Bundesnetzagentur: o2 droht Geldstrafe von 600.000 Euro

o2 konnte die Auflagen aus der Auktion 2015 nicht erfüllen. Die Bundesnetzagentur hat dem Netzbetreiber mehrere Nachfristen gesetzt. Die erste Frist ist Ende Juni verstrichen, ohne das Telefónica Deutschland die Verpflichtungen erfüllen konnte. Die Behörde droht dem Netzbetreiber mit einer Geldstrafe von 600.000 Euro.

Telefónica Deutschland konnte die Versorgungsauflagen (Auktion 2015) für Anfang 2020 nicht fristgerecht erfüllen. o2 verfehlt die Ziele bei der LTE-Netzabdeckung bundesweit und bei den Bundesländern deutlich. Die Bundesnetzagentur gab dem Netzbetreiber daraufhin eine Nachfrist bis Anfang 2021. Um die Fortschritte beim 4G-Ausbau besser verfolgen zu können, setzt die Regulierungsbehörde Telefónica Deutschland Zwischenziele. Das erste Zwischenziel konnte o2 nicht erfüllen, nun droht eine Geldstrafe von 600.000 Euro, wie es in einer Pressemitteilung der Behörde heißt.

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o2 hinkt beim LTE-Ausbau hinterher (Bildquelle: Telefónica Deutschland)

Bis Ende Juni 2020 sollte der Netzbetreiber 40 Prozent der erforderlichen 7600 Standorte ausbauen.  Dieses Zwischenziel erreichte Telefónica Deutschland nur zu 75 Prozent. Kann o2 nicht bis Ende Juli 2020 nachbessern, droht die besagte Geldstrafe. Die Bundesnetzagentur hat laut Pressemitteilung bei der Höhe der Strafe auch die Auswirkungen der COVID19-Pandemie berücksichtigt.

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Ende Juni hatte o2 bereits gemeldet, man könne die Auflagen der Behörde nicht fristgerecht erfüllen und um eine Verlängerung der Frist gebeten. Verantwortlich für die Verzögerung ist laut dem Netzbetreiber die Coronakrise. Der Netzbetreiber wartet auf wichtige Bauteile aus Asien, die aufgrund der weltweiten Krise nicht fristgerecht geliefert wurden. Zugleich versicherte Telefónica Deutschland, man werde das Zwischenziel auf jeden Fall bis Ende Juli erfüllen.

o2 meldet Fortschritte beim LTE-Ausbau in NRW

Wenige Tage nach dem Ablauf der Frist meldet Telefónica Deutschland Fortschritte bei der Erfüllung der Auflagen. In Nordrhein-Westfalen konnte der Netzbetreiber die Verpflichtungen im ersten Flächenbundesland erfüllen. Die LTE-Netzabdeckung in NRW liegt nun bei 97 Prozent (nach Bevölkerung). Im ersten Halbjahr 2020 hat o2 rund 400 flächenwirksame LTE-Stationen im bevölkerungsreichsten Bundesland aufgebaut. Zahlreiche Gemeinden wurden erstmals mit 4G versorgt. Telefónica Deutschland  hat dazu in Nordrhein-Westfalen zusätzliche 600 LTE-Sender in Betrieb genommen, um  die Kapazitäten zu erweitern und die Surfgeschwindigkeit zu erhöhen. In NRW aktivierte der Mobilfunkanbieter seit Jahresbeginn knapp 1000 neue LTE-Sender.

In den kommenden Monaten möchte o2 auch in anderen Flächenbundesländern die Auflagen erfüllen. Telefónica Deutschland macht beim 4G-Ausbau Tempo. Jede Woche werden 250 neue, flächenwirksame LTE-Stationen aktiviert. Bis Ende 2020 wird Telefónica Deutschland nach eigener Auffassung die Auflagen der Bundesnetzagentur voll erfüllen.

(Bildquelle Beitragsbild: Bundesnetzagentur)

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