eSIM – Mehr Kundenmacht im Mobilfunk?

In Österreich führt T-Mobile die eSIM ein. In den Medien ist bereits die Rede vom Ende der klassischen SIM-Karte. Doch was bringt die embedded SIM den Kunden? Wird der Wechsel zwischen den Anbietern in Zukunft tatsächlich so einfach? Welche Nachteile bietet die fest integrierte Karte?

In Österreich bietet der Netzbetreiber T-Mobile ab sofort die Nutzung einer eSIM an. Schritt für Schritt wird das Ende der klassischen SIM-Karte eingeläutet. Doch welche Vorteile bietet eigentlich die embedded SIM? In der Theorie kann ein Mobilfunkkunde schnell zwischen den Anbietern wechseln, ohne eine neue Karte einzusetzen. Zu einem Wechsel hält der Kunde einfach die Handykamera auf einen QR Code und schon kann man den neuen Tarif nutzen. Dieser einfache Wechsel gefällt den Netzbetreibern nicht, sie stehen der eSIM-Karte recht skeptisch gegenüber.

eSIM T-Mobile
SIM-Karten bis zur eSIM im Vergleich (Bildquelle: T-Mobile Austria)

Bereits im Jahr 2016 wurde intensiv über die embedded SIM diskutiert. In einer Telefon-Konferenz stellte die Deutsche Telekom damals klar, der Kunde könne nicht nach Belieben zwischen den Netzen hin- und herswitchen. Hardware mit eSIM könnte einen SIM-Lock haben, so war der Stand im Jahr 2016. Dazu hieß es schon vor zwei Jahren, die embedded SIM würde die klassische SIM-Karte bald ablösen. Bereits im Jahr 2017 sollte die fest verbaute Karte eine immer größere Verbreitung finden, so sah zumindest die Schätzung der Experten aus.

Netzbetreiber stehen eSIM kritisch gegenüber

Die Netzbetreiber scheinen kein großes Interesse an einer schnellen Verbreitung der eSIM zu haben. Eine Sprecherin des österreichischen Netzbetreibers A1 spricht über einen Machtverschiebung zu Gunsten der Kunden: „Die Machtverschiebung ist Thema. Es wird für Kunden viel einfacher, den Anbieter zu wechseln.“ (Quelle: Futurzone.at) Bei T-Mobile macht man sich weniger Sorgen und kann sich nicht vorstellen, dass die Kunden ständig zu einem günstigeren Tarif wechseln. Sind Nutzer mit ihrem Tarif zufrieden, gebe es keinen Grund zu einem ständigen Wechsel.

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Über kurz oder lang wird sich die eSIM (auch in Deutschland) durchsetzen, auch wenn es nicht im Sinne der Mobilfunkanbieter ist. Die Netzbetreiber werden sicherlich versuchen, einen Wechsel zwischen den Anbietern so schwer wie möglich zu machen. Bisher kam die embedded SIM vor allem in Tablets und Smartwatches zum Einsatz, es werden sicherlich auch immer mehr Smartphones folgen.

embedded SIM hat auch seine Nachteile

Im Regelfall werden immer nur die Vorteile der eSIM genannt, doch sie hat auch Nachteile. Ist die fest verbaute SIM-Karte defekt, handelt es sich um einen Hardware-Schaden und das Gerät muss im Extremfall ausgetauscht werden. Bei einer klassischen SIM-Karte war der Wechsel noch viel einfacher. Dazu ist es viel umständlicher eine eSIM auf ein anderes Handy zu übertragen. So muss der Kunden immer wieder seinen Mobilfunkanbieter kontaktieren, um das Profil auf ein anderes Gerät zu übertragen.

(Bildquelle Beitragsbild: T-Mobile Austria)

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