Deloitte: Mobilfunk wird 2016 nicht günstiger

Wie entwickelt sich der Mobilfunk-Markt 2016? Deloitte hat den Markt untersucht und macht einige zentralen Aussagen für dieses Jahr? Das Beratungsunternehmen lag mit seinen Prognosen zuletzt häufig richtig. Für 2016 sagt man stabile Preise für Mobilfunk-Tarife, eine steigende Bedeutung von VoLTE und einen guten Markt für Secondhand Handys voraus.

Was erwartet die Mobilfunk-Kunden in diesem Jahr? Auf diese Frage antwortet der Deloitte Bericht TMT Predictions 2016, der aktuelle Branchentrends in den Bereichen Mobilfunk und IT analysiert. Das Beratungsunternehmen lag zuletzt mit vielen der eigenen Prognosen richtig. Die Aussagen für das Jahr 2015 trafen weitgehend zu. Das Unternehmen spricht selber von einer Trefferquote von 82 Prozent. Nur mit der Voraussage, mobiles Bezahlen stehe im Jahr 2015 vor dem Durchbruch lag man im letzten Jahr nicht richtig. Vor diesem Hintergrund (82 Prozent) muss man den Prognosen für 2016 durchaus Bedeutung beimessen.

Das Infoportal 4G.de hat die zentralen Aussagen von Deloitte aus dem Bereich Mobilfunk ausgewertet und fasst diese für Sie zusammen. Im Jahr 2016 soll es eine Trendwende auf dem Mobilfunkmarkt geben. Die Tarife bleiben auf einem stabilen Preisniveau und fallen nicht weiter. VoLTE gewinnt an Bedeutung und sorgt durch die hohe Sprachqualität für mehr Zufriedenheit bei den Kunden. Gute Zeiten sieht Deloitte auch für alle, die in diesem Jahr ihr gebrauchtes Handy verkaufen wollen.

Trendwende auf dem Mobilfunk-Markt: Preise bleiben stabil

Die markanteste Entwicklung auf dem Mobilfunk-Markt 2016 dürfte die Trendwende bei den Tarif-Preisen sein. Bisher fand auf dem deutschen Markt ein intensiver Kampf um die Kunden statt, was zu fallenden Preisen bei den Mobilfunk-Tarifen führte. 2016 werden die Preise zwar nicht steigen, bleiben jedoch laut Deloitte das erste Mal seit Jahren stabil. Ein Grund hierfür liegt in der Konsolidierung der deutschen TK-Landschaft, hier zeigt sich die Wirkung der Fusion von o2 und E-Plus. Dazu hatten die Netzbetreiber in den letzten Jahren hohe Investitionen in die Infrastruktur, man könne laut Deloitte das niedrige Preisniveau nicht noch weiter senken. Die Netzbetreiber sehen zumindest mehr keinen Spielraum nach unten. Die nächsten Jahre könnten bereits steigende Preise im Mobilfunk in Deutschland bringen, denn die Netzbetreiber wollen in Zukunft auf immer höherwertige Tarife und mobile Produkte setzen.

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Im Jahr 2016 bleiben die Preise für Mobilfunk-Tarife stabil (Bildquelle: Deloitte/Statistisches Bundesamt)

Aber auch bei den Verbrauchern macht sich langsam ein Umdenken breit. So gebe es bei den Deutschen steigende Zahlungsbereitschaft für leistungsfähige Netze, schnelles mobiles Internet und Netzqualität. Dabei können übrigens alle Mobilfunk-Nutzer mit der aktuellen Preisentwicklung zufrieden sein. Für das Festnetz hat Deloitte nämlich leicht steigende Preise für das Jahr 2016 vorausgesagt.

Netzbetreiber und Kunden profitieren von VoLTE

Ein weiterer Trend für dieses Jahr ist Voice over LTE. VoLTE und Voice over WiFi wird sich 2016 laut dem Bericht weltweit durchsetzen. Ende 2016 werden weltweit rund 100 Mobilfunkanbieter einen paketbasierten Sprachdienst anbieten, so lautet die Prognose. Dann werden etwa 300 Millionen Kunden Voice over LTE oder Voice over WiFi nutzen. VoLTE sei eine wichtige Entwicklung für die deutschen Netzbetreiber. Bei der reinen Sprachtelefonie gibt es laut den Zahlen von Deloitte (Umfrage 2015) einen deutlichen Rückgang bei der Nutzung in Deutschland. Langfristig droht der Sprachtelefonie das gleiche Schicksal wie der Kurznachricht.

Voice over LTE bringt für die Netzbetreiber Kosteneinsparungen und eine höhere Zufriedenheit bei den Kunden dank besserer Sprachqualität. Neben einer guten Sprachqualität profitieren die Nutzer dazu von einem geringeren Stromverbrauch und einen schnelleren Verbindungsaufbau. Dazu kann man mit der Technologie VoLTE Sprache und Datendienste parallel nutzen. In Deutschland bietet aktuell Vodafone, o2 und seit Januar 2016 auch die Telekom Voice over LTE an. Eine der Prognosen von Deloitte für 2016 war ein baldiger VoLTE-Start der Deutschen Telekom im Jahr 2016, was sich mittlerweile bewahrheitet hat.

Secondhand Smartphone Markt: Ein Umsatz von 800 Millionen Euro in Deutschland

Weiterhin macht Deloitte in ihrem Bericht TMT Predictions interessante Aussagen zum Markt für Secondhand Smartphones. Die Konsumenten werden 2016 weltweit 120 Millionen gebrauchte Handys verkaufen und damit 16 Milliarden Euro einnehmen. Alleine der deutsche Markt für Secondhand Smartphones hat ein Volumen von 800 Millionen Euro. Gerade junge Konsumenten werden ihr Handy noch kurzer Zeit wieder verkaufen. Diese Zielgruppe sieht Handys als Statussymbol und möchte möglichst immer die Premium-Endgeräte. Eine Untersuchung von Deloitte zeigt, dass 2015 insgesamt 58 Prozent der verkauften Handys nicht älter als 18 Monate waren. Von diesem Trend profitieren vor allem die Hardware-Hersteller weltweit.

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Vorwendung von Secondhand Smartphones in Deutschland 2015 (Bildquelle: Deloitte)

Für 2016 sieht das Beratungsunternehmen einen wachsenden Markt für Secondhand Smartphones. Man erwartet einen Anstieg bei den Verkäufen um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Verkaufspreis soll im Durchschnitt bei 130 Euro liegen. Bereits eine Umfrage im Jahr 2015 zeigte, dass fast 40 Prozent der alten Smartphones verkauft oder weitergegeben werden. Hier gibt es jedoch einen großen Anteil an verschenkten oder privat verkauften gebrauchten Handys. Der Verkauf über Online-Anbieter dürfte laut Deloitte in Zukunft zunehmen. Der Markt wird immer professioneller. Dieser Markt für Secondhand Smartphones bietet mittlerweile feste Konditionen und Preise für eine Inzahlungsnahme. Der Abwicklung und der Verkauf online werden immer leichter und sicherer.

Fazit 4G.de

Im Jahr 2016 müssen sich die Verbraucher auf stabile Preise bei den Mobilfunk-Tarifen einstellen, dies dürfte die wichtigste Aussage des Berichts TMT Predictions 2016 von Deloitte sein. Der Preiskampf um den Kunden ist vorbei und auf dem TK-Markt wird eine Trendwende eingeläutet. Netzqualität heißt nun der Schlüsselbegriff und die Verbraucher sind zunehmend bereit dafür zu zahlen. Damit dürften die Nutzer in Zukunft hochwertige Tarife mit mehr Datenvolumen und höheren Übertragungsraten erwarten. VoLTE sorgt bereits für eine bessere Sprachqualität beim Telefonieren und so eine höhere Zufriedenheit der Kunden.

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Ein weiterer Trend für 2016 betrifft den Hardware-Markt. Durch den bequemen Verkauf von gebrauchten Handys wird der Markt für Secondhand Smartphones laut Deloitte in diesem Jahr boomen. Allein in Deutschland soll mit gebrauchten Endgeräten ein Umsatz von 800 Millionen Euro erzielt werden.

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Marius Pieruschka
Als ausgewiesener LTE-Fachmann auf 4G.de aktiv.
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