5G kommt Jahre später: EU legt Fahrplan bis 2025 fest

Die EU-Kommission hat sich auf einen 5G-Fahrplan geeinigt. Im Fahrplan werden die Harmonisierung der Frequenzbänder und die Zuordnung für Netzanbieter geregelt. Bis zum Jahr 2025 sollen alle größeren Städte der EU und die Hauptverkehrswege mit dem 4G-Nachfolger ausgebaut sein, dies ist ein späteres Datum als ursprünglich geplant.

Bis zum Jahr 2025 sollen alle größeren Städte und die Hauptverkehrswege mit 5G ausgebaut sein. Darauf verständigten sich die für Telekommunikation zuständigen Minister in Brüssel. Ein Fahrplan zur kommenden Mobilfunktechnologie regelt die Harmonisierung der Frequenzbänder und eine Zuordnung für die Netzanbieter. Die EU spricht in ihrer Presseerklärung von „einem Grundstein für die Entwicklung der 5G-Netzwerke“ bereits im Juli. Mit der Festlegung auf den Fahrplan hätten „wir den nächsten wichtigen Schritt gemacht“. Doch in Wahrheit ist die Festlegung auf das Jahr 2025 ein Rückschritt. Im Jahr 2016 nannte der frühere EU-Digitalkommissar Günther Oettinger noch das Jahr 2020 als Ziel. Ein Start von 5G zum Zeitpunkt der Fußball-EM wurde von Oettinger als möglicher Termin ins Spiel gebracht.

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Die EU stellt wenn auch langsam die Weichen auf 5G (© iaremenko – stock.adobe.com)

Nun orientiert sich die EU an einem Zeitplan, wie ihn das Bundesverkehrsministerium vorgegeben hat. Im September 2017 verabschiedete das BMVI das Strategiepapier „5 Schritte zu 5G“. In den Papier heißt es konkret: Bis zum Jahr 2025 sollen die 20 größten deutsche Städte und die Hauptverkehrswege mit dem 4G-Nachfolger versorgt sein. An dieser Strategie orientiert man sich nun offenbar auch in Brüssel. 2025 als Datum bedeutet, dass die asiatischen Länder den Europäern einen Schritt voraus sind. Südkorea möchte zum Beispiel zu den Olympischen Winterspielen 2018 mit einem 5G-Demonstrationsnetzwerk starten.

EU-Digitalkommissarin: Europa soll Führungsrolle bei 5G übernehmen

Dabei fehlt es nicht an mahnenden Worten in der EU. Mariya Gabriel, die EU-Digitalkommissarin drängt auf eine Führungsrolle der Europäer bei der Mobilfunktechnologie der fünften Generation. Man dürfe sich nicht von Ländern wie Südkorea oder Japan abhängen lassen. Gabriel hatte vor kurzem die Devise „5G Frist“ ausgegeben und auf die zentrale Bedeutung der Technologie für die Digitalisierung hingewiesen. Eine weitere Anregung kam von Andrus Ansip. Der Kommissions-Vizepräsident für den digitalen Binnenmarkt will erreichen, dass Mobilfunkfrequenzen in Zukunft für 25 Jahre vergeben werden. Auf diese Weisen haben die Netzbetreiber mehr Planungs- und Investitionssicherheit.

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Bereits im März 2017 hatte Ansip diese Forderung als zentrales Ziel genannt. Auf dem MWC 2017 versprach der Kommissar den europäischen Netzbetreibern in Zukunft eine Regulierung mit leichter Hand. Bisher könnte Ansip die Forderung nach einer längeren Laufzeit nicht durchsetzen. Die nächsten Frequenzauktionen stehen dabei vor der Tür. Deutschland, Österreich und Italien haben eine Versteigerung der 5G-Frequenzen für das kommende Jahr angekündigt.

(Bildquelle Beitragsbild): © iaremenko – stock.adobe.com

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