt etwa für beliebte Smartphones wie das Xiaomi Mi5 oder Honor 6 Plus. Wie wichtig ist 800-MHz?

Chinesische Hersteller bieten eine Vielzahl von Smartphones, welche durch einen günstigen Preis und eine tolle Ausstattung überzeugen. Über das Internet ist es heute kein Problem, ein solches Handy zu bestellen und nach Deutschland liefern zu lassen. Doch am Ende könnte man beim Schnäppchen aus Asien eine böse Überraschung erleben. Das Smartphone unterstützt keine 800-MHz (Band 20), wie es so häufig bei Geräten aus China ist. Hierzu gehören auch so beliebte Geräte wie das Xiaomi Mi5 oder Huawei Honor 6 Plus. Doch wie wichtig ist das Band 20 in Deutschland? Dies hängt vor allem vom eigenen Wohnort und dem Netzbetreiber ab.

Wer ein importiertes Handy ohne 800-MHz (Digitalen Dividende I) auf dem Land nutzen möchte, sollte sich den Kauf sehr gut überlegen. Die Deutsche Telekom, Vodafone und o2 haben die ländlichen Regionen hierzulande nur mit dem Band 20 ausgebaut. Die Frequenzen der Digitalen Dividende I haben eine große Reichweite. Eine Basisstation mit dieser LTE-Frequenz kann einen Umkreis von etwa 10 Kilometer mit 4G versorgen. Dazu sorgt 800-MHz für eine gute Versorgung mit LTE indoor. Das Band 20 ist somit ideal für die Versorgung auf dem Land. Mit den Frequenzen der Digitalen Dividende kann man kostengünstig große Flächen mit Mobilfunkversorgen. Dazu eignet sich dieses Frequenzband wegen dem guten Indoor-Empfang perfekt als DSL-Ersatz. Doch für importierte Handys heißt es häufig nur eins: Kein LTE.

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Die Vorteile von Band 20 (große Reichweite) nutzen einzelne Netzbetreiber auch in den Städten. So hat Telefónica Deutschland die Großstädte und Ballungsgebiete mit 800-MHz ausgebaut. Dies heißt: Wer ein Handy wie das Xiaomi Mi5 hat, kann mit seinem o2-Vertrag kein LTE nutzen. Dies gilt für ländliche Regionen und die Städte. Vodafone hat in der Vergangenheit die Städte mit dem Band 20 ausgebaut. Nun setzt man immer mehr auf 1800-MHz und 2600-MHz, denn nur mit diesen Frequenzen sind hohe Übertragungsraten von bis zu 225 Mbit/s und mehr möglich. Hier zeigt sich das Manko von 800-MHz. Dieses LTE-Frequenzspektrum ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s. Bei der Telekom sieht es wiederum so aus: Die Städte baut man mit 1800-MHz aus, auf dem Land setzt man auf die Digitale Dividende I.

800-MHz: Die Anbieter lernen dazu

Doch die Anbieter aus China lernen auch hinzu. Ein gutes Beispiel ist das OnePlus One. Das Handy aus dem Jahr 2014 unterstützt nicht das Band 20. Der Hersteller hatte einfach die Bedeutung von 800-MHz für Europa und speziell für Deutschland unterschätzt. Nach mehrfacher Kritik von Nutzern und der Medien unterstützte das Nachfolge-Modell OnePlus 2 bereits das wichtige Band 20 für den europäischen Markt. Diese Erkenntnis wünscht man sich auch bei Xiaomi.

Doch was sollte man beachten, wenn man eine Handy im Ausland gekauft? Ein Blick in den Bereich „Technische Daten“ sollte hier Aufschluss geben. Nicht immer geben die Hersteller dort die Frequenzen an, sondern es ist die Rede von Bändern. Ein Smartphone für die Nutzung in Deutschland sollte 800-MHz (Band 20), 1800-MHz (Band 3) und 2600-MHz (Band 7) unterstützen. Dann klappt es auch mit LTE.    

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Marius Pieruschka
Als ausgewiesener LTE-Fachmann auf 4G.de aktiv.
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