Bundesnetzagentur: 1,12 Millionen LTE-Nutzer Ende 2012

Das letzte Jahr war wichtig für den LTE-Ausbau in Deutschland. In ihrem Jahresbericht 2012 widmet sich die Bundesnetzagentur deshalb ausführlich der Mobilfunkgeneration der vierten Generation. Der Bericht verdeutlicht das starke Wachstum von 4G im Jahr 2012. So gab es laut Bundesnetzagentur Ende des letzten Jahres 1,12 Millionen LTE-Nutzer. Davon entfielen etwa 600 000 auf stationäre Anschlüsse als DSL-Ersatz in ländlichen Regionen. Ende 2012 versorgten die beiden Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone nach den Statistiken der Bundesnetzagentur 46 und 53 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Auch die Zahl der 4G-Basisstationen sei im Jahr 2012 stark angewachsen. Waren es noch zu Anfang des letzten Jahres 3100 LTE-Masten, konnte die Bundesnetzagentur Ende 2012 bereits 9600 LTE-Basisstationen vermelden. Dabei handelt es sich nicht immer um neue Sendemasten, im Regelfall würden hier bestehende Sendemasten für die Nutzung von LTE aufgerüstet. Dazu nutzen die deutschen Netzbetreiber immer wieder einzelne Basisstationen gemeinsam.

Verbrauchtes Datenvolumen im Mobilfunk steigt weiter stark an

Auch im Jahr 2012 hätten die deutschen Nutzer beim mobilen Surfen wieder deutlich mehr Datenvolumen verbraucht als noch im Vorjahr. So meldet die Bundesnetzagentur für das letzte Jahr einen Datenverbrauch von 139,75 Mio. GB. Im Jahr 2011 waren es noch 100 Mio. GB. Dabei verweist man im Jahresbericht ausdrücklich darauf, dass ohne die Inklusivvolumen der Netzbetreiber der jährliche Datenverbrauch im Mobilfunk noch höher ausfallen würde. Die aktuell verbrauchten Datenvolumen stellen laut Bundesnetzagentur eine Herausforderung an die Netze dar.

Datenverbrauch 2012

Auch im Jahr 2012 ist der Datenverbrauch im Mobilfunk wieder deutlich gestiegen. (Quelle: Bundesnetzagentur)

Die Statistik verdeutlicht, wie stark das mobile Surfen in den letzten fünf Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Für die deutschen Anbieter ist das Geschäft mit mobilen Datendiensten längst wichtiger als Sprachtelefonie. Die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen dazu, wie wichtig der Ausbau einer Mobilfunktechnologie wie 4G ist, um in Zukunft den Kollaps der Netze zu entgehen.

LTE in Grenzgebieten 2012 ein Problem

In ihrem Jahresbericht 2012 widmet sich die Bundesnetzagentur auch besonders dem Thema LTE in Grenzgebieten. Anhand der Gemeinde Bayrisch Eisenstein an der Grenze zu Tschechien verdeutlicht man die Problematik grenznaher Ortschaften. Da man 2012 im Nachbarland die 800-MHz-Frequenzen der Digitalen Dividende noch für den Digitalen Fernsehempfang genutzt hätte, sei dort ein LTE-Ausbau erst nach bilateralen Verhandlung und einem komplexen Genehmigungsverfahren möglich gewesen.

Laut EU dürfen Mobilfunkstationen mit 800-MHz nicht den Fernsehempfang im Nachbarland stören. Dies trifft jedoch nur dann zu, wenn ein Land die kurzwelligen Frequenzen noch für Digitales Fernsehen nutzt. Von diesem Problem waren im letzten Jahr besonders Gemeinden in Grenzgebieten zu Belgien und Luxemburg betroffen. Nach einer Regelung der EU dürfen die LTE-Frequenzen der Digitalen Dividende ab dem 01.01.2013 nur noch für Mobilfunk genutzt werden, womit es in Grenzregionen in diesem Jahr keine Probleme beim LTE-Ausbau geben dürfte.

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Marius Pieruschka
Als ausgewiesener LTE-Fachmann auf 4G.de aktiv.
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