Bundesnetzagentur: Kein Netzbetreiber hat die Auflagen erfüllt

Die Bundesnetzagentur hat die Berichte der Netzbetreiber zur Erfüllung der Auflagen aus der Auktion 2015 geprüft. Die Behörde kommt zum Schluss, dass keiner der Anbieter die Versorgungsauflagen erfüllen konnten. Deutsche Telekom, Vodafone und o2 müssen bis Ende 2020 nachbessern, sonst drohen empfindliche Bußgelder.

Deutsche Telekom, Vodafone und o2 haben sich bei der Auktion 2015 verpflichtet, bis Ende 2019 bestimmte Auflagen bei der LTE-Netzabdeckung zu erfüllen. Anfang 2020 haben die Netzbetreiber der Bundesnetzagentur Bericht über die Ausbaufortschritte erstattet. Die Behörde hat die Berichte geprüft und kommt zum Schluss, dass keiner der Anbieter die Verpflichtungen fristgerecht erfüllen konnte, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Bundesnetzagentur
Kein Netzbetreiber konnte die Auflagen erfüllen (Bildquelle: Bundesnetzagentur)

Wie sahen die Versorgungsauflagen im Detail aus? Die Netzbetreiber haben zugesagt, bis Ende 2019 bundesweit eine LTE-Netzabdeckung von 98 Prozent (nach Bevölkerung) zu bieten. In jedem Bundesland musste die 4G-Abdeckung bei mindestens 97 Prozent liegen. Weiterhin haben sich Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland verpflichtet Bahnstrecken und Verkehrswege vollständig mit LTE auszubauen. Die Mindestrate musste bei der Erfüllung der Auflagen bei mindestens 50 Mbit/s pro Antennensektor liegen.

Telefónica Deutschland erfüllt in keinem Flächenbundesland die Auflagen

Besonders deutlich hat o2 die Auflagen verfehlt. In keinen der 13 Flächenbundesländer und ebenso wenig bei den Verkehrswegen konnte der Netzbetreiber seine Verpflichtungen fristgerecht erfüllen. Die LTE-Netzabdeckung von Telefónica Deutschland lag Ende 2019 bundesweit etwa auf einem Niveau von 80 Prozent (nach Bevölkerung), damit wurde das Ziel von 98 Prozent deutlich verfehlt. Die anderen Netzbetreiber konnten die Auflagen in einzelnen Bundesländern knapp nicht erfüllen.

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Die Deutsche Telekom lag in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland leicht unter 98 Prozent. Knapp scheiterte der Netzbetreiber bei der Versorgung der Verkehrswege (97 Prozent) und Schienenwege (96 Prozent). Vodafone konnte laut Bundesnetzagentur die Auflagen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland nicht voll erfüllen. Die Versorgung der Autobahnen lag bei 96 Prozent, bei den Schienenwegen waren es 95 Prozent.

Bundesnetzagentur setzt neue Frist

Die Regulierungsbehörde hat eine neue Frist gesetzt. Die Netzbetreiber werden aufgefordert, die Vorgaben bis Ende 2020 zu erfüllen. Die Behörde  überwacht den weiteren Ausbau durch ein strenges Monitoring. Es gibt im Juni und September 2020 Teilfristen. Telekom, Vodafone und o2 müssen hier bestimmte „Meilensteine“ vorweisen. Die Bundesnetzagentur möchte mit den Teilfristen gewährleisten, dass es zu keinen weiteren Verzögerungen bei den Auflagen kommt. Sollten die Netzbetreiber die Auflagen erneut nicht erfüllen, drohen empfindliche Zwangsgelder. Bußgelder drohen nicht nur Ende 2020 sondern auch, wenn die Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland die Teilfristen nicht erfüllen.

(Bildquelle Beitragsbild: © Manuel Schönfeld – stock.adobe.com)

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