Wie entwickelt sich die LTE-Netzabdeckung in Deutschland?

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Wie entwickelt sich die LTE-Netzabdeckung bis Ende 2019? Für die Bundesnetzagentur ist die Antwort klar. Anfang 2020 bieten alle Netzbetreiber eine 4G-Abdeckung von 98 Prozent. Weiterhin sind Autobahnen und ICE-Strecken vollständig mit LTE versorgt. Die Realität könnte anders aussehen. Schaffen die Netzbetreiber die Auflagen?

Ende 2018 soll die LTE-Netzabdeckung bei 98 Prozent (nach Bevölkerung) liegen. Weiterhin sind wichtige Verkehrswege mit 4G versorgt. So sehen es die Auflagen der Bundesnetzagentur aus dem Jahr 2015 vor. Doch die Realität könnte anderes aussehen. Einzelne unabhängige Netztests haben gezeigt, dass die Netzbetreiber teilweise noch weit weg von der Erfüllung der Auflagen sind. Dabei haben Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland nur noch drei Monate Zeit die Versorgungsverpflichtungen zu erfüllen.

Bundesnetzagentur
Können die Netzbetreiber die Auflagen der Behörde erfüllen? (Bildquelle: Bundesnetzagentur)

Das Infoportal 4G.de gibt eine Einschätzung, wie weit die einzelnen Netzbetreiber die Auflagen für Ende 2019 erfüllen können. Wir gehen dazu die Frage ein, wie unterschiedliche Zahlen zur LTE-Netzabdeckung von Bundesnetzagentur und der Mobilfunkanbieter zu bewerten sind. Was für Strafen erwarten Telekom, Vodafone und o2, wenn  sie die Versorgungsverpflichtungen nicht erfüllen?

LTE-Netzabdeckung 98 Prozent: Wie sehen die Auflagen aus?

Bevor wir der Frage nachgehen, ob die Netzbetreiber die Auflagen erfüllen können, schauen wir uns die Verpflichtungen aus der Auktion 2015 näher an. Bis Ende 2019 müssen Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland bundesweit eine LTE-Netzabdeckung von 98 Prozent (nach Bevölkerung) bieten. Jedes Bundesland muss mit bis zu 97 Prozent versorgt sein. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass die Netzbetreiber die Flächenbundesländer gleichmäßig ausbauen.

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Darüber hinaus müssen Deutsche Telekom, Vodafone und o2 Autobahnen und ICE-Strecken vollständig mit LTE ausbauen, sofern dies rechtlich oder tatsächlich möglich ist. Strenge Regeln für den Naturschutz könnten den 4G-Ausbau an einzelnen Stellen schwierig machen, um nur ein Beispiel zu nennen. Die Bundesnetzagentur erhält Versorgungsdaten der Netzbetreiber und kontrolliert so die Entwicklung bei der LTE-Netzabdeckung.

Wie steht es um die LTE-Verfügbarkeit der Netzbetreiber?

Doch wie steht es um die LTE-Abdeckung in Deutschland? Offizielle Zahlen der Bundesnetzagentur liegen für Ende 2018 vor. Anfang 2019 sah es bei der 4G-Netzabdeckung wie folgt aus: Deutsche Telekom (98 Prozent), Vodafone (93 Prozent) und Telefónica Deutschland (88 Prozent). Die Telekom hat die Auflagen der Behörde praktisch erfüllt. Vodafone dürfte bis Ende 2019 die gewünschte 4G-Abdeckung erreichen. Zweifel gibt es bereits Ende 2018, ob o2 die 4G-Verfügbarkeit von 98 Prozent bis zum 01.01.2020 erreichen kann. Eine Steigerung um 10 Prozent in 12 Monaten wäre nötig, um die Auflage zu erfüllen.

Telefónica Deutschland hat immer wieder betont, man werde die Verpflichtungen der Bundesnetzagentur in jedem Fall erfüllen. Im Jahr 2019 stehen nach erfolgreicher Integration der Netze insgesamt 10.000 LTE-Aufrüstungen an, um dieses Ziel zu erreichen. Doch kann o2 diese Herkulesaufgabe überhaupt stemmen? Für Aufsehen sorgte ein Bericht des Handelsblatts. Im Mai 2019 fragte die Bundesnetzagentur vor einer Tagung des Beirats den aktuellen Stand der Unternehmen ab. Plötzlich hieß es laut dem Handelsblatt, o2 biete nur eine LTE-Netzabdeckung von 80 Prozent (nach Bevölkerung). In einzelnen Bundesländern lag die 4G-Abdeckung nur zwischen 55 und 64 Prozent. Vor diesem Hintergrund ist es unmöglich, dass o2 die Auflagen für Ende 2019 erfüllt.

Dieser Wert der Bundesnetzagentur ist durchaus eigenartig. Im offiziellen Jahresbericht 2018 der Behörde war von 88 Prozent die Rede, weshalb kam im Mai 2019 plötzlich der Wert von 80 Prozent ins Spiel? Ein genauer Blick zeigt den Unterschied. Bei den 80 Prozent handelt es sich um eine Ausbaurate von 50 Mbit/s. Um die Auflagen zu erfüllen, reicht es aus, wenn ein Netzbetreiber seinen Kunden LTE mit 10 Mbit/s bietet. Dieser Wert wiederum liegt bei Telefónica Deutschland bei 89,1 Prozent. Nun passen wiederum die 88 Prozent aus dem Jahresbericht. Der Netzbetreiber o2 meldete am 22. Mai eine LTE-Netzabdeckung von über 90 Prozent.

Wie steht es um die LTE-Netzabdeckung an Autobahnen und ICE-Strecken?

Neben einer 4G-Abdeckung nach Bevölkerung müssen die Verkehrswege versorgt werden. Wie ist hier der Stand? Hierzu gibt es einen Netztest des bayrischen Wirtschaftsministeriums vom September. Auch hier ist Telefónica Deutschland das Sorgenkind. Minister Aiwanger (Freie Wähler) sprach bei o2 von einer „eigentlich katastrophalen“ LTE-Netzabdeckung von 71 Prozent an den bayrischen Autobahnen. Im Vergleich: Telekom (98 Prozent) und Vodafone (93 Prozent). Telefónica Deutschland widersprach diesem Wert und nannte eine 4G-Abdeckung von 87 Prozent an den bayrischen Autobahnen.

Die Verkehrswege müssen bis Ende 2019 vollständig mit 4G ausbaut sein. Telefónica wird nach Ansicht von Aiwanger die Auflagen zumindest in Bayern nicht erfüllen. Auch Vodafone dürfte es schwer haben. In wenigen Monaten muss der Netzbetreiber noch um 7 Prozent zulegen. Eine aktuelle Studie zu den ICE-Strecken liegt nicht vor.

Wirtschaftsminister Aiwanger forderte harte Strafen, wenn die Netzbetreiber die LTE-Netzabdeckung bis Ende 2019 nicht erfüllen. Bei der Frage von möglichen Strafen hält sich die Bundesnetzagentur allgemein bedeckt. Als die Versorgungsauflagen im Jahr 2015 erarbeitet wurden, ging die Behörde davon aus, dass die Netzbetreiber die Auflagen in jeden Fall erfüllen würden. So war es bereits bei den Auflagen aus dem Jahr 2010. Nun muss man abwarten, wie die Bundesnetzagentur Ende des Jahres reagiert, sollte einer der Netzbetreiber die Pflichten nicht erfüllen.

Fazit 4G.de

Die Bundesnetzagentur hat klare Vorgaben gemacht. Deutsche Telekom, Vodafone und o2 müssen bis Ende 2019 eine LTE-Netzabdeckung von 98 Prozent bieten. Weiterhin sollen wichtige Verkehrswege komplett mit 4G versorgt werden. In wenigen Monaten könnte die Realität ganz anders aussehen. Telefónica Deutschland ist aktuell der große Wackelkandidat, der Netzbetreiber könnte die Auflagen der Regulierungsbehörde knapp verfehlen. Hier dürfte es durchaus zum Konflikt kommen. Die Zahlen zur LTE-Netzabdeckung der Bundesnetzagentur und o2 sind nicht völlig identisch. Telefónica Deutschland könnte Ende 2019 eine höhere 4G-Abdeckung als die Bonner Behörde nennen. Die Bundesnetzagentur dürfte jedoch bei den Zahlen am längeren Hebel sitzen.

Es ist jedoch selbst bei Telekom und Vodafone nicht gewährleistet, dass alle Auflagen erfüllt werden. Gerade bei der vollständigen Versorgung der Verkehrswege könnte einer der Netzbetreiber in einem Bundesland scheitert. Wie die Bundesnetzagentur reagiert und wie möglich Strafen aussehen, werden die kommenden Monate zeigen.

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Comments
  • Palm
    Antworten

    Wenn ich durch unser schönes Deutschland fahre ist sehr oft 4G nicht vorhanden
    im Vergleich zu Polen wo ich desöfteren auch durchfahre , da hatte ich immer überall
    4G.
    Also macht mal was und Qutscht nicht nur

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