Bayern: Zu viele Funklöcher an Autobahnen

Es gibt zu viele Funklöcher an Autobahnstrecken, wie Messungen im Auftrag des Wirtschaftsministerium Bayern zeigen. Die Netzbetreiber haben sich verpflichtet, bis Ende 2019 die Autobahnen mit LTE auszubauen. In Bayern wurde das Ziel noch nicht erreicht, besonders o2 hinkt hinterher und könnte die Zielvorgaben verfehlen.

Bei der Auktion 2015 haben sich Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland verpflichtet, Autobahnstrecken mit LTE auszubauen. Auf diese Weise sollen Funklöcher entlang von wichtigen Verkehrswegen verschwinden. Die Autobahnen müssen in jedem Bundesland vollständig mit 4G versorgt werden. Den Netzbetreiber bleiben nur noch wenige Monate, um die Versorgungsverpflichtungen der Bundesnetzagentur zu erfüllen. Das bayrische Wirtschaftsministerium ließ nun von unabhängiger Seite überprüfen, wie weit die Netzbetreiber bei der LTE-Versorgung der Autobahnen sind und beauftragte das IT-Unternehmen IK-T mit der Überprüfung von mehr als 2500 Autobahn-Kilometern.

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Zahlreiche Funklöcher an den Autobahnen (Bildquelle: istockphoto.com, Yuri Arcurs)

Die Messungen offenbarten zahlreiche Funklöcher entlang der Verkehrswege, wie in der Pressemitteilung des Ministeriums heißt. Für die drei Netzbetreiber ergaben sich folgende Ergebnisse: Deutsche Telekom (98 Prozent), Vodafone (93 Prozent) und Telefónica Deutschland (71 Prozent). Der bayrische Wirtschaftsminister Aiwanger (Freie Wähler) sieht die Ergebnisse kritisch. Besonders in Schwaben, Unter- und Oberfranken gebe es noch zahlreiche Funklöcher entlang der Autobahnen. Das Ergebnis für o2 von 71 Prozent, bezeichnet Aiwanger als „eigentlich katastrophal“ wie BR24 berichtet. Eine Sprecherin von Telefónica Deutschland hat diesem Wert widersprochen und nennt eine 4G-Versorgung von 87 Prozent an den Autobahnen. Auch hier dürfte es schwer sein, bis Ende 2019 den versprochenen Wert von 100 Prozent zu erreichen.

Auch in anderen Bundesländern gibt es Funklöcher

Die Messung in Bayern dürfte stellvertretend für andere Bundesländer stehen. Auch dort sollte es zahlreiche Funklöcher an den Autobahnstrecken geben. Es ist fraglich, ob die Netzbetreiber die Auflagen im vollen Umfang erfüllen können. Neben Autobahnen müssen Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland ICE-Strecken mit LTE ausbauen. Weiterhin haben sich die Unternehmen verpflichtet, bis zum 01.01.2020 bundesweit eine LTE-Netzabdeckung von 98 Prozent (nach Bevölkerung) zu bieten.

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Als die Bundesnetzagentur die Versorgungsauflagen 2015 erarbeitet hat, ging man bei der Regulierungsbehörde davon aus, dass die Netzbetreiber die Verpflichtungen in jeden Fall erfüllen würden. Bei Fragen zu möglichen Strafen bei Nichterfüllung der Auflagen hielt sich die Bundesnetzagentur bisher immer sehr bedeckt. Die Frage ist, was passiert, wenn Anfang 2020 noch Funklöcher existieren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass eben diese Situation eintreten wird. Dann ist die Bundesnetzagentur gefordert und muss angemessene Strafen verhängen.

(Bildquelle Beitragsbild: istockphoto.com, Jens Tandler)

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