E-Plus Übernahme: Telefónica Deutschland droht Geldstrafe

Telefónica Deutschland droht eine hohe Geldstrafe durch die EU-Kommission. Der Netzbetreiber soll Auflagen aus der Fusion von o2 und E-Plus nicht korrekt umsetzt haben. Drittanbieter erhielten nicht wie vereinbart kostengünstig den Zugang zum LTE-Netz und wurden auf dem Markt benachteiligt.

Telefónica Deutschland hat Ende des Jahres 2018 die Netzintegration erfolgreich abgeschlossen. Die Übernahme von E-Plus liegt einige Jahre zurück. Doch nun droht dem Netzbetreiber wegen der Fusion von E-Plus und o2 Ärger. Die EU-Kommission hat ein Wettbewerbsverfahren gegen Telefónica Deutschland eingeleitet, wie Wallstreet-Online berichtet. Das Unternehmen soll die Auflagen aus der E-Plus-Übernahme nicht komplett und korrekt umgesetzt haben.

Telefónica Deutschland
Die E-Plus-Übernahme liegt Jahre zurück (Bildquelle: flickr.com)

Man habe Wettbewerbern nicht wie vereinbart kostengünstig den Zugang zum LTE-Netz (4G-Vorleistungen) gewährt. Auf diese Weise wurden Drittanbieter benachteiligt und konnten nicht durch günstige Tarife am Wettbewerb teilnehmen. Telefónica Deutschland droht nun eine Geldstrafe von bis zu 730 Millionen Euro. Die Strafe bemisst sich am Jahresumsatz des Netzbetreibers (7,3 Mrd. Euro) und darf maximal 10 Prozent des Umsatzes betragen. Das Unternehmen hat Zeit bis zum 05. April 2019 für eine Stellungnahme. Warum die EU-Kommission das Wettbewerbsverfahren so viele Jahre nach der Fusion einleitet, ist nicht bekannt. Bisher war zu möglichen Verstößen nichts bekannt.

Übernahme erfolgte Oktober 2014

Am 01. Oktober 2014 erfolgte die Übernahme von E-Plus. Die Genehmigung zur Übernahme erteilte die EU-Kommission am 02. Juli 2014. Telefónica Deutschland wurde dadurch zum größten Mobilfunkanbieter nach Kundenzahl hierzulande. Der Münchner Netzbetreiber verpflichtete sich mindestens 30 Prozent der Netzkapazitäten Drillisch zur Verfügung zu stellen. Diese 4G-Vorleistungen sollten interessierten Marktteilnehmern zu „günstigen Preisen“ angeboten werden. Eben diesen Punkt bemängelt die EU-Kommission nun.

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Einen Schluss kann aus den Vorwürfen der EU ziehen. Hätte o2 wie vereinbart die Auflagen umgesetzt, wären die Preise auf den deutschen Mobilfunkmarkt offenbar günstiger. Die Fusion von o2 und E-Plus war immer wieder kritisiert worden, da sich nun drei Anbieter den Markt aufteilen und es an Wettbewerb in Deutschland fehlt.

(Bildquelle Beitragsbild: Telefónica Deutschland)

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