Bundesnetzagentur: Mobilfunk 2016 – Der Rückblick

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig im Mai ihren Jahresbericht, der auf das zurückliegende Jahr zurückblickt. Der Bericht für 2016 enthält wieder viele interessante Statistiken zu Themen wie Telekommunikation und Energie. 4G.de hat sich die Zahlen zum Mobilfunk 2016 näher angeschaut und fasst die wichtigen Ergebnisse zusammen.

Im Jahresbericht 2016 vom Mai blickt die Bundesnetzagentur erneut auf das Vorjahr zurück. Der Bericht enthält auf 176 Seiten Informationen und Statistiken zu Entwicklungen in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Post und Eisenbahn. Das Infoportal 4G.de hat die Zahlen zum Themenbereich Mobilfunk genauer analysiert. Wir fassen alle wichtigen Daten aus dem Jahresbericht 2016 der Bundesnetzagentur für Sie zusammen.

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Die Behörde hat ihren Jahresbericht 2016 veröffentlicht (Bildquelle: Bundesnetzagentur)

Erfahren Sie alle wichtigsten Details zum abgelaufenen Mobilfunkjahr 2016: Wie viele Nutzer von SIM-Karten gab es Ende 2016? Wie stand es um den Datenverbrauch in den mobilen Netzen? Wie ging es beim LTE-Ausbau von Telekom, Vodafone und o2 voran?

39 Millionen aktive LTE-Nutzer zum Ende des Jahres 2016

Für Ende 2016 meldet die Bundesnetzagentur insgesamt 129,9 Mio. SIM-Karten, dies bedeutet im Vergleich zum Jahr 2015 (113,8 Mio.) einen deutlichen Anstieg. Für diesen Anstieg ist fast ausschließlich die geänderte Zählweise der Anbieter verantwortlich. Viel interessanter dürften die Zahlen für die aktiven SIM-Karten sein. Hier lag die Zahl Ende 2016 bei 115,2 Mio. Karten (2015: 111,7 Mio.). Als aktiv gilt für die Bundesnetzagentur eine Karte, wenn eine Nutzung in den letzten drei Monaten stattfand. 22 Prozent dieser Karten entfielen auf die Mobilfunkdiscounter, im Vergleich zum Vorjahr gab es kaum Änderungen (21 Prozent). Der Anteil an Postpaid-Karten lag bei 60 Prozent (2015: 58 Prozent)

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Die Zahl der LTE-Nutzer ist im Jahr 2016 deutlich gestiegen (Datenquelle: Bundesnetzagentur)

Die Zahl der aktiven SIM-Karten mit LTE-Nutzung betrug Ende 2016 insgesamt 39 Millionen (2015: 27 Millionen). Rechnet man Nutzer mit UMTS-fähigen Geräten hinzu, konnten 63,1 Millionen (2014: 58,5 Millionen) Verbraucher mobil surfen. Die Zahl der aktiven LTE-Nutzer ist damit zuletzt um 12 Millionen gestiegen. Die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen sehr deutlich, dass 4G immer häufiger ein fester Bestandteil von Mobilfunktarifen ist. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass der Datenverbrauch im Mobilfunk weiter drastisch gestiegen ist.

Datenverbrauch im Mobilfunk bis Ende 2016: 918 Mio. GB

Der Jahresbericht 2016 zeigt, Ende 2016 wurden 918 Mio. GB im Mobilfunk verbraucht, dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Jahr 2015 mit 575 Mio. GB. Die Netzbetreiber hatten im Vorjahr immer wieder das Inklusivvolumen bei ihren LTE-Tarifen erhöht. Dazu steigt jährlich die Zahl der Nutzer mit UMTS- und LTE-fähigen Geräten. Dies sind alles Gründe für den erhöhten Datenverbrauch im Mobilfunk, dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Interessant sind vor diesem Hintergrund die Statistiken der Bundesnetzagentur für einen durchschnittlichen Mobilfunktarif (Leistungen pro SIM-Karte und Monat). Ende 2016 verbrauchte ein Kunde im Durchschnitt 627 MB, 79 Minuten für Sprachtelefonie und 9 SMS. Die Netzbetreiber erzielen mit diesen Leistungen einen Umsatz von 13 Euro, hier ist der Umsatz bereits seit Jahren leicht rückläufig.

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Der Datenverbrauch im Mobilfunk ist bis Ende 2016 stark gestiegen (Datenquelle: Bundesnetzagentur)

Es mag vielleicht überraschen, dass bei Leistung pro SIM-Karte die Bundesnetzagentur nur 9 Kurznachrichten nennt. Hier zeigt sich jedoch immer deutlicher das Ende der SMS. Bis Ende 2016 wurden 12,7 Mio. (2015: 16,6 Mio.) SMS verschickt. Den Zenit hatten die Kurznachrichten im Jahr 2012 (59,9 Mio.) erreicht. Auch bei der Sprachtelefonie hat sich zuletzt nur wenig getan. Die abgehenden Minuten im Mobilfunk lagen im letztes Jahr bei 115 Mio. Minuten und damit auf dem gleichen Niveau wie 2015. Sprachtelefonie und SMS sind für die Netzbetreiber schon seit Jahren nicht mehr attraktiv, der Umsatz wird heute vor allem über Datendienste und den Verkauf von Hardware erzielt.

Abschließend wollen wir einen Blick auf die Fortschritte beim LTE-Ausbau in Deutschland werfen. Die 4G-Abdeckung nahm bei allen drei Netzbetreibern weiter zu. Laut Bundesnetzagentur sah es bei der LTE-Netzabdeckung (nach Bevölkerung) Ende 2016 wie folgt aus: Deutsche Telekom 93 Prozent (2015: 90 Prozent), Vodafone 90 Prozent (2015: 84 Prozent) und Telefónica Deutschland 80 Prozent (2015: 73 Prozent). Die Zahl der LTE-Basisstationen ist von 40.900 (2015) auf 44.100 (2016) gestiegen.

Fazit 4G.de

Der Jahresbericht der Bundesnetzagentur für das Jahr 2016 verdeutlicht die Trends der letzten Jahre im Mobilfunk. Die Zahl der LTE-Nutzer steigt immer deutlicher, UMTS-Nutzer stellten Ende 2016 bereits die Minderheit dar. Dazu ist in den letzten Jahren der Datenverbrauch in den mobilen Netzen stark gestiegen. Der Anstieg zwischen 2015 (575 Mio. GB) und 2016 (918 Mio. GB) fiel besonders drastisch aus. Dabei dürften sich die Netzbetreiber auch darüber freuen, dass die Kunden sich immer häufiger für Laufzeitverträge entscheiden. Ende 2016 lag hier der Anteile bereits bei 60 Prozent. Der sinkende Umsatz pro SIM-Karte und Monat dürfte den Anbieter wiederum Kopfzerbrechen bereiten.

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Datendienste werden für die deutschen Netzbetreibr immer wichtiger, dies zeigen die Zahlen der Bundesnetzagentur deutlich. Im Bereich Sprachtelefonie stagnieren die Zahlen und es gibt einen starken Rückgang beim Versenden von SMS. Die Anzahl an verschickten Kurznachrichten geht seit 2012 stetig zurück. Hier kündigt sich immer mehr der Tod der SMS an, wie es Experten schon mehrfach vorausgesagt haben.

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