Bundesnetzagentur gelobt Besserung beim LTE-Ausbau in den Städten

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Der LTE-Ausbau in den deutschen Städten gerät laut dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrdiensten (VATM) immer mehr ins Stocken. Verantwortlich dafür ist laut VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner die Bundesnetzagentur, welche mit den Genehmigungsverfahren für Richtfunkstrecken für den Ausbau von LTE und HSPA nicht nachkommt. Richtfunkstrecken sind notwendig, um die einzelnen Basisstationen mit Daten zu versorgen.

Grützner bemängelt den verzögerten LTE-Ausbau in einem Brief an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium, welcher auch der Financial Times Deutschland vorliegt. Dort heißt es zum Genehmigungsverfahren der Bundesnetzagentur: „Die gesetzlich vorgesehene Bearbeitungszeit von maximal sechs Wochen wird sehr häufig um mehrere Monate überschritten.“ Aktuell sollen bei der Regulierungsbehörde in Bonn mehr als 8000 unbearbeitete Anträge aller vier Netzbetreiber vorliegen.

4G-Ausbau in der Stadt benötigt mehr LTE-Basisstationen

Bildquelle: telekom.com

Die Probleme beim verzögerten LTE-Ausbau liegen ausschließlich in den Städten. Dort funktioniert der 4G-Ausbau anders als auf dem dünnbesiedelten Land, wo wenige Mobilfunkstationen bei den weitreichenden 800-MHz-Frequenzen notwendig sind. In der Stadt nutzt man den Frequenzbereich 1800-MHz und 2600-MHz mit geringerer Reichweite.

Aufgrund der zahlreichen Nutzer braucht man dazu grundsätzlich mehr LTE-Basisstationen und damit mehr Genehmigungen. Um den Münchner City-Bereich mit 4G zu versorgen, hat T-Mobile in der bayrischen Landeshauptstadt bisher 70 LTE-Basisstationen aufgestellt. In Köln startete die Telekom Mitte 2011 mit mehr als 100 Mobilfunktürmen auf 150 Quadratkilometern.

Bundesnetzagentur verspricht schnellere Bearbeitung

Die Probleme mit der verzögerten Antragsbearbeitung sind dabei nicht neu. Schon Ende 2011 hat die Bundesnetzagentur versprochen, zusätzliches Personal für die Bearbeitung der Genehmigungen zur Verfügung zu stellen. Nun hat man noch einmal auf die Kritik des VATM reagiert und verspricht durch neues Personal und die Einführung einer neuen, schnelleren Software die Bearbeitung zu beschleunigen. Besonders dringende Anträge zum LTE-Ausbau sollen bevorzugt bearbeitet werden.

Bei der VATM hofft man, dass nun die Antragsbearbeitung für den Ausbau von LTE und HSPA schneller vorangeht. Vom neuen Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, fordert man deshalb „eine schnelle und pragmatische Lösung.“ (Quelle: VATM)

Netzbetreiber wollen schnellen LTE-Ausbau in den Städten

Nach der Beschwerde der VATM über die Bundesnetzagentur dürfte es keinen Zweifel mehr geben. Der LTE-Ausbau im Jahr 2012 steht ganz im Zeichen der lukrativen Städte und es kann hier den Netzbetreiber nicht schnell genug gehen.

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