Bundesnetzagentur bemängelt Vodafone Pass

Die Bundesnetzagentur hat heute ihre Entscheidung zu Vodafone Pass bekannt gegeben. Das Zero Rating Angebot verstößt grundsätzlich nicht gegen die Netzneutralität, jedoch muss eine Nutzung innerhalb der EU möglich sein. Der Netzbetreiber hat bereits angekündigt, gegen den Bescheid der Behörde vorzugehen.

Seit Oktober 2017 prüft die Bundesnetzagentur Vodafone Pass. Heute hat die Behörde ihre Entscheidung bekannt gegeben. Das Zero Rating Angebot verstößt nicht gegen die Netzneutralität, eine Anpassung ist jedoch notwendig. Kunden müssen Vodafone Pass auch innerhalb der EU nutzen können. Die Bundesnetzagentur beruft sich auf das „Roam Like at Home“-Prinzip, dass seit dem 15. Juni 2017 innerhalb der EU gilt. Vodafone Pass enthält für die Auslandsnutzung eine Fair-Use-Regelung von 5 GB.

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Das Zero Rating Angebot muss auch in der EU nutzbar sein (Bildquelle: Vodafone)

Nach der Einschätzung der Bundesnetzagentur sei dies nicht ausreichend: „Vodafone behält sich vor, das Roamingvolumen für die Nutzung im EU-Ausland auf 5 GB pro Vodafone Pass zu beschränken. Eine solche Beschränkung ist zwar grundsätzlich zulässig, das Volumen nach Auffassung der Bundesnetzagentur aber nicht ausreichend. Daher wird die Beschränkung auf 5 GB mit der heutigen Entscheidung untersagt.“ (Quelle: Pressemitteilung)

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Die Bundesnetzagentur macht keine Angaben dazu, welches Inklusivvolumen im Sinne einer Fair-Use-Regelung angemessen wäre. Weitere Punkte wie die Drosselung der Videoqualität oder den Service Provider Vertrag beanstandet die Behörde nicht, hier hat der Netzbetreiber in der Vergangenheit bereits die notwendigen Anpassungen durchgeführt.

Vodafone wird Bescheid der Bundesnetzagentur widersprechen

Der Netzbetreiber hat bereits angekündigt, dass man gegen die Entscheidung der Behörde vorgehen wird. Eine Nutzung des Zero Rating Angebots innerhalb der EU sei nicht wirtschaftlich. Golem.de gegenüber teilte ein Sprecher des Unternehmens mit: „Die Nutzung dieses Dienstes im Ausland verursacht unberechenbare Kosten, die der ausländische Netzbetreiber Vodafone in Rechnung stellen würde. Eine EU-weite Nutzung des Vodafone Pass ließe sich wirtschaftlich nicht darstellen“ (Quelle: Golem.de)

Aktuell verrechnen sich die Netzbetreiber 1 GB innerhalb der EU für einen Preis von 7,70 Euro. Nutzt zum Beispiel ein Kunde das Zeroting Angebot während eines zweiwöchigen Urlaubs täglich, können auf den Netzbetreiber unberechenbare Kosten zukommen. So eine Situation möchte man vermeiden. Am Ende bewertet die Bundesnetzagentur das Angebot des Düsseldorfer Netzbetreibers wie StreamOn, was keine echte Überraschung ist. Nun gilt es, die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln zu StreamOn abzuwarten. Das Urteil dürfte auch für Vodafone Pass bedeutsam sein.

(Bildquelle Beitragsbild: Bundesnetzagentur)

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