Bundesnetzagentur: Mobilfunk 2018 – Der Rückblick

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Die Bundesnetzagentur veröffentlicht im Mai regelmäßig ihren umfangreichen Jahresbericht. Der Bericht enthält eine Vielzahl von Informationen zu Bereichen wie Telekommunikation oder Energiemarkt. Das Infoportal 4G.de hat die Daten zum Mobilfunk 2018 analysiert und fasst die wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammen.

Im Mai veröffentlicht die Bundesnetzagentur traditionell ihren umfangreichen Jahresbericht. Der Bericht analysiert die Entwicklungen des Vorjahres in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Post und Eisenbahn. Das Infoportal 4G.de hat die Daten zum Bereich Mobilfunk analysiert und fasst die wichtigsten Entwicklungen des Jahres 2018 für Sie zusammen.

Bundesnetzagentur
Die Behörde hat den Jahresbericht 2018 veröffentlicht. (Bildquelle: Bundesnetzagentur)

Erfahren Sie alles Wichtige zum Mobilfunkjahr 2018. Wie viele aktive SIM-Kartennutzer gab es Ende 2018? Wie entwickelte sich der Datenverbrauch in den mobilen Netzen? Welche 4G-Netzabdeckung boten Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland Ende des letzten Jahres?

Ende 2018 gab 50,5 Mio. LTE-Nutzer

Für Ende 2018 meldet die Bundesnetzagentur 137,5 Mio. SIM-Karten (2017: 135 Mio.). Auf jeden Einwohner entfallen statistisch 1,7 Karten. Immer mehr SIM-Karten werden für die Maschinen-Kommunikation (M2M) genutzt. Ende 2018 waren es 23,1 Mio. (2017: 17,6 Mio.). Aussagekräftiger dürfte die Zahl der aktiven SIM-Karten (Nutzung in den letzten drei Monaten) sein. Hier meldet die Bundesnetzagentur die Zahl von 107,5 Mio. für Ende 2018. 25,6 Prozent (2017: 25 Prozent) der Mobilfunkkarten entfielen auf Service-Provider, der Postpaid-Anteil betrug 65 Prozent. Im Jahr 2017 lag die Zahl der aktiven SIM-Karten mit 109,7 Mio. etwas höher.  Erstmals seit langer Zeit nimmt die Zahl der aktiven Karten im Mobilfunk ab.

Die Entwicklung bei den LTE und UMTS-Nutzern seit 2009 (Datenquelle: Bundesnetzagentur)

67,8 Mio. SIM-Karten (2017: 65,5 Mio.) kamen laut Bundesnetzagentur Ende des Jahres 2018 in einem UMTS- oder LTE-fähigen Endgerät zum Einsatz. Die Zahl der 4G-Nutzer lag bei 50,5 Mio. (2017: 44,9 Mio.). 3G-Tarife werden immer seltener, wobei noch immer etwa 17 Mio. Nutzer in Deutschland mit der Mobilfunktechnologie der dritten Generation surfen. Ebenso gibt es noch einen beachtlichen Teil von Verbrauchern mit Tarifen, die nur reine Telefonie ermöglichen.

Deutlicher Anstieg beim Datenverbrauch im Mobilfunk: 1993 Mio. GB

Die Bundesnetzagentur meldet einen deutlichen Anstieg beim Datenverbrauch in den mobilen Netzen. Im Jahr 2018 wurden 1993 Mio. GB (2017: 1388 Mio. GB) verbraucht. Im Vergleich zu 2017 bedeutet dies einen Anstieg um 44 Prozent. Die Behörde vermerkt in ihrem Bericht, dass die LTE-Tarife ein immer höheres Datenvolumen bieten. Im Vergleich zum Jahr 2012 hat sich das Inklusivvolumen bei den Mobilfunktarifen fast verzehnfacht. Im Jahr 2018 verbraucht der Durchschnittsnutzer 1221 MB, telefonierte 73 Minuten und verschickte 5 SMS. Für 2017 sehen die Zahlen wie folgt aus: 873 MB, 73 Minuten und 6 SMS.

2018 lag der Datenverbrauch fast bei 2000 Mio. GB (Datenquelle: Bundesnetzagentur)

Weiterhin zeigen die Zahlen der Bundesnetzagentur. Die Zahl der versendeten SMS sank im letzten Jahr weiter und lag bei 8,9 Mrd. (2017: 10,3 Mrd.). Die Blütezeit der Kurznachricht ist lange vorbei. Im Mobilfunk lagen die abgehenden Gesprächsminuten im Jahr 2018 bei 119 Mrd. (2017: 116 Mrd.). Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es hier wieder einen deutlicheren Anstieg.

Deutlich steigende Zahl von Basisstationen

Schauen wir uns abschließenden die Zahlen für die LTE-Netzabdeckung an. Für Ende 2018 meldet die Bundesnetzagentur folgende 4G-Abdeckung (nach Bevölkerung) der drei Netzbetreiber: Telekom 98 Prozent, Vodafone 93 Prozent und Telefónica Deutschland 88 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2017 können die Netzbetreiber bei der Netzabdeckung deutlich zulegen: Telekom (+4), Vodafone (+3) und o2 (+6). Hier zeigen sich die Bemühungen der Mobilfunkanbieter, die Auflagen der Bundesnetzagentur zu erfüllen. Bis Ende 2019 müssen alle Netzbetreiber eine LTE-Netzabdeckung von 98 Prozent (nach Bevölkerung) bieten. Nach dem Bericht der Behörde hat die Deutsche Telekom das Ziel bereits erreicht. Telefónica Deutschland droht hingegen das Ziel zu verfehlen.

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Eine bessere 4G-Abdeckung bedeutet auch mehr Basisstationen. Ende 2018 gab es 54.911 Stationen, im Vorjahr betrug die Zahl 48.146. Da die Netzbetreiber aktuell den 4G-Ausbau intensiv vorantreiben, dürfte die Zahl der Basisstationen 2018 noch einmal deutlich steigen. Allein o2 hat für dieses Jahr 10.000 LTE-Aufrüstungen angekündigt.

Fazit 4G.de

Der Jahresbericht der Bundesnetzagentur zeigt zwei Trends auf, die sich so schon über Jahre beobachten lassen. Die Zahl der LTE-Nutzer nimmt jedes Jahr um einige Millionen zu und der Datenverbrauch im Mobilfunk steigt rasant. Dagegen sehen wir im Bericht auch gegenläufige Trends. Die Zahl der aktiven SIM-Karten nahm 2018 im Vergleich zum Vorjahr ab. In den vergangenen Jahres stiegt diese Zahl (wenn auch leicht) beständig. Weiterhin telefonieren immer mehr Menschen über Mobilfunk. Die Zahlen stagnierten hier in der Vergangenheit, 2018 gab es wieder einen deutlicheren Anstieg bei den Gesprächsminuten.

Der Bericht der Bundesnetzagentur zeigt wie bemüht die deutschen Netzbetreiber sind, die Versorgungsverpflichtungen bei LTE für Ende 2019 zu erfüllen. Im Vergleich zu anderen Jahren legten Telekom, Vodafone und o2 bei der 4G-Abdeckung spürbar zu. Besonders Telefónica Deutschland konnte um 6 Prozent zulegen und liegt nur bei 88 Prozent. Ob man im Jahr 2019 noch einmal um 10 Prozent zulegen kann, ist jedoch fraglich.

(Bildquelle Beitragsbild: istockphoto.com, NexTser)

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