Heftiges Bietergefecht um die 5G-Frequenzen

Die 5G-Auktion endet in Kürze und die Netzbetreiber können sich über günstiges Frequenzspektrum freuen. Diese Meldung machte heute die Runde. Doch am Abend ist alles anders und ein heftiger Bieterkampf um das Frequenzspektrum ist entbrannt. Die Versteigerung könnte sich länger hinziehen und für die Netzbetreiber teuer werden.

Heute Morgen meldete das Handelsblatt: Die 5G-Auktion steht kurz vor dem Ende. Die Bieter hätten sich weitgehend geeinigt, Telekom und Telefónica Deutschland würden nur noch um einen Frequenzblock bieten. Zahlreiche Medien nahmen die Meldung auf. Doch plötzlich kam Bewegung in die Auktion. Der Netzbetreiber o2 ließ in Runde 116 vom bisherigen Frequenzblock ab und bot um einen Block von Vodafone. In Runde 117 wurde dann Vodafone aktiv und macht Telefónica Deutschland wie auch der Telekom wieder Frequenzblöcke streitig. Darauf mischte 1&1 mit und bot auf Blöcke mit 2 GHz. So kam deutlich mehr Bewegung in die 5G-Auktion. Am Mittwochmorgen wurde noch um einen Block gestritten, mittlerweile geht es um fünf Blöcke.

5G Auktion
Wann die 5G-Auktion endet, ist unklar. (Bildquelle: Bundesnetzagentur)

Beobachter der Auktion sprechen mittlerweile von einem „Großbrand“ bei der Versteigerung im Mainz, was auch Zahlen verdeutlichen. Nach Runde 116 lagen die Gebote bei etwa 2,35 Mrd. Euro, heute Abend endete Bieterrunde 123 mit 2,63 Mrd. Euro. Besonders interessant: Telefónica Deutschland hat im Bereich 2 GHz aktuell keinen Frequenzblock, während die Telekom bei 8 Blöcken (2 GHz) das Höchstgebot hält. So wird es sicherlich nicht bleiben. Uns erwarten weitere Bieterrunden bei der 5G-Auktion mit ungewissem Ausgang.

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Auch dies sei gesagt: Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 haben eine große Chance auf eine günstige Auktion verpasst. Ein Auktionserlös von etwa 2,4 Mrd. Euro läge weit unter den Erwartungen. TK-Experten wie Prof. Dr. Gerpott gehen von Einnahmen zwischen 3 bis 4 Mrd. Euro aus, die Politik rechnete mit 5 Mrd. Euro. Was die 5G-Auktion am Ende einbringt, lässt sich aktuell schwer einschätzen.

Warum wird so heftig um die 5G-Frequenzblöcke gesteigert

Doch warum wird so heftig um die 5G-Frequenzblöcke gesteigert? Je mehr Blöcke (Frequenzspektrum) ein Unternehmen ersteigert, umso günstiger wird der Netzausbau später. Mit einem großen Spektrum lässt sich eine gute Netzabdeckung mit vergleichsweise geringem technischen Aufwand erzielen. Mit weniger Frequenzspektrum wiederum müssen mehr Sendemasten errichtet werden.

Die Netzbetreiber arbeiten mit verschiedenen Kostenmodellen. So kann es zum Beispiel Sinn machen, mehr Frequenzblöcke zu ersteigern und später weniger in den Netzausbau zu investieren. Doch die Versuche möglichst viele Blöcke zu ergattern, treiben die Kosten für alle Teilnehmer in die Höhe. Am Ende zahlen die Kunden über höhere Mobilfunkpreise die Ausgaben für die 5G-Frequenzen.

(Bildquelle Beitragsbild: © iaremenko – stock.adobe.com)

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