Interview mit Dirk Wende (Deutsche Telekom): Telekom setzt auf Magenta Zuhause Hybrid

Im Rahmen der Interview-Reihe „LTE-Ausbau Deutschland – Politik und Wirtschaft nehmen Stellung“ befragt 4G.de verschiedene Fachpolitiker, sowie Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und von Interessenverbänden ausführlich zum Thema Mobilfunk, LTE und mobiles Internet. Unser heutiger Gesprächspartner ist Dirk Wende, Pressesprecher der Deutschen Telekom. Er spricht über die Hybrid-Technologie, Magenta Zuhause Hybrid und den LTE-Ausbau der Telekom.

Magenta Zuhause Hybrid

Dirk Wende (Deutsche Telekom)

4G.de: Die Voraussetzungen für den Tarif Magenta Zuhause Hybrid sind laut Telekom ein IP-fähiger DSL-Anschluss, eine ausreichende LTE-Versorgung und entsprechende Hardware. Einzelne Kunden berichten immer wieder davon, dass sie trotz aller erfüllten Bedingungen keinen Hybrid-Anschluss bei der Deutschen Telekom bekommen. Was sind im Detail die Voraussetzungen für den Tarif Magenta Zuhause Hybrid?

Dirk Wende: Seit Anfang März 2015 vermarktet die Telekom ihre Hybrid-Tarife deutschlandweit. Zuvor wurde die Technik in mehreren Pilotprojekten ausgiebig getestet. 2015 können bereits mehr als zwei Drittel der deutschen Haushalte Hybrid nutzen. Aktuell ist die Buchbarkeit von Magenta Zuhause Hybrid bei niedrigen DSL-Bandbreiten jedoch teilweise eingeschränkt. Wir arbeiten an einer Lösung und entschuldigen uns bei unseren Kunden für mögliche Unannehmlichkeiten.

Es gibt Mindestbandbreiten für den Abschluss eines Magenta Zuhause Hybrid Tarifes:

– Mindestbandbreite IP-fähiges DSL auf Annex-J Basis: 384 kbit/s.

– Mindestbandbreite IP-fähiges DSL auf Annex-B Basis: 3 Mbit/s.

– Ausreichend starkes LTE-Signal

4G.de: Die drei Hybrid-Tarife der Deutschen Telekom sind ungedrosselt und eine gute Möglichkeit für die Menschen in ländlichen Gebieten, einen gleichwertigen DSL-Ersatz zu bekommen. Das Interesse an Magenta Zuhause Hybrid ist groß. Es gibt dabei eine Vielzahl von Verbrauchern, welche die Hybrid-Technologie nicht nutzen können. Gibt es Pläne der Telekom, in naher Zukunft die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um Hybrid nahezu deutschlandweit anzubieten?

Dirk Wende: Unser Ziel ist es, die Hybrid-Technologie möglichst vielen Kunden anbieten zu können. Die Voraussetzungen sind durch die oben genannten Punkte beschrieben. Dazu bauen wir unser Mobilfunknetz weiter mit LTE aus. Bis 2018 wollen wir 95 Prozent der Bevölkerung mit LTE erreichen.

4G.de: Wer auf dem Land Magenta Zuhause Hybrid nicht buchen kann, ist weiterhin auf Call & Surf Comfort via Funk angewiesen. Hier stehen den Kunden maximal 30 GB zum monatlichen Surfen zur Verfügung. Gerade für einen Mehrpersonenhaushalt reicht dieses Datenvolumen häufig nicht aus. Im Vergleich zur Hybrid-Technologie sind die LTE-Tarife für viele Kunden recht unattraktiv. Plant die Telekom Änderungen bei Call & Surf Comfort via Funk wie ein höheres Datenvolumen oder den Wegfall der LTE-Drosselung?

Dirk Wende: Die Telekom setzt langfristig auf Magenta Zuhause Hybrid. Mehr als zwei Drittel der deutschen Bevölkerung können dieses Angebot bekommen und damit ihre Geschwindigkeiten erhöhen. Basis ist dabei immer die Leistungsfähigkeit des DSL-Anschlusses, erst wenn eine höhere Bandbreite benötigt wird, schaltet sich der LTE Datenturbo zu. Durch den weiteren Netzausbau erhalten perspektivisch immer mehr Kunden die Möglichkeit, Magenta Zuhause Hybrid zu buchen und von den Vorteilen zu profitieren. Dort, wo wir trotz aller Bemühungen unsere Hybrid-Lösung nicht anbieten können, werden wir weiter Call & Surf Comfort via Funk vermarkten. Er wird ausschließlich auf Basis von Mobilfunk realisiert. Änderungen bei unserem Angebot Call & Surf Comfort via Funk sind zurzeit nicht vorgesehen.

Fazit 4G.de

Dirk Wende hebt hervor, dass die Deutsche Telekom in diesem Jahr bereits mehr als zwei Drittel der deutschen Haushalte mit Hybrid erreicht. Einschränkungen für Magenta Zuhause Hybrid gebe es noch bei niedrigen Bandbreiten, hier arbeite man jedoch an einer Lösung. Die Telekom setzt langfristig ganz klar auf die Hybrid-Technologie und versucht damit in Zukunft immer mehr Menschen vor allem auf dem Land zu erreichen. Der große Vorteil von Magenta Zuhause Hybrid gegenüber LTE als DSL-Ersatz ist die Möglichkeit ohne Drosselung zu Surfen.

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Ist kein Hybrid am eigenen Wohnort möglich, können die Kunden Call & Surf Comfort via Funk nutzen. Der 4G-Tarif als DSL-Ersatz wird weiterhin von der Deutschen Telekom vermarktet. Änderungen bei dem Angebot sind nicht vorgesehen, damit wird bei Call & Surf Comfort via Funk im Gegensatz zu Magenta Zuhause Hybrid auch in Zukunft weiterhin gedrosselt.

Wir danken Dirk Wende für das interessante Interview und freuen uns auf einen regen Meinungsaustausch dazu mit unseren Lesern von 4G.de.

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Marius Pieruschka
Als ausgewiesener LTE-Fachmann auf 4G.de aktiv.
Empfohlene Beiträge
Showing 3 comments
  • jobo
    Antworten

    Leider bietet dieses Interview Null neue Informationen. Mich hätte interessiert, warum die Telekom ihr Versprechen vom Januar 2014, den Kunden auf dem Lande, die auf Call&Surf via Funk angewiesen sind, einen Tarif mit mehr Volumen anzubieten, nicht gehalten hat. Vielleicht fragt 4G da ja noch mal nach. Wir wollen eine klare Antwort, warum man Versprechen nicht einlöst!

  • Sebastian
    Antworten

    Also da hat sich die Telekom jetzt doch selbst ein Bein gestellt oder legt man es darauf an die Kunden die auf Call&Surf via Funk angewiesen sind aktiv zu verärgern? Mindestvorraussetzung DSL 384 auf Annex-J Basis? Mal ehrlich, wie viel Traffic wird dann über die Erdleitung abgewickelt, wenn LTE zugeschaltet wird sobald mehr Geschwindigkeit benötigt wird? Für welche Anwendung im Internet reicht denn heute noch DSL 384 aus? Solche Anschlüsse benötigen die Erdleitung doch gar nicht, da die Geschwindigkeit nichtmal ansatzweise ausreicht. Bei einer DSL 3000 Leitung lasse ich mir diese Argumentation ja noch gefallen und da sehe ich auch wirklich, dass zumindest ein Teil noch über die Erdleitung geht, aber bei 384 wird doch alles mittels LTE abgewickelt und somit sind dies doch auch nichts anderes als Call&Surf via Funk Anschlüsse. Dies zeigt doch eindeutig, dass ein ungedrosselter LTE Anschluss machbar ist und nur nicht gewollt wird. Hoffentlich gibt es demnächst was neues vom Einspruch gegen das Vodafone LTE Urteil und diesmal mit einem gerechteren Ausgang.

  • Hartmut
    Antworten

    Hallo,
    dieses Interview ist ja wohl der Lacher. Nutzlose Informationen ohne kongrete Antworten. Ausbau LTE? An den Grenzen zu Polen und Tschechien? Fehlanzeige.

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