Huawei-Bann für 90 Tage ausgesetzt

Die USA haben den Huawei-Bann für 90 Tage ausgesetzt. Smartphones und Tablets des chinesischen Herstellers bekommen in diesem Zeitraum weiterhin alle Updates ohne Einschränkungen. Die Aussetzung des Banns hat einen einfach Grund: Lokale Mobilfunknetze mit Huawei-Technik in den USA drohen auszufallen, wenn man die Zusammenarbeit mit dem Netzwerkausrüster einstellt.

Die Nachricht sorgte für viel Aufsehen und Aufregung. Trump hatte per Dekret den nationalen Notstand in der Telekommunikation ausgerufen. Huawei wurde auf eine schwarze Liste gesetzt und US-Unternehmen eine Zusammenarbeit mit dem Netzwerkausrüster untersagt. Google reagierte und entzog dem chinesischen Unternehmen die Lizenz für Android. Doch das Dekret des US-Präsidenten war nicht wirklich gut durchdacht und es sind negative Wirkung für ländliche Regionen in den Vereinigten zu erwarten.

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Smartphones der Chinesen erhalten weiter Updates (Bildquelle: Twitter)

Viele lokale Mobilfunknetzwerke auf dem Land werden mit Huawei-Technik betrieben. Durch den Bann drohen diese Netzwerke auszufallen, Software-Updates für Basisstationen und Ersatzteile würden ausbleiben. Damit man nach Alternativen suchen kann, wurde der Bann nun um 90 Tage ausgesetzt, wie das US-Handelsministerium nun mitteilte. Nach dem Ablauf der 90 Tage könnte der Bann erneut ausgesetzt werden. In den besagten drei Monaten bleibt so alles beim Alten. Huawei Smartphones erhalten wie gewohnt alle Updates. Hierzu gehören auch die Updates bei Android-Versionen.

Huawei zeigt sich unbeeindruckt von Bann

Der chinesische Netzwerkausrüster hat auf den Bann reagiert und zeigte sich unbeeindruckt. Für Gründer Ren Zhengfei seien die Einschränkungen von „geringer Bedeutung“ wie das Handelsblatt berichtet. So sei das Unternehmen in der Lage die gleichen Chips zu bauen wie US-Anbieter. Dazu möchte Huawei sein eigenes Betriebssystem weiterentwickeln. Laut Gerüchten arbeitet das Unternehmen bereits seit dem Jahr 2012 an einer Alternative zu Android, um eben auf eine solche Situation, wie sie nun eingetreten ist, vorbereitet zu sein. Ob die Nutzer in Europa ein alternatives System annehmen, ist ein anderes Thema.

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Doch sprechen wir es einmal offen aus: Der Huawei-Bann ist die Idee eines paranoiden Präsident, der die Welt in Gut und Böse teilt. Für Trump ist das Unternehmen Huawei ein Feind, der chinesische Konzern sei nur auf Spionageaktivitäten in den USA aus. Doch es wird auch wieder andere Administrationen in den Vereinigten Staaten geben, vielleicht kommt bereits 2020 der Wechsel. Ein solcher Bann muss nicht ewig bestehen und sollte es auch nicht. Bitkom-Präsident Achim Berg hat es in einer Pressemitteilung schön auf den Punkt gebracht: „Gerade die digitale Wirtschaft lebt vom internationalen Austausch.“ (Quelle: Bitkom) Durch den Bann gibt es nur Verlieren und dies auf beiden Seiten.

(Bildquelle Beitragsbild: Huawei)

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