EU-Kommission: Längere Laufzeit für Mobilfunk-Lizenzen?

Die EU könnte in Zukunft die Laufzeit von Mobilfunk-Lizenzen deutlich verlängern. Laut einem Bericht von Reuters fanden auf dem MWC 2017 vertrauliche Gespräche zwischen Netzbetreibern und EU-Digitalkommisar Andrus Ansip statt. Der Kommissar sprach sich in Barcelona dafür aus, die Laufzeit von 15 auf 25 Jahre zu verlängern.

Die EU könnte in Zukunft für mehr Planungssicherheit bei den Netzbetreibern sorgen und die Laufzeit der Mobilfunk-Lizenzen verlängern. Auf einem nicht öffentlichen Treffen auf dem MWC 2017 in Barcelona versprach EU-Digitalkommisar Ansip Vertretern der Mobilfunkbranche in Zukunft eine Regulierung mit leichter Hand. Dazu sprach sich der Kommissar für eine Laufzeiterhöhung bei den Mobilfunk-Lizenzen von 15 auf 25 Jahre aus. Reuters berichtet über solche vertraulichen Gespräche in Barcelona und beruft sich dabei auf Brancheninsider. Wie es weiter hieß, begrüßten zahlreiche Teilnehmer den Vorstoß der EU-Kommission.

Die Netzbetreiber in der EU stehen den immer wiederkehrenden Aktionen von Mobilfunk-Lizenzen kritisch gegenüber. Zuletzt hatte Telekom-Chef Timo Höttges die teuren Frequenzaktionen auf dem MWC kritisiert. Im Hinblick auf 5G und den benötigten Frequenzen sagte er gegenüber dem heute-Magazin: „Wir brauchen enorm viel Spektrum [für 5G] und das so schnell wie möglich. Aber dann bitte nicht so teuer wie möglich. Heute nimmt der Staat das Spektrum wie eine Steuereinnahme.“ (Quelle: heute.de)

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Die Kosten für die Frequenzversteigerung 2016 (Bildquelle: Bundesnetzagentur)

Die letzte Auktion für Mobilfunk-Lizenzen fand im Jahr 2016 statt. Nach 181 Bieterrunden zahlten Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland für 270 MHz insgesamt 5,08 Mrd. Euro. Legendär ist die UMTS-Versteigerung aus dem Jahre 2000 mit umgerechnet 50,8 Mrd. Euro als Einnahmen für den Staat. Dies war der zehnfache Betrag wie im Jahr 2016. Nach der Auktion 2000 fehlten den Netzbetreibern Investitionsmittel für den Netzausbau. Der UMTS-Ausbau verzögerte sich damit in Deutschland, erste Tarife waren sehr teuer und es dauerte Jahre, bis 3G den Massenmarkt erreicht hatte.

Mehr Investitionsmittel für Netzbetreiber

Auktion wie im Jahr 2000 gehören heute der Vergangenheit an. Trotzdem belasten die Kosten in Mrd.-Höhe  die Netzbetreiber. Regelmäßige Versteigerungen entziehen wertvolle Investitionsmittel für den immer teureren Netzausbau. Dazu verweisen deutsche Mobilfunkanbieter immer gerne auf die hohen Kosten für Frequenzen, wenn sich Verbraucher über hohe Preise bei Mobilfunktarifen beschweren. Der aktuelle Vorstoß der EU-Kommission zur Verlängerung der Mobilfunk-Lizenzen gibt den Netzbetreiber mehr Planungssicherheit. Dazu würden Telekom, Vodafone und o2 mehr Mrd. für den Netzausbau zur Verfügung stehen.

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Ob sich dies auch positiv auf die Preis bei den Tarifen in Deutschland auswirkt, wird sich noch zeigen. Aktuell arbeitet die EU-Kommission offenbar an einer Laufzeitverlängerung bei den Mobilfunk-Lizenzen. Bis zur konkreten Umsetzung könnte es noch etwas dauern.

 

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