5G wird teuer: Deutschland und die werthaltigen Frequenzen

Italien möchte 5G-Frequenzen 2018 versteigern und erhofft sich Einnahme von 2,5 Mrd. Euro. Was nur eine Randnotiz ist, lässt doch Aufhorchen. August 2017 hat Bundesminister Dobrindt die Versteigerung der Frequenzen des 4G-Nachfolgers für 2018 angekündigt. Er verspricht sich Einnahmen von mehr als 10 Mrd. Euro. Warum wird die Auktion so teuer?

Eigentlich ist es nur eine Randnotiz: Der italienische Staat plant für 2018 eine 5G-Auktion, wie aus einer Meldung einer österreichischen Tageszeitung hervorgeht. Die Versteigerung der Frequenzen soll den Staat Einnahmen von 2,5 Mrd. Euro einbringen. Über diesen Betrag stolpert man doch beim Lesen. Im August 2017 hat Bundesminister Alexander Dobrindt die Versteigerung der 5G-Frequenzen für das kommende Jahr angekündigt. Der Minister rechnet bei den Einnahmen mit einem zweistelligen Mrd.-Bereich. Seine Einschätzung begründet Dobrindt damit, dass es sich um „sehr werthaltige Frequenzen“ handelt. Sicherlich ist es problematisch, unterschiedliche Märkte im Mobilfunk zu vergleichen, doch die Unterschiede zwischen Italien und Deutschland fallen schon ins Auge.

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Der Weg zu 5G weltweit wird unterschiedlich teuer (Bildquelle: 4G.de)

Während sich der italienische Staat Einnahmen von 2,5 Mrd. Euro für die 5G-Frequenzen erhofft, geht man in Deutschland von einem Betrag im zweistelligen Mrd.-Bereich aus. Dies sind 10 Mrd. Euro oder eben mehr, also mindestens das Vierfache der italienischen Kalkulation für den Etat 2018. Da ist man schon fast geneigt zu sagen. 5G-Frequenzen sind sehr werthaltig. Aber manche sind werthaltiger als die anderen. Die deutschen Netzbetreiber zumindest sind nicht glücklich mit der Einschätzung von Bundesminister Dobrindt. Auf der IFA 2017 haben Vertreter von Netzbetreibern im Gespräche mit dem Infoportal 4G.de ihre Sorge geäußert, dass der 5G-Ausbau durch eine teure Frequenzauktion noch teurer wird.

Telekom-Chef Höttges warnt vor teurer 5G-Auktion

Telekom-Chef Timotheus Höttges hat auf dem MWC 2017 in Barcelona davon gesprochen, dass der Ausbau des 4G-Nachfolgers sehr teuer wird. Dabei nannte er jedoch nur Zahlen für Europa. Ein flächendeckendes 5G-Netz für Europa dürfte zwischen 300 bis 500 Euro kosten. Die Kosten müsste man nicht noch durch eine überteuerte Frequenzen-Auktion steigern. So sagte Höttges gegenüber heute.de: „Wir brauchen enorm viel Spektrum und das so schnell wie möglich. Aber dann bitte nicht so teuer wie möglich. Heute nimmt der Staat das Spektrum wie eine Steuereinnahme.“ Der Telekom hofft bei der Auktion zumindest auf ein Entgegenkommen des Staates.

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Im kommenden Jahr wird sich zeigen, ob die „sehr werthaltigen 5G-Frequenzen“ bei der Auktion einen zweistelligen Mrd.-Betrag einbringen. Es ist jedoch zu befürchten, dass die Versteigerung für die Netzbetreiber recht teuer wird. Warum die deutschen Frequenzen deutlich teurer als in Italien sind, ganz klar lässt sich die Frage nicht beantworten. Dies liegt auch daran, dass der Minister seinen Begriff „werthaltig“ nicht näher definiert hat. Eins ist jedoch klar: Am Ende zahlen die Verbraucher über teure Mobilfunktarife die Kosten für die 5G-Auktion und die sehr werthaltigen Frequenzen.

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